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Buchhaltungs-Lexikon Schweiz

Begriffe aus Buchhaltung, Mehrwertsteuer, Steuern und Lohn — kurz, präzise und mit Verweis auf das Obligationenrecht und das Mehrwertsteuergesetz. Plus passende Tools und Vorlagen für die direkte Umsetzung.

Alle Begriffe von A bis Z

132 Einträge — laufend ergänzt. Klicke auf einen Buchstaben, um zur Sektion zu springen.

B

Beleg

Buchhaltung

Das Dokument, das einem Geschäftsvorfall zugrunde liegt — Grundlage jeder Buchung nach dem Grundsatz «keine Buchung ohne Beleg».

Betreibung

Rechnung

Staatliches Verfahren zur zwangsweisen Durchsetzung einer Geldforderung nach SchKG; beginnt mit dem Betreibungsbegehren und dem Zahlungsbefehl.

Bezugsteuer

MWST

MWST, die der schweizerische Empfänger einer Leistung aus dem Ausland selbst deklariert und an die ESTV abliefert — analog zum europäischen Reverse-Charge-Verfahren.

Bilanz

Buchhaltung

Stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiven) und Schulden inklusive Eigenkapital (Passiven) eines Unternehmens.

Bilanzsumme

Buchhaltung

Die Summe aller Aktiven — die immer der Summe aller Passiven entspricht. Massstab für die Unternehmensgrösse und Schwellenwert für die Revisionspflicht (OR 727).

Break-even-Point

Buchhaltung

Die Gewinnschwelle: die Absatzmenge oder der Umsatz, bei dem die Erlöse sämtliche Kosten decken — darunter macht der Betrieb Verlust, darüber Gewinn.

Bruttogewinn

Buchhaltung

Der Nettoerlös abzüglich des Waren- und Materialaufwands — zeigt, was vom Umsatz übrig bleibt, bevor Personal-, Miet- und übrige Betriebskosten bezahlt sind.

Bruttolohn / Nettolohn

Lohn

Der Bruttolohn ist der vereinbarte Lohn vor Abzügen; der Nettolohn ist der ausbezahlte Betrag nach Abzug der Sozialversicherungen und allfälliger Quellensteuer.

Buchführungspflicht (OR 957a)

Recht

Pflicht zur kaufmännischen Buchführung und Rechnungslegung; ab CHF 500'000 Jahresumsatz zwingend doppelte Buchhaltung mit Bilanz und Erfolgsrechnung.

Buchungsjournal

Buchhaltung

Die chronologische Aufzeichnung sämtlicher Buchungen — jede mit Datum, Belegnummer, Konten, Betrag und Text. Nach GeBüV Bestandteil des Hauptbuchs.

Buchungssatz

Buchhaltung

Die formalisierte Anweisung, welches Konto im Soll und welches im Haben gebucht wird — nach dem Prinzip «Soll an Haben».

Buchwert

Buchhaltung

Wert, mit dem ein Aktivum in der Bilanz steht: Anschaffungskosten abzüglich aufgelaufener Abschreibungen und Wertberichtigungen.

BVG-Pensionskasse

Lohn

Obligatorische berufliche Vorsorge (zweite Säule); Arbeitnehmende ab Mindestjahreslohn sind gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod versichert.

E

eBill

Rechnung

Die digitale Rechnung direkt im E-Banking: Empfänger erhalten die Rechnung in ihrem Online-Banking und geben sie per Klick zur Zahlung frei — betrieben über die Infrastruktur von SIX.

EBIT

Buchhaltung

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern («Earnings Before Interest and Taxes») — zeigt, wie profitabel das eigentliche Geschäft ist, unabhängig von Finanzierung und Steuersituation.

EBITDA

Buchhaltung

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen («Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization») — zeigt die operative Ertragskraft ohne Investitions- und Finanzierungseffekte.

Effektive MWST-Methode

MWST

Standardabrechnungsart der Mehrwertsteuer: das Unternehmen deklariert die Umsatzsteuer auf jeder Rechnung und zieht die Vorsteuern auf Eingangsrechnungen vollumfänglich ab.

Eigenkapital

Buchhaltung

Differenz zwischen Aktiven und Fremdkapital; umfasst nach OR 959a Aktien-/Stammkapital, gesetzliche und freiwillige Reserven sowie Bilanzgewinn bzw. -verlust.

Eigenkapitalquote

Buchhaltung

Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital (Bilanzsumme), in Prozent. Zentrale Kennzahl für die finanzielle Stabilität — je höher, desto unabhängiger von Gläubigern.

Eigenverbrauch

MWST

MWST-Tatbestand, wenn ein Unternehmen Güter oder Dienstleistungen für nicht-unternehmerische oder steuerausgenommene Zwecke verwendet.

Einfache Buchhaltung

Buchhaltung

Vereinfachte Form der Rechnungslegung — umgangssprachlich Milchbüechli-Rechnung — mit Erfassung von Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage; zulässig für Einzelfirmen unter CHF 500'000 Umsatz.

Einzelfirma

Recht

Von einer natürlichen Person allein geführte Unternehmung mit unbeschränkter persönlicher Haftung; ab CHF 100'000 Jahresumsatz besteht Eintragungspflicht im Handelsregister.

Empfängerortsprinzip

MWST

Die Grundregel für den Ort einer Dienstleistung: massgebend ist der Sitz des Empfängers (Art. 8 Abs. 1 MWSTG) — entscheidend bei Leistungen über die Grenze.

Entgeltsminderung

MWST

Nachträgliche Verringerung des Rechnungsbetrags durch Skonto, Rabatt oder Debitorenverlust — die geschuldete MWST wird nach Art. 41 MWSTG entsprechend angepasst.

Erfolgsrechnung

Buchhaltung

Periodenbezogene Aufstellung von Aufwand und Ertrag, die den Gewinn oder Verlust eines Geschäftsjahres aufzeigt.

Eröffnungsbilanz

Buchhaltung

Die Bilanz zu Beginn eines Geschäftsjahres oder bei der Gründung — sie muss der Schlussbilanz des Vorjahres entsprechen (Bilanzkontinuität).

G

Geldflussrechnung

Buchhaltung

Rechnung, die die Veränderung der flüssigen Mittel getrennt nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit zeigt; Pflicht für grössere Unternehmen nach OR Art. 961b.

Gemeinkosten

Buchhaltung

Kosten, die sich keinem einzelnen Produkt oder Auftrag direkt zurechnen lassen — etwa Miete, Verwaltung oder IT — und darum über Zuschläge oder Kostenstellen verteilt werden.

Genossenschaft

Recht

Rechtsform für gemeinsame Selbsthilfe wirtschaftlicher Art (OR 828 ff.): mindestens sieben Gründungsmitglieder, kein Mindestkapital, ein Kopf — eine Stimme.

Geschäftsjahr

Buchhaltung

Der Zeitraum, für den ein Unternehmen seine Buchführung abschliesst und die Jahresrechnung erstellt — meist zwölf Monate, oft das Kalenderjahr.

Geschäftsmässig begründeter Aufwand

Steuern

Kosten, die durch die Geschäftstätigkeit veranlasst sind — sie mindern den steuerbaren Gewinn. Privat veranlasste Ausgaben gehören nicht dazu.

Geschäftsvermögen

Steuern

Alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen (Art. 18 Abs. 2 DBG). Gemischt genutzte Objekte werden nach der Präponderanzmethode ganz zugeteilt.

Gewinnsteuer juristische Personen

Steuern

Einkommenssteuer der juristischen Personen; auf Bundesebene Proportionalsatz von 8.5 % auf dem Reingewinn, dazu kommen kantonale und kommunale Gewinnsteuern.

Gewinnvortrag

Buchhaltung

Der Teil des Vorjahresgewinns, der weder ausgeschüttet noch den Reserven zugewiesen wurde und auf die neue Rechnung vorgetragen wird — eine Eigenkapital-Position der Bilanz (OR 959a).

GmbH

Recht

Juristische Person mit Stammkapital von mindestens CHF 20'000 (voll liberiert), bei der die Gesellschafter grundsätzlich nur mit ihrer Stammeinlage haften.

Gutschrift

Rechnung

Korrekturbeleg, der eine zuvor gestellte Rechnung ganz oder teilweise rückgängig macht; mindert bei der MWST das Entgelt und damit die geschuldete Steuer.

K

Kapitaleinlageprinzip

Steuern

Steuerregel, wonach die Rückzahlung von Kapitaleinlagen der Anteilsinhaber einkommens- und verrechnungssteuerfrei erfolgt — wie die Rückzahlung von Aktienkapital.

Kapitalsteuer

Steuern

Kantonale und kommunale Steuer auf dem Eigenkapital juristischer Personen — ergänzt die Gewinnsteuer und wird auch bei fehlendem Gewinn fällig.

Kassenbuch

Buchhaltung

Die chronologische Aufzeichnung aller Bargeldbewegungen mit laufendem Kassensaldo. Bei bargeldintensiven Betrieben verlangt die Praxis der Steuerbehörden eine tägliche, kassensturzfähige Führung.

KMU-Kontenrahmen

Buchhaltung

In der Schweiz übliche Standard-Gliederung für Kontenpläne mit acht Hauptklassen und vierstelliger Kontonummerierung (Sterchi/Mattle/Helbling, veb.ch).

Kollektivgesellschaft

Recht

Personengesellschaft von zwei oder mehr natürlichen Personen mit gemeinsamer Firma; die Gesellschafter haften unbeschränkt und solidarisch.

Kontokorrent

Buchhaltung

Laufendes Konto mit wechselseitigen Bewegungen, dessen Saldo sowohl eine Forderung als auch eine Schuld sein kann – etwa gegenüber der Bank oder einem Gesellschafter.

Koordinationsabzug

Lohn

Fixer Abzug vom Bruttolohn, der den bereits von der AHV gedeckten Lohnteil ausklammert; 2026 beträgt er CHF 26'460 und bestimmt den koordinierten Lohn.

Kostenstelle

Buchhaltung

Ein abgegrenzter Unternehmensbereich, dem Kosten separat zugeordnet werden — etwa Werkstatt, Laden oder Administration. Beantwortet die Frage: Wo im Betrieb entstehen die Kosten?

Krankentaggeld (KTG)

Lohn

In der Schweiz freiwillige Versicherung, die im Krankheitsfall den Lohnausfall des Arbeitnehmenden ganz oder teilweise ersetzt — abgeschlossen entweder nach VVG oder nach KVG.

Kreditor

Buchhaltung

Lieferant mit offener Forderung gegenüber dem Unternehmen — gleichzeitig Bezeichnung der entsprechenden Bilanzposition (Konto 2000).

Häufige Fragen zum Lexikon

Was ist ein Buchhaltungs-Lexikon?

Ein Buchhaltungs-Lexikon ist eine alphabetische Sammlung von Definitionen zu Begriffen aus Buchhaltung, MWST, Steuern und Lohn. Unser Lexikon erklärt Schweizer Fachbegriffe kurz und präzise mit Verweis auf das Obligationenrecht und das Mehrwertsteuergesetz, plus passendem Tool oder Vorlage zur direkten Umsetzung.

Sind die Definitionen rechtsverbindlich?

Nein. Die Erläuterungen sind redaktionell aufbereitet und dienen der Orientierung. Die rechtsverbindliche Quelle ist immer das jeweils referenzierte Gesetz (Obligationenrecht, MWSTG) auf fedlex.admin.ch. Bei konkreten Fragen empfehlen wir den Beizug eines Treuhänders oder einer Treuhänderin.

Wie oft wird das Lexikon aktualisiert?

Wir aktualisieren das Lexikon laufend, sobald sich Gesetze ändern (z. B. MWST-Sätze, BVG-Schwellen) oder neue Begriffe relevant werden. Jeder Eintrag enthält die für die jeweilige Periode gültigen Werte.

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