Laufendes Konto mit wechselseitigen Bewegungen, dessen Saldo sowohl eine Forderung als auch eine Schuld sein kann – etwa gegenüber der Bank oder einem Gesellschafter.
Auch bekannt als: Laufende Rechnung, Kontokorrentkonto, Current Account
Ein Kontokorrent (laufende Rechnung) ist ein Konto, auf dem fortlaufend Belastungen und Gutschriften verbucht werden und dessen Saldo je nach Bewegungen aktiv (Guthaben) oder passiv (Schuld) sein kann. Typische Beispiele sind das Bankkontokorrent, über das der Zahlungsverkehr läuft, sowie Kontokorrentkonten gegenüber Gesellschaftern, verbundenen Unternehmen oder Lieferanten.
Im KMU-Kontenrahmen wird das Kontokorrent je nach Saldo im Umlaufvermögen (Aktivsaldo, z. B. Kontokorrent Bank) oder im Fremdkapital (Passivsaldo, z. B. Kontokorrent Gesellschafter als Verbindlichkeit) ausgewiesen. Ein Kontokorrentkredit der Bank ist eine flexible, kurzfristige Kreditlinie, die bis zu einem Limit beansprucht werden kann und verzinst wird.
Besondere Beachtung verlangt das Kontokorrent gegenüber dem Aktionär oder Gesellschafter: Gewährt die Gesellschaft dem Inhaber ein zinsloses oder zu günstiges Darlehen über das Kontokorrent, kann die Steuerverwaltung eine geldwerte Leistung annehmen und Verrechnungssteuer sowie Einkommenssteuer erheben. Die ESTV veröffentlicht dazu jährlich Mindestzinssätze.
Beispiel
Ein GmbH-Gesellschafter bezieht übers Jahr CHF 30'000 privat und zahlt CHF 12'000 zurück. Das Konto «Kontokorrent Gesellschafter» weist einen Passivsaldo von CHF 18'000 aus – eine Verbindlichkeit der Gesellschaft ist es aber nur, wenn der Saldo zugunsten des Gesellschafters steht; andernfalls ist es eine Forderung.
Zuletzt geprüft:
Beides ist möglich. Der Saldo eines Kontokorrents kann je nach Bewegungen aktiv (Guthaben, Umlaufvermögen) oder passiv (Schuld, Fremdkapital) sein. Deshalb wird er zum Bilanzstichtag nach seinem tatsächlichen Vorzeichen ausgewiesen.
Zinslose oder zu günstige Darlehen an den Gesellschafter können als geldwerte Leistung gelten und Verrechnungssteuer sowie Einkommenssteuer auslösen. Massgebend sind die jährlich publizierten ESTV-Mindestzinssätze.
Kurzfristig (innert 12 Monaten) realisierbare Vermögenswerte wie flüssige Mittel, Forderungen, Vorräte und aktive Rechnungsabgrenzungen.
Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Dritten; gliedert sich nach OR 959a in kurzfristiges (Fälligkeit unter 1 Jahr) und langfristiges Fremdkapital (über 1 Jahr).
In der Schweiz übliche Standard-Gliederung für Kontenpläne mit acht Hauptklassen und vierstelliger Kontonummerierung (Sterchi/Mattle/Helbling, veb.ch).
Eine Quellensteuer des Bundes von 35 % auf Kapitalerträgen wie Dividenden und Zinsen, die bei korrekter Deklaration zurückgefordert werden kann.
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