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Buchhaltung

Eigenkapital

Differenz zwischen Aktiven und Fremdkapital; umfasst nach OR 959a Aktien-/Stammkapital, gesetzliche und freiwillige Reserven sowie Bilanzgewinn bzw. -verlust.

Auch bekannt als: Eigene Mittel, Reinvermögen, Equity

Definition

Das Eigenkapital wird auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen und stellt die Reinvermögensposition der Unternehmung dar. Es entsteht durch Einlagen der Inhaber/Aktionäre und durch einbehaltene Gewinne (Selbstfinanzierung). Im Gegensatz zum Fremdkapital ist das Eigenkapital unbefristet zur Verfügung gestellt und wird im Konkursfall nachrangig bedient.

Nach OR 959a Abs. 2 Ziff. 3 muss das Eigenkapital bei juristischen Personen mindestens folgende Positionen einzeln ausweisen: Grund-, Gesellschafter- oder Stiftungskapital (gegebenenfalls separat nach Beteiligungskategorien), gesetzliche Kapitalreserve, gesetzliche Gewinnreserve, freiwillige Gewinnreserven oder kumulierte Verluste als Minusposten sowie eigene Kapitalanteile als Minusposten. Bei der Einzelfirma erscheint stattdessen ein einziges Konto «Eigenkapital Inhaber».

Eigenkapital dient als Haftungssubstrat und Bonitätskennziffer. Eine Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Bilanzsumme) von 30–40 % gilt für Schweizer KMU als gesund. Sinkt das Eigenkapital unter die Hälfte des Aktienkapitals plus gesetzliche Reserven, liegt nach OR 725a ein Kapitalverlust mit Anzeigepflicht an die Generalversammlung vor; bei Überschuldung greifen die Pflichten von OR 725b.

Beispiel

Bilanz GmbH: Aktiven CHF 350'000, Fremdkapital CHF 200'000 → Eigenkapital CHF 150'000 (Stammkapital 2800: CHF 20'000 + Reserven 2900: CHF 80'000 + Bilanzgewinn 2979: CHF 50'000).

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