Vereinfachte MWST-Methode mit branchenspezifischem Satz auf den Bruttoumsatz, in dem die branchenübliche Vorsteuer pauschal berücksichtigt ist.
Auch bekannt als: SSS, Saldosatz
Der Saldosteuersatz (SSS) ist eine vereinfachte Abrechnungsmethode für die Mehrwertsteuer, geregelt in MWSTG Art. 37. Statt jede Vorsteuer einzeln zu erfassen, wird der Umsatz inklusive Steuer mit einem branchenspezifischen Satz multipliziert; die branchenübliche Vorsteuerquote ist darin berücksichtigt (Art. 37 Abs. 2 und 3 MWSTG). Abgerechnet wird halbjährlich, auf Antrag jährlich (Art. 35 MWSTG).
Berechtigt sind Unternehmen mit höchstens CHF 5'024'000 Jahresumsatz aus steuerbaren Leistungen und höchstens CHF 108'000 Steuern pro Jahr, berechnet mit dem massgebenden Saldosteuersatz (Art. 37 Abs. 1 MWSTG, gültig seit 2024). Die Verordnung der ESTV über die Höhe der Saldosteuersätze (SR 641.202.62) ordnet jeder Branche einen von zehn Sätzen zu, von 0.1 % (z. B. Metzgerei / Wursterei: Verkauf von Fleisch und Fleischerzeugnissen) über 6.2 % (z. B. Unternehmensberatung, Architekturbüro) bis 6.8 % (z. B. Übersetzungsbüro).
Vorteil: weniger Buchhaltungsaufwand, weil keine Vorsteuern gesondert erfasst werden müssen. Nachteil: Wer mehr Vorsteuer hat als in seiner Branche üblich, etwa wegen grosser Investitionen, zahlt mehr als mit der effektiven Methode. Die Saldosteuersatzmethode muss während mindestens einer Steuerperiode beibehalten werden; wer effektiv abrechnet, kann frühestens nach drei Jahren zu ihr wechseln. Wechsel gehen nur auf Beginn einer Steuerperiode (Art. 37 Abs. 4 MWSTG) und sind der ESTV spätestens 60 Tage danach zu melden (Art. 79 Abs. 1 und Art. 81 Abs. 1 MWSTV).
Rechtsgrundlage
MWSTG Art. 37 (fedlex.admin.ch)Beispiel
Unternehmensberatung mit CHF 200'000 Bruttoumsatz: Saldosteuersatz 6.2 % → MWST-Schuld CHF 12'400 (statt 8.1 % Normalsatz auf Netto und Vorsteuerabzug).
Zuletzt geprüft:
Unternehmen mit höchstens CHF 5'024'000 Jahresumsatz aus steuerbaren Leistungen und höchstens CHF 108'000 Steuern pro Jahr, berechnet mit dem massgebenden Saldosteuersatz (Art. 37 Abs. 1 MWSTG). Die Methode muss während mindestens einer Steuerperiode beibehalten werden.
Weniger Aufwand, weil keine Vorsteuern einzeln erfasst werden müssen: Die branchenübliche Vorsteuer ist im Satz pauschal berücksichtigt. Hat ein Betrieb mehr Vorsteuer als in seiner Branche üblich, etwa wegen grosser Investitionen, kann die effektive Methode günstiger sein.
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Mehrwertsteuer, die ein Unternehmen beim Bezug von Lieferungen oder Leistungen bezahlt und von der eigenen MWST-Schuld abziehen kann.
Standardabrechnungsart der Mehrwertsteuer: das Unternehmen deklariert die Umsatzsteuer auf jeder Rechnung und zieht die Vorsteuern auf Eingangsrechnungen vollumfänglich ab.
Eintragungspflicht im MWST-Register; tritt ein, sobald ein Unternehmen im In- und Ausland aus nicht ausgenommenen Leistungen einen Jahresumsatz von mindestens CHF 100'000 erzielt.
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