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Recht

Einzelfirma

Von einer natürlichen Person allein geführte Unternehmung mit unbeschränkter persönlicher Haftung; ab CHF 100'000 Jahresumsatz besteht Eintragungspflicht im Handelsregister.

Auch bekannt als: Einzelunternehmen, Einzelunternehmung

Definition

Die Einzelfirma — juristisch korrekt Einzelunternehmen — ist die einfachste und in der Schweiz häufigste Rechtsform. Sie entsteht formlos durch die Aufnahme einer auf Erwerb gerichteten Tätigkeit; weder Gründungskapital noch öffentliche Beurkundung sind erforderlich. Die Einzelfirma besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit, der Inhaber haftet mit seinem gesamten Geschäfts- und Privatvermögen unbeschränkt für Verbindlichkeiten.

Die Firmenbildung richtet sich nach OR Art. 945: Der Familienname des Inhabers muss zwingend Bestandteil der Firma sein. Zusätze wie Branchenbezeichnungen oder Fantasiebezeichnungen sind erlaubt. Eintragung im Handelsregister ist Pflicht ab einem Jahresumsatz von CHF 100'000; darunter ist sie freiwillig, schafft aber Firmenschutz im Sitz-Bezirk.

Steuerlich wird der Gewinn der Einzelfirma direkt beim Inhaber als Einkommen erfasst (kein separater Steuersubjekt-Status). Der Inhaber zahlt AHV/IV/EO als Selbständigerwerbender und ist nicht obligatorisch BVG-versichert. Buchführungspflicht entsteht ab CHF 500'000 Umsatz (Art. 957 OR); darunter genügt die einfache Buchhaltung. Die Einzelfirma eignet sich besonders für Freelancer, Handwerker und Kleinstgewerbe.

Beispiel

Maler «Hans Müller, Malergeschäft» erzielt CHF 240'000 Umsatz und CHF 95'000 Gewinn. Er ist als Einzelfirma im HR Bern eingetragen, zahlt rund 10 % AHV auf den Gewinn (CHF 9'500) und versteuert die CHF 95'000 als Einkommen.

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