In der Schweiz übliche Standard-Gliederung für Kontenpläne mit neun Kontenklassen und vierstelliger Kontonummerierung (Schweizer Kontenrahmen KMU von SwissAccounting, früher veb.ch).
Auch bekannt als: Kontenplan KMU, Sterchi-Kontenrahmen, veb.ch-Kontenrahmen
Der Schweizer KMU-Kontenrahmen ist kein Gesetz, sondern eine etablierte Branchenkonvention des Fachverbands SwissAccounting (bis 2024 veb.ch, Schweizerischer Verband der dipl. Experten in Rechnungslegung und Controlling). Die erste Auflage von 2013 haben Walter Sterchi, Herbert Mattle und Markus Helbling verfasst; sie hat die ältere Variante «KMU 96» abgelöst. Massgebend ist die überarbeitete 2. Auflage, laut SwissAccounting ab 1. Januar 2023. Buchhaltungssoftware in der Schweiz orientiert sich nahezu durchgehend an dieser Struktur.
Der Kontenrahmen ist in neun Klassen gegliedert: Klasse 1 Aktiven, Klasse 2 Passiven, Klasse 3 Betrieblicher Ertrag aus Lieferungen und Leistungen, Klasse 4 Aufwand für Material, Handelswaren, Dienstleistungen und Energie, Klasse 5 Personalaufwand, Klasse 6 Übriger betrieblicher Aufwand, Abschreibungen und Wertberichtigungen sowie Finanzergebnis, Klasse 7 Betrieblicher Nebenerfolg, Klasse 8 Betriebsfremder, ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag (mit 8900 Direkte Steuern), Klasse 9 Abschluss (9200 Jahresgewinn oder Jahresverlust). Klassen 1–2 bilden die Bilanz, Klassen 3–8 die Erfolgsrechnung, Klasse 9 den Abschluss. Die vierstellige Nummerierung folgt einer dezimalen Systematik (z. B. 1000 Kasse, 1020 Bankguthaben, 1100 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen).
Die Mindestgliederungsvorschriften für die Bilanz (Art. 959a OR) und die Erfolgsrechnung (Art. 959b OR) sind mit dem KMU-Kontenrahmen direkt abgedeckt — die Kontonummern korrespondieren mit den gesetzlichen Mindestpositionen der Bilanz und Erfolgsrechnung. Branchenspezifische Erweiterungen (Bau, Treuhand, Handel) werden auf der dritten/vierten Stelle vorgenommen, ohne die Grundstruktur zu verändern. Eine offizielle Schulversion (Mattle, Helbling, Pfaff) ist auf kmu.admin.ch publiziert und wird von Berufsschulen und Treuhandausbildungen verwendet.
Rechtsgrundlage
OR Art. 959a und 959b (SR 220) (fedlex.admin.ch)Beispiel
Standard-Buchungen einer GmbH: Verkauf CHF 10'000: Soll 1100 Forderungen / Haben 3000 Produktionserlöse, 2200 MWST. Lohnzahlung: Soll 5000 Lohnaufwand / Haben 1020 Bank.
Zuletzt geprüft:
Nein. Er ist eine Branchenkonvention von SwissAccounting (früher veb.ch), kein Gesetz. Verbindlich ist nur die Mindestgliederung der Bilanz nach Art. 959a OR und der Erfolgsrechnung nach Art. 959b OR — die der Kontenrahmen direkt abdeckt. Weil praktisch jede Schweizer Buchhaltungssoftware ihm folgt, ist er der De-facto-Standard.
Klasse 1 Aktiven, Klasse 2 Passiven, Klasse 3 Betriebsertrag, Klasse 4 Material- und Warenaufwand, Klasse 5 Personalaufwand, Klasse 6 übriger Betriebsaufwand mit Abschreibungen und Finanzergebnis, Klasse 7 betrieblicher Nebenerfolg, Klasse 8 betriebsfremder und ausserordentlicher Erfolg mit den direkten Steuern, Klasse 9 Abschluss mit dem Jahresgewinn oder Jahresverlust. Die Klassen 1–2 bilden die Bilanz, 3–8 die Erfolgsrechnung, Klasse 9 den Abschluss (offizielle Schulversion auf kmu.admin.ch).
Ja. Branchen- oder firmenspezifische Konten werden auf der dritten und vierten Stelle der vierstelligen Nummerierung eingefügt (z. B. 3410 neben 3400 Dienstleistungserlöse für eine zweite Ertragsart), ohne die Grundstruktur der neun Klassen zu verändern. So bleiben Auswertungen und der Abgleich mit der Mindestgliederung nach Art. 959a und 959b OR intakt.
Buchführungsmethode, bei der jeder Geschäftsvorfall auf zwei Konten erfasst wird — Soll und Haben — und die zu Bilanz und Erfolgsrechnung führt.
Stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiven) und Schulden inklusive Eigenkapital (Passiven) eines Unternehmens.
Periodenbezogene Aufstellung von Aufwand und Ertrag, die den Gewinn oder Verlust eines Geschäftsjahres aufzeigt.
Vermögenswerte, die der Geschäftstätigkeit langfristig (über 12 Monate) dienen — Sachanlagen, Finanzanlagen und immaterielle Werte.
Kurzfristig (innert 12 Monaten) realisierbare Vermögenswerte wie flüssige Mittel, Forderungen, Vorräte und aktive Rechnungsabgrenzungen.
Laufendes Konto mit wechselseitigen Bewegungen, dessen Saldo sowohl eine Forderung als auch eine Schuld sein kann – etwa gegenüber der Bank oder einem Gesellschafter.
Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Erlös zur Deckung der Fixkosten und zur Gewinnerzielung übrig bleibt.
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