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BVG-Pensionskasse

Das BVG regelt die obligatorische berufliche Vorsorge, die zweite Säule: Arbeitnehmende mit mehr als CHF 22'680 Jahreslohn bei einem Arbeitgeber (ab 2027: CHF 23'040) sind bei einer Pensionskasse gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Tod und Invalidität versichert.

Auch bekannt als: Berufliche Vorsorge, Zweite Säule, Pensionskasse

Definition

BVG steht für das «Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge» vom 25. Juni 1982 (SR 831.40). Es regelt die zweite Säule: Die Leistungen der Pensionskasse sollen im Alter, bei Tod oder Invalidität zusammen mit AHV und IV die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise erlauben (Art. 1 BVG). Obligatorisch versichert sind nach Art. 7 BVG Arbeitnehmende, die bei einem Arbeitgeber einen AHV-pflichtigen Jahreslohn von mehr als CHF 22'680 beziehen, ab 1. Januar 2027 von mehr als CHF 23'040. Der Schutz beginnt am 1. Januar nach dem 17. Geburtstag für die Risiken Tod und Invalidität; ab dem 1. Januar nach dem 24. Geburtstag kommt die Versicherung für das Alter dazu.

Die Grenzbeträge des BVG kann der Bundesrat den Erhöhungen der minimalen AHV-Altersrente anpassen (Art. 9 BVG). Das hat er am 2. Oktober 2026 auf den 1. Januar 2027 getan (Art. 5 BVV 2, AS 2026 547); 2026 gelten noch die bisherigen Werte. Die Eintrittsschwelle steigt von CHF 22'680 auf CHF 23'040, der Koordinationsabzug von CHF 26'460 auf CHF 26'880, der obere Grenzbetrag von CHF 90'720 auf CHF 92'160 und der minimale koordinierte Lohn von CHF 3'780 auf CHF 3'840 (Art. 7 und 8 BVG). Versichert ist nicht der ganze Lohn, sondern der koordinierte Lohn, also der Teil des Jahreslohns zwischen Koordinationsabzug und oberem Grenzbetrag: 2026 höchstens CHF 64'260, ab 2027 höchstens CHF 65'280.

Das Altersguthaben baut die Pensionskasse aus den jährlichen Altersgutschriften samt Zinsen auf (Art. 15 BVG); den Mindestzins legt der Bundesrat fest. Die gesetzlichen Altersgutschriften betragen nach Art. 16 BVG 7 % des koordinierten Lohns für 25- bis 34-Jährige, 10 % für 35- bis 44-Jährige, 15 % für 45- bis 54-Jährige und 18 % für 55- bis 65-Jährige. Bei Erreichen des Referenzalters rechnet die Pensionskasse das Altersguthaben in eine Altersrente um. Für den obligatorischen Teil gilt im Referenzalter 65 ein Mindestumwandlungssatz von 6.8 % (Art. 14 BVG): Aus CHF 300'000 obligatorischem Altersguthaben werden mindestens CHF 20'400 Altersrente im Jahr.

Die BVG-Beiträge legt die Pensionskasse in ihrem Reglement fest. Der Arbeitgeber muss mindestens gleich viel bezahlen wie alle seine Arbeitnehmenden zusammen (Art. 66 Abs. 1 BVG). Diese Parität gilt für die Summe aller Arbeitnehmenden, nicht zwingend für jede einzelne Person; wie die Beiträge auf die Einzelnen verteilt werden, bestimmt das Reglement. Der Arbeitgeber schuldet der Pensionskasse die gesamten Beiträge und zieht den Anteil der Arbeitnehmenden vom Lohn ab (Art. 66 Abs. 2 und 3 BVG); dieser Lohnabzug heisst im Alltag BVG-Abzug. Ihr Beitragssystem regelt die Kasse selbst (Art. 65 Abs. 2 BVG); neben dem Sparbeitrag für die Altersgutschriften finanziert es auch die Leistungen bei Tod und Invalidität. Deshalb ist der BVG-Abzug von Kasse zu Kasse verschieden.

Selbständigerwerbende sind nicht obligatorisch versichert, ausser der Bundesrat unterstellt ihre Berufsgruppe auf Antrag des Berufsverbands (Art. 3 BVG). Sie können sich freiwillig versichern (Art. 4 Abs. 1 BVG), bei der Vorsorgeeinrichtung ihres Berufs oder ihrer Arbeitnehmenden, sonst bei der Auffangeinrichtung (Art. 44 BVG). Für die freiwillige Versicherung gelten die Einkommensgrenzen von Art. 8 BVG sinngemäss, also auch der Koordinationsabzug (Art. 4 Abs. 2 BVG). Stattdessen können sich Selbständige auch nur in der weitergehenden, überobligatorischen Vorsorge versichern (Art. 4 Abs. 3 BVG). Ohne Pensionskasse dürfen sie in die Säule 3a bis 20 % ihres Erwerbseinkommens einzahlen, bis zu einem höheren Höchstbetrag als Personen mit Pensionskasse (Art. 7 BVV 3).

Beispiel

Eine 40-jährige Angestellte verdient 2026 CHF 80'000 brutto im Jahr, im Folgejahr gleich viel; ihre gesetzliche Altersgutschrift beträgt in beiden Jahren 10 % des koordinierten Lohns. 2026: CHF 80'000 − CHF 26'460 = CHF 53'540 koordinierter Lohn, Altersgutschrift CHF 5'354 im Jahr. Teilt das Reglement den Sparbeitrag je zur Hälfte, zieht ihr der Arbeitgeber CHF 2'677 im Jahr ab, bei zwölf Monatslöhnen CHF 223.08 im Monat. 2027: CHF 80'000 − CHF 26'880 = CHF 53'120, Altersgutschrift CHF 5'312, ihr Anteil CHF 2'656 im Jahr oder CHF 221.33 im Monat. Weil der Koordinationsabzug steigt, sinkt ihr Sparabzug bei gleichem Lohn um CHF 1.75 im Monat. Gerechnet nur mit der gesetzlichen Altersgutschrift; dazu kommen die Beiträge, die das Reglement für Tod und Invalidität vorsieht, und allenfalls höhere Sparbeiträge.

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Häufige Fragen

Was heisst BVG ausgeschrieben?

BVG ist die Abkürzung für das «Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge» vom 25. Juni 1982, in der Systematischen Rechtssammlung unter SR 831.40. Es regelt die obligatorische zweite Säule. Im Alltag steht «BVG» auch für die Pensionskasse selbst oder für den Lohnabzug, mit dem Arbeitnehmende ihren Anteil an den Beiträgen bezahlen.

Wie funktioniert die Pensionskasse?

Arbeitgeber und Arbeitnehmende zahlen Beiträge an die Pensionskasse. Sie schreibt jeder versicherten Person jährlich eine Altersgutschrift von 7 bis 18 % des koordinierten Lohns gut (Art. 16 BVG) und verzinst das obligatorische Altersguthaben mindestens zum Mindestzins, den der Bundesrat festlegt (Art. 15 BVG). Bei Tod oder Invalidität zahlt sie Hinterlassenen- oder Invalidenleistungen. Im Referenzalter rechnet sie das Guthaben in eine Altersrente um, für den obligatorischen Teil mit einem Umwandlungssatz von mindestens 6.8 % (Art. 14 BVG).

Ab welchem Lohn ist ein Mitarbeiter BVG-versichert?

Ab einem AHV-pflichtigen Jahreslohn von mehr als CHF 22'680 beim selben Arbeitgeber, ab 1. Januar 2027 von mehr als CHF 23'040 (Art. 7 BVG). Versichert ist er ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag zunächst für die Risiken Tod und Invalidität, ab dem 1. Januar nach dem 24. Geburtstag auch für das Alter. Wer bei mehreren Arbeitgebern arbeitet und nur zusammen mehr als die Eintrittsschwelle verdient, kann sich freiwillig versichern (Art. 46 BVG).

Wie hoch ist der BVG-Abzug vom Lohn?

Das hängt vom Alter, vom koordinierten Lohn und vom Reglement der Pensionskasse ab. Der Arbeitgeber zahlt mindestens gleich viel wie alle seine Arbeitnehmenden zusammen (Art. 66 Abs. 1 BVG) und zieht ihren Anteil vom Lohn ab. Beispiel mit CHF 80'000 Jahreslohn, gesetzlicher Altersgutschrift von 10 % (35 bis 44 Jahre) und hälftiger Teilung: Der Sparabzug beträgt 2026 CHF 223.08 und 2027 CHF 221.33 im Monat. Dazu kommen die Beiträge, die das Reglement für Tod und Invalidität vorsieht.

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BVG 2026/2027: Abzug, Beiträge, Grenzbeträge | Pfeffersack