Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Dritten; gliedert sich nach OR 959a in kurzfristiges (Fälligkeit unter 1 Jahr) und langfristiges Fremdkapital (über 1 Jahr).
Auch bekannt als: Verbindlichkeiten, Schulden, Debt Capital
Fremdkapital bezeichnet sämtliche von Dritten zur Verfügung gestellte Mittel, die das Unternehmen rückerstatten muss. Es bildet zusammen mit dem Eigenkapital die Passivseite der Bilanz. Charakteristisch sind eine zeitlich befristete Überlassung, ein Rechtsanspruch auf Rückzahlung sowie meist eine Vergütung in Form von Zinsen.
Nach OR 959a Abs. 2 Ziff. 1 und 2 ist das Fremdkapital zwingend nach Fälligkeit zu gliedern. Das kurzfristige Fremdkapital umfasst Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten, übrige kurzfristige Verbindlichkeiten sowie passive Rechnungsabgrenzungen. Das langfristige Fremdkapital enthält langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten, übrige langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen.
Verbindlichkeiten sind nach OR 960e Abs. 1 zum Nennwert zu erfassen. Das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital (Verschuldungsgrad) ist eine zentrale Bonitätskennzahl. Banken und Lieferanten beurteilen daraus das Ausfallrisiko. Übermässiges Fremdkapital (insbesondere kurzfristiges) erhöht das Liquiditätsrisiko. Steuerlich sind Fremdkapitalzinsen anders als Dividenden grundsätzlich abzugsfähig, was den sogenannten Steuerschild-Effekt erzeugt.
Rechtsgrundlage
OR Art. 959a (SR 220) (fedlex.admin.ch)Beispiel
KMU-Bilanz Passiven: Kreditoren (2000) CHF 45'000, Kontokorrentkredit (2100) CHF 30'000, Hypothek (2400) CHF 250'000 → Fremdkapital total CHF 325'000.
Zuletzt geprüft:
Sämtliche Schulden gegenüber Dritten: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Kreditoren), Bankkredite und Hypotheken, übrige Verbindlichkeiten, passive Rechnungsabgrenzungen und Rückstellungen. Nach OR 959a wird zwingend nach Fälligkeit gegliedert: kurzfristig (unter einem Jahr) und langfristig (über einem Jahr).
Fremdkapital muss zurückbezahlt werden und wird meist verzinst; Eigenkapital steht dem Unternehmen unbefristet zur Verfügung und haftet zuerst für Verluste. Steuerlich sind Fremdkapitalzinsen als Aufwand abzugsfähig, Dividenden auf Eigenkapital dagegen nicht.
Ja. Rückstellungen sind Verpflichtungen, deren Höhe oder Fälligkeit noch ungewiss ist (OR 960e). Sie werden im Fremdkapital ausgewiesen — je nach erwartetem Mittelabfluss als kurzfristige oder langfristige Position.
Differenz zwischen Aktiven und Fremdkapital; umfasst nach OR 959a Aktien-/Stammkapital, gesetzliche und freiwillige Reserven sowie Bilanzgewinn bzw. -verlust.
Lieferant mit offener Forderung gegenüber dem Unternehmen — gleichzeitig Bezeichnung der entsprechenden Bilanzposition (Konto 2000).
Erfasst nach OR 958b im laufenden Jahr noch nicht bezahlte Aufwände der Periode oder vorausbezahlte Erträge der Folgeperiode (transitorische Passiven).
Bilanzposition für wahrscheinliche, dem Geschäftsjahr zuzurechnende künftige Mittelabflüsse, deren Höhe oder Fälligkeit noch ungewiss ist (OR 960e Abs. 2).
Stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiven) und Schulden inklusive Eigenkapital (Passiven) eines Unternehmens.
Laufendes Konto mit wechselseitigen Bewegungen, dessen Saldo sowohl eine Forderung als auch eine Schuld sein kann – etwa gegenüber der Bank oder einem Gesellschafter.
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