In der Schweiz übliche Standard-Gliederung für Kontenpläne mit acht Hauptklassen und vierstelliger Kontonummerierung (Sterchi/Mattle/Helbling, veb.ch).
Auch bekannt als: Kontenplan KMU, Sterchi-Kontenrahmen, veb.ch-Kontenrahmen
Der Schweizer KMU-Kontenrahmen ist kein Gesetz, sondern eine etablierte Branchenkonvention. Herausgegeben wird er von Walter Sterchi, Herbert Mattle und Markus Helbling unter dem Dach des veb.ch (Schweizerischer Verband der dipl. Experten in Rechnungslegung und Controlling). Er ist 2013 in seiner aktuellen Fassung erschienen und hat die ältere Variante «KMU 96» abgelöst. Buchhaltungssoftware in der Schweiz orientiert sich nahezu durchgehend an dieser Struktur.
Der Kontenrahmen ist in acht Klassen gegliedert: Klasse 1 Aktiven, Klasse 2 Passiven, Klasse 3 Betrieblicher Ertrag aus Lieferungen und Leistungen, Klasse 4 Aufwand für Material/Waren/Dienstleistungen, Klasse 5 Personalaufwand, Klasse 6 Übriger betrieblicher Aufwand/Abschreibungen/Finanzergebnis, Klasse 7 Betrieblicher Nebenerfolg, Klasse 8 Ausserordentliches/Steuern/Jahresergebnis. Klassen 1–2 bilden die Bilanz, Klassen 3–8 die Erfolgsrechnung. Die vierstellige Nummerierung folgt einer dezimalen Systematik (z. B. 1000 Kasse, 1020 Bank, 1100 Forderungen aus L+L).
Die Mindestgliederungsvorschrift von OR 959a ist mit dem KMU-Kontenrahmen direkt abgedeckt — die Kontonummern korrespondieren mit den gesetzlichen Mindestpositionen der Bilanz und Erfolgsrechnung. Branchenspezifische Erweiterungen (Bau, Treuhand, Handel) werden auf der dritten/vierten Stelle vorgenommen, ohne die Grundstruktur zu verändern. Eine offizielle Schulversion ist auf kmu.admin.ch publiziert und wird von Berufsschulen und Treuhandausbildungen verwendet.
Rechtsgrundlage
OR Art. 959a (SR 220) (fedlex.admin.ch)Beispiel
Standard-Buchungen einer GmbH: Verkauf CHF 10'000: Soll 1100 Forderungen / Haben 3000 Produktionserlöse, 2200 MWST. Lohnzahlung: Soll 5000 Lohnaufwand / Haben 1020 Bank.
Buchführungsmethode, bei der jeder Geschäftsvorfall auf zwei Konten erfasst wird — Soll und Haben — und die zu Bilanz und Erfolgsrechnung führt.
Stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiven) und Schulden inklusive Eigenkapital (Passiven) eines Unternehmens.
Periodenbezogene Aufstellung von Aufwand und Ertrag, die den Gewinn oder Verlust eines Geschäftsjahres aufzeigt.
Vermögenswerte, die der Geschäftstätigkeit langfristig (über 12 Monate) dienen — Sachanlagen, Finanzanlagen und immaterielle Werte.
Kurzfristig (innert 12 Monaten) realisierbare Vermögenswerte wie flüssige Mittel, Forderungen, Vorräte und aktive Rechnungsabgrenzungen.
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