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Buchhaltungs-Begriffe

Grundbegriffe der Buchhaltung und Rechnungslegung — von Bilanz über Buchungssatz bis zur Jahresrechnung, mit Verweis auf das Obligationenrecht.

53 Begriffe in dieser Kategorie

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Abschreibung

Buchhaltung

Erfasst nach OR 960a Abs. 3 den nutzungs- und altersbedingten Wertverlust von Anlagevermögen erfolgswirksam und mindert den Buchwert direkt oder indirekt.

Aktive Rechnungsabgrenzung (ARA)

Buchhaltung

Erfasst nach OR 958b vor dem Bilanzstichtag bezahlte Aufwände, die wirtschaftlich erst der Folgeperiode angehören (transitorische Aktiven).

Anlagevermögen

Buchhaltung

Vermögenswerte, die der Geschäftstätigkeit langfristig (über 12 Monate) dienen — Sachanlagen, Finanzanlagen und immaterielle Werte.

Anzahlung

Buchhaltung

Eine Zahlung vor der Leistungserbringung — beim Empfänger zunächst eine Verbindlichkeit, kein Ertrag. Erst mit der Leistung wird daraus Umsatz.

Beleg

Buchhaltung

Das Dokument, das einem Geschäftsvorfall zugrunde liegt — Grundlage jeder Buchung nach dem Grundsatz «keine Buchung ohne Beleg».

Bilanz

Buchhaltung

Stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiven) und Schulden inklusive Eigenkapital (Passiven) eines Unternehmens.

Bilanzsumme

Buchhaltung

Die Summe aller Aktiven — die immer der Summe aller Passiven entspricht. Massstab für die Unternehmensgrösse und Schwellenwert für die Revisionspflicht (OR 727).

Break-even-Point

Buchhaltung

Die Gewinnschwelle: die Absatzmenge oder der Umsatz, bei dem die Erlöse sämtliche Kosten decken — darunter macht der Betrieb Verlust, darüber Gewinn.

Bruttogewinn

Buchhaltung

Der Nettoerlös abzüglich des Waren- und Materialaufwands — zeigt, was vom Umsatz übrig bleibt, bevor Personal-, Miet- und übrige Betriebskosten bezahlt sind.

Buchungsjournal

Buchhaltung

Die chronologische Aufzeichnung sämtlicher Buchungen — jede mit Datum, Belegnummer, Konten, Betrag und Text. Nach GeBüV Bestandteil des Hauptbuchs.

Buchungssatz

Buchhaltung

Die formalisierte Anweisung, welches Konto im Soll und welches im Haben gebucht wird — nach dem Prinzip «Soll an Haben».

Buchwert

Buchhaltung

Wert, mit dem ein Aktivum in der Bilanz steht: Anschaffungskosten abzüglich aufgelaufener Abschreibungen und Wertberichtigungen.

Debitor

Buchhaltung

Kunde mit offener Forderung gegenüber dem Unternehmen — gleichzeitig Bezeichnung der entsprechenden Bilanzposition (Konto 1100).

Deckungsbeitrag

Buchhaltung

Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Erlös zur Deckung der Fixkosten und zur Gewinnerzielung übrig bleibt.

Delkredere

Buchhaltung

Wertberichtigung auf dem Debitorenbestand für das Risiko von Zahlungsausfällen; kann einzeln oder pauschal gebildet werden.

Doppelte Buchhaltung

Buchhaltung

Buchführungsmethode, bei der jeder Geschäftsvorfall auf zwei Konten erfasst wird — Soll und Haben — und die zu Bilanz und Erfolgsrechnung führt.

EBIT

Buchhaltung

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern («Earnings Before Interest and Taxes») — zeigt, wie profitabel das eigentliche Geschäft ist, unabhängig von Finanzierung und Steuersituation.

EBITDA

Buchhaltung

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen («Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization») — zeigt die operative Ertragskraft ohne Investitions- und Finanzierungseffekte.

Eigenkapital

Buchhaltung

Differenz zwischen Aktiven und Fremdkapital; umfasst nach OR 959a Aktien-/Stammkapital, gesetzliche und freiwillige Reserven sowie Bilanzgewinn bzw. -verlust.

Eigenkapitalquote

Buchhaltung

Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital (Bilanzsumme), in Prozent. Zentrale Kennzahl für die finanzielle Stabilität — je höher, desto unabhängiger von Gläubigern.

Einfache Buchhaltung

Buchhaltung

Vereinfachte Form der Rechnungslegung — umgangssprachlich Milchbüechli-Rechnung — mit Erfassung von Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage; zulässig für Einzelfirmen unter CHF 500'000 Umsatz.

Erfolgsrechnung

Buchhaltung

Periodenbezogene Aufstellung von Aufwand und Ertrag, die den Gewinn oder Verlust eines Geschäftsjahres aufzeigt.

Eröffnungsbilanz

Buchhaltung

Die Bilanz zu Beginn eines Geschäftsjahres oder bei der Gründung — sie muss der Schlussbilanz des Vorjahres entsprechen (Bilanzkontinuität).

Fixkosten

Buchhaltung

Kosten, die unabhängig von der produzierten Menge oder dem Umsatz anfallen — etwa Miete, Versicherungen, Abschreibungen und fixe Löhne. Gegenstück der variablen Kosten.

Forderungsverlust

Buchhaltung

Der definitive Ausfall einer Kundenforderung — etwa nach Konkurs oder Verlustschein. Er wird als Aufwand gebucht; die abgerechnete MWST kann korrigiert werden.

Fremdkapital

Buchhaltung

Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Dritten; gliedert sich nach OR 959a in kurzfristiges (Fälligkeit unter 1 Jahr) und langfristiges Fremdkapital (über 1 Jahr).

Geldflussrechnung

Buchhaltung

Rechnung, die die Veränderung der flüssigen Mittel getrennt nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit zeigt; Pflicht für grössere Unternehmen nach OR Art. 961b.

Gemeinkosten

Buchhaltung

Kosten, die sich keinem einzelnen Produkt oder Auftrag direkt zurechnen lassen — etwa Miete, Verwaltung oder IT — und darum über Zuschläge oder Kostenstellen verteilt werden.

Geschäftsjahr

Buchhaltung

Der Zeitraum, für den ein Unternehmen seine Buchführung abschliesst und die Jahresrechnung erstellt — meist zwölf Monate, oft das Kalenderjahr.

Gewinnvortrag

Buchhaltung

Der Teil des Vorjahresgewinns, der weder ausgeschüttet noch den Reserven zugewiesen wurde und auf die neue Rechnung vorgetragen wird — eine Eigenkapital-Position der Bilanz (OR 959a).

Hauptbuch

Buchhaltung

Das zentrale Buch der doppelten Buchhaltung: Nach GeBüV besteht es aus den Konten (sachlogische Gliederung) und dem Journal (chronologische Erfassung aller Buchungen).

Inventar

Buchhaltung

Vollständiges Bestandesverzeichnis aller Aktiven und Passiven zum Stichtag; weist nach OR Art. 958c Abs. 2 die einzelnen Bilanzpositionen nach.

Jahresrechnung

Buchhaltung

Der jährliche Rechnungsabschluss eines Unternehmens, bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung und — je nach Grösse — Anhang.

Kassenbuch

Buchhaltung

Die chronologische Aufzeichnung aller Bargeldbewegungen mit laufendem Kassensaldo. Bei bargeldintensiven Betrieben verlangt die Praxis der Steuerbehörden eine tägliche, kassensturzfähige Führung.

KMU-Kontenrahmen

Buchhaltung

In der Schweiz übliche Standard-Gliederung für Kontenpläne mit acht Hauptklassen und vierstelliger Kontonummerierung (Sterchi/Mattle/Helbling, veb.ch).

Kontokorrent

Buchhaltung

Laufendes Konto mit wechselseitigen Bewegungen, dessen Saldo sowohl eine Forderung als auch eine Schuld sein kann – etwa gegenüber der Bank oder einem Gesellschafter.

Kostenstelle

Buchhaltung

Ein abgegrenzter Unternehmensbereich, dem Kosten separat zugeordnet werden — etwa Werkstatt, Laden oder Administration. Beantwortet die Frage: Wo im Betrieb entstehen die Kosten?

Kreditor

Buchhaltung

Lieferant mit offener Forderung gegenüber dem Unternehmen — gleichzeitig Bezeichnung der entsprechenden Bilanzposition (Konto 2000).

Liquidität

Buchhaltung

Die Fähigkeit eines Unternehmens, fällige Rechnungen jederzeit bezahlen zu können — gemessen mit den Liquiditätsgraden 1 bis 3 aus der Bilanz.

Mahnwesen

Buchhaltung

Geordneter Ablauf zur Eintreibung überfälliger Forderungen; rechtlich relevant ist OR 102 — ohne Verfalltag tritt der Schuldnerverzug erst durch Mahnung des Gläubigers ein.

Offene Posten

Buchhaltung

Alle noch nicht beglichenen Rechnungen — ausstehende Kundenzahlungen (Debitoren) und unbezahlte Lieferantenrechnungen (Kreditoren). Die OP-Liste ist das zentrale Kontrollinstrument dafür.

Passive Rechnungsabgrenzung (PRA)

Buchhaltung

Erfasst nach OR 958b im laufenden Jahr noch nicht bezahlte Aufwände der Periode oder vorausbezahlte Erträge der Folgeperiode (transitorische Passiven).

Periodengerechtigkeit

Buchhaltung

Grundsatz nach OR Art. 958b, Aufwand und Ertrag jener Rechnungsperiode zuzurechnen, in der sie wirtschaftlich anfallen – unabhängig vom Zahlungszeitpunkt.

Reingewinn

Buchhaltung

Der Gewinn nach Abzug sämtlicher Aufwände inklusive Zinsen und Steuern — das Schlussergebnis der Erfolgsrechnung. Bei juristischen Personen zugleich Ausgangsgrösse der Gewinnsteuer.

Rücklage

Buchhaltung

Umgangssprachlich für Reserven – einbehaltene Gewinne im Eigenkapital; nicht zu verwechseln mit der Rückstellung (ungewisse Verpflichtung im Fremdkapital).

Rückstellung

Buchhaltung

Bilanzposition für wahrscheinliche, dem Geschäftsjahr zuzurechnende künftige Mittelabflüsse, deren Höhe oder Fälligkeit noch ungewiss ist (OR 960e Abs. 2).

Skonto

Buchhaltung

Ein Preisnachlass für rasche Zahlung einer Rechnung — typisch 2–3 % des Rechnungsbetrags bei Zahlung innert kurzer Frist.

Soll und Haben

Buchhaltung

Die zwei Seiten jedes Kontos in der doppelten Buchhaltung: Soll ist die linke, Haben die rechte Seite. Jede Buchung berührt mindestens ein Konto im Soll und eines im Haben.

Stille Reserven

Buchhaltung

Nicht aus der Bilanz ersichtliches Eigenkapital, das durch Unterbewertung von Aktiven oder Überbewertung von Verbindlichkeiten entsteht.

Umlaufvermögen

Buchhaltung

Kurzfristig (innert 12 Monaten) realisierbare Vermögenswerte wie flüssige Mittel, Forderungen, Vorräte und aktive Rechnungsabgrenzungen.

Umsatz

Buchhaltung

Der Wert aller verkauften Lieferungen und Leistungen einer Periode — vor Abzug jeglicher Kosten. Umsatz ist nicht Gewinn.

Variable Kosten

Buchhaltung

Kosten, die mit der produzierten oder verkauften Menge steigen und sinken — etwa Material, Handelswaren, Fremdleistungen und mengenabhängige Löhne.

Wertberichtigung

Buchhaltung

Erfasst nach OR Art. 960a Abs. 3 ungeplante, ausserordentliche Wertverluste eines Aktivums – im Gegensatz zur planmässigen, nutzungsbedingten Abschreibung.

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