Periodenbezogene Aufstellung von Aufwand und Ertrag, die den Gewinn oder Verlust eines Geschäftsjahres aufzeigt.
Auch bekannt als: Gewinn- und Verlustrechnung, GuV
Die Erfolgsrechnung — international auch als Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) bekannt — bildet zusammen mit der Bilanz und dem Anhang den Jahresabschluss eines Schweizer Unternehmens. Sie stellt sämtliche Erträge (Umsatz, sonstige Erträge) den Aufwendungen (Material, Personal, Abschreibungen, Zinsen) gegenüber und ermittelt so das Periodenergebnis.
Das Schweizer Obligationenrecht schreibt in OR Art. 959b eine Mindestgliederung vor. Die Erfolgsrechnung kann als Produktionserfolgsrechnung (Gesamtkostenverfahren) oder als Absatzerfolgsrechnung (Umsatzkostenverfahren) aufgebaut sein. Am weitesten verbreitet ist die Produktionserfolgsrechnung mit Gliederung nach Aufwandarten.
Die beiden Formen unterscheiden sich darin, wie der Aufwand gruppiert wird. Die Produktionserfolgsrechnung umfasst mindestens elf Positionen und gliedert nach Arten: Materialaufwand, Personalaufwand, übriger betrieblicher Aufwand, Abschreibungen; Veränderungen der Bestände an Erzeugnissen und nicht fakturierten Dienstleistungen erscheinen separat als Bestandesänderungen. Die Absatzerfolgsrechnung umfasst mindestens acht Positionen und gliedert nach Funktionen: Anschaffungs- oder Herstellungskosten der verkauften Produkte und Leistungen sowie Verwaltungs- und Vertriebsaufwand. Personalaufwand sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen, die dort in den Funktionskosten aufgehen, sind zusätzlich im Anhang auszuweisen. In beiden Formen steht jede Mindestposition einzeln und in der gesetzlich vorgegebenen Reihenfolge.
Die Mindestgliederung ist eine Untergrenze: Weitere Positionen sind in der Erfolgsrechnung oder im Anhang einzeln auszuweisen, wenn sie für die Beurteilung der Ertragslage durch Dritte wesentlich oder aufgrund der Tätigkeit des Unternehmens üblich sind. Dargestellt wird in Konto- oder Staffelform; Positionen ohne oder mit nur unwesentlichem Wert brauchen nicht separat aufgeführt zu werden, und neben den Zahlen des Geschäftsjahres stehen die Vorjahreswerte (OR Art. 958d). Auch der KMU-Kontenrahmen gliedert den Aufwand nach Arten (Klasse 4 Material, Waren und Dienstleistungen, Klasse 5 Personal, Klasse 6 übriger betrieblicher Aufwand, Abschreibungen und Finanzergebnis) und passt damit direkt zur Produktionserfolgsrechnung.
Im Gegensatz zur Bilanz (Stichtag) ist die Erfolgsrechnung periodenbezogen — sie deckt typischerweise ein Geschäftsjahr ab. Der Saldo (Gewinn oder Verlust) wird in die Bilanz übertragen und erhöht bzw. reduziert das Eigenkapital.
Rechtsgrundlage
OR Art. 959b (fedlex.admin.ch)Beispiel
Ertrag CHF 200'000 − Aufwand CHF 175'000 = Gewinn CHF 25'000. In der Produktionserfolgsrechnung setzt sich der Aufwand etwa so zusammen: Material CHF 60'000, Personal CHF 80'000, übriger betrieblicher Aufwand CHF 20'000, Abschreibungen CHF 10'000, Finanzaufwand CHF 2'000, direkte Steuern CHF 3'000. Ohne Bestandesänderungen zeigt die Absatzerfolgsrechnung dieselben CHF 175'000 nach Funktionen: Herstellungskosten der verkauften Leistungen CHF 135'000 (Material, Produktionslöhne CHF 65'000, Abschreibungen), Verwaltung und Vertrieb CHF 35'000 (übrige Löhne CHF 15'000, übriger Aufwand), Finanzaufwand CHF 2'000, direkte Steuern CHF 3'000; Personalaufwand (CHF 80'000) und Abschreibungen (CHF 10'000) nennt sie im Anhang. In beiden Formen bleibt es bei CHF 25'000. Dieser Gewinn fliesst als Reserve oder Vortrag ins Eigenkapital der Bilanz.
Zuletzt geprüft:
Die Erfolgsrechnung — international auch Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) genannt — ist eine periodenbezogene Aufstellung von Aufwand und Ertrag, die den Gewinn oder Verlust eines Geschäftsjahres aufzeigt. Sie stellt sämtliche Erträge den Aufwendungen gegenüber und bildet zusammen mit der Bilanz und dem Anhang den Jahresabschluss eines Schweizer Unternehmens.
Im Gegensatz zur Bilanz, die einen Stichtag abbildet, ist die Erfolgsrechnung periodenbezogen und deckt typischerweise ein Geschäftsjahr ab. Der Saldo der Erfolgsrechnung — Gewinn oder Verlust — wird in die Bilanz übertragen und erhöht bzw. reduziert das Eigenkapital.
Die Produktionserfolgsrechnung (Gesamtkostenverfahren) gliedert den Aufwand nach Arten — Material, Personal, übriger betrieblicher Aufwand, Abschreibungen — und ist die am weitesten verbreitete Form. Die Absatzerfolgsrechnung (Umsatzkostenverfahren) gliedert nach Funktionen, also Anschaffungs- oder Herstellungskosten der verkauften Produkte und Leistungen sowie Verwaltungs- und Vertriebsaufwand; Personalaufwand und Abschreibungen stehen dann zusätzlich im Anhang. Der Jahresgewinn ist in beiden Darstellungen derselbe.
Die Mindestgliederung gilt für Unternehmen mit Pflicht zur Rechnungslegung nach OR Art. 957 Abs. 1 — etwa GmbH und AG sowie Einzelfirmen und Personengesellschaften ab CHF 500'000 Umsatzerlös im letzten Geschäftsjahr. In der Produktionserfolgsrechnung sind es elf Positionen, je einzeln und in dieser Reihenfolge: 1. Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen; 2. Bestandesänderungen an Erzeugnissen und nicht fakturierten Dienstleistungen; 3. Materialaufwand; 4. Personalaufwand; 5. übriger betrieblicher Aufwand; 6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf dem Anlagevermögen; 7. Finanzaufwand und Finanzertrag; 8. betriebsfremder Aufwand und Ertrag; 9. ausserordentlicher, einmaliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag; 10. direkte Steuern; 11. Jahresgewinn oder Jahresverlust. Die Absatzerfolgsrechnung ersetzt die Positionen 2 bis 6 durch Anschaffungs- oder Herstellungskosten der verkauften Produkte und Leistungen sowie Verwaltungs- und Vertriebsaufwand und kommt so auf acht. Positionen ohne oder mit nur unwesentlichem Wert müssen nicht separat aufgeführt werden.
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