Zum Hauptinhalt springen
Alle Begriffe

MWST-Pflicht

Eintragungspflicht im MWST-Register; tritt ein, sobald ein Unternehmen im In- und Ausland aus nicht ausgenommenen Leistungen einen Jahresumsatz von mindestens CHF 100'000 erzielt.

Auch bekannt als: Subjektive Steuerpflicht, Mehrwertsteuerpflicht

Definition

Nach Art. 10 MWSTG ist steuerpflichtig, wer ein Unternehmen betreibt, also eine auf die nachhaltige Erzielung von Einnahmen ausgerichtete berufliche oder gewerbliche Tätigkeit selbstständig ausübt und unter eigenem Namen nach aussen auftritt. Von der Steuerpflicht befreit ist, wer im In- und Ausland innerhalb eines Jahres weniger als CHF 100'000 Umsatz aus Leistungen erzielt, die nicht von der Steuer ausgenommen sind (Art. 10 Abs. 2 Bst. a MWSTG).

Massgebend ist der Umsatz im In- und Ausland aus steuerbaren und aus von der Steuer befreiten Leistungen (z. B. Exporte); Umsätze aus von der Steuer ausgenommenen Leistungen (z. B. Bildung, Heilbehandlungen, Versicherungen) zählen nicht zur Schwelle. Für nicht gewinnstrebige, ehrenamtlich geführte Sport- oder Kulturvereine und gemeinnützige Organisationen liegt die Schwelle bei CHF 250'000 (Art. 10 Abs. 2 Bst. c MWSTG).

Die Befreiung endet, sobald der Umsatz im letzten Geschäftsjahr die Grenze erreicht hat oder absehbar ist, dass sie innerhalb von 12 Monaten nach Aufnahme oder Ausweitung der Tätigkeit überschritten wird (Art. 14 Abs. 3 MWSTG). Anmelden muss man sich innert 30 Tagen nach Beginn der Steuerpflicht schriftlich bei der ESTV (Art. 66 Abs. 1 MWSTG). Auch unterhalb der Schwelle kann man auf die Befreiung von der Steuerpflicht verzichten und sich eintragen lassen (Art. 11 MWSTG), mindestens für eine Steuerperiode. Das kann sich etwa für vorsteuerintensive Start-ups oder Exporteure lohnen, die den Vorsteuerabzug nutzen wollen. Davon zu unterscheiden ist die Option nach Art. 22 MWSTG: Mit ihr versteuert eine bereits steuerpflichtige Person einzelne von der Steuer ausgenommene Leistungen freiwillig.

Beispiel

Ein selbständiger Webentwickler erzielt im Geschäftsjahr 2026 erstmals CHF 112'000 Umsatz. Damit endet seine Befreiung nach Ablauf dieses Geschäftsjahres (Art. 14 Abs. 3 MWSTG); er meldet sich innert 30 Tagen nach Beginn der Steuerpflicht bei der ESTV an (Art. 66 Abs. 1 MWSTG).

Zuletzt geprüft:

Häufige Fragen

Ab welchem Umsatz ist man MWST-pflichtig?

Ab einem Jahresumsatz im In- und Ausland von CHF 100'000 aus nicht ausgenommenen Leistungen. Für ehrenamtlich geführte Sport- und Kulturvereine sowie gemeinnützige Organisationen liegt die Schwelle bei CHF 250'000.

Kann ich mich freiwillig der MWST unterstellen?

Ja. Auch unterhalb von CHF 100'000 Umsatz kann man auf die Befreiung von der Steuerpflicht verzichten (Art. 11 MWSTG), frühestens auf den Beginn der laufenden Steuerperiode (Art. 14 Abs. 4 MWSTG) und mindestens für eine Steuerperiode. Das lohnt sich vor allem für vorsteuerintensive Start-ups und Exporteure, die den Vorsteuerabzug nutzen wollen.

Mehr als nur eine Definition?

Mit Pfeffersack automatisierst du Buchhaltung, MWST-Abrechnung und Rechnungen komplett. Starte kostenlos – keine Kreditkarte erforderlich.

MWST-Pflicht Schweiz: ab CHF 100'000, MWSTG 10 | Pfeffersack