Die Fähigkeit eines Unternehmens, fällige Rechnungen jederzeit bezahlen zu können — gemessen mit den Liquiditätsgraden 1 bis 3 aus der Bilanz.
Auch bekannt als: Zahlungsfähigkeit, Liquiditätsgrad
Liquidität bezeichnet die Zahlungsfähigkeit: Kann der Betrieb Löhne, Lieferanten, Miete und Steuern bezahlen, wenn sie fällig werden? Mehr KMU geraten wegen fehlender Liquidität in Schwierigkeiten als wegen fehlender Rentabilität — ein profitabler Betrieb kann illiquid werden, wenn Kunden zu spät zahlen oder Gewinne in Lager und Anlagen gebunden sind.
Gemessen wird die Liquidität mit drei Kennzahlen aus der Bilanz. Liquiditätsgrad 1 (Cash Ratio): flüssige Mittel geteilt durch kurzfristiges Fremdkapital. Liquiditätsgrad 2 (Quick Ratio): flüssige Mittel plus Forderungen, geteilt durch kurzfristiges Fremdkapital — als Richtwert gilt verbreitet mindestens 100 %. Liquiditätsgrad 3 (Current Ratio): gesamtes Umlaufvermögen geteilt durch kurzfristiges Fremdkapital, Richtwert verbreitet 150–200 %.
Richtwerte sind Faustregeln, keine Normen — entscheidend ist das Geschäftsmodell: Ein Betrieb mit sofortiger Barzahlung braucht weniger Reserve als einer, der auf Rechnung mit 30 Tagen Frist liefert. Aktiv steuern lässt sich die Liquidität über konsequentes Fakturieren, Zahlungserinnerungen, realistische Zahlungsfristen und einen Blick auf offene Posten.
Beispiel
Flüssige Mittel CHF 20'000, Forderungen CHF 30'000, kurzfristiges Fremdkapital CHF 40'000. Liquiditätsgrad 2: (20'000 + 30'000) ÷ 40'000 = 125 % — die kurzfristigen Schulden sind gedeckt.
Zuletzt geprüft:
Grad 1: flüssige Mittel ÷ kurzfristiges Fremdkapital. Grad 2: (flüssige Mittel + Forderungen) ÷ kurzfristiges Fremdkapital — verbreiteter Richtwert: mindestens 100 %. Grad 3: Umlaufvermögen ÷ kurzfristiges Fremdkapital — Richtwert 150–200 %. Alle Werte stammen direkt aus der Bilanz.
Weil Gewinn und Geldfluss zwei verschiedene Dinge sind: Der Gewinn entsteht mit der Rechnungsstellung, das Geld kommt erst mit der Zahlung. Wer viel auf Lager legt, in Anlagen investiert oder Kunden lange Fristen gewährt, bindet Geld — die Erfolgsrechnung zeigt davon nichts, die Liquidität schon.
Schnell fakturieren (die Rechnung am Tag der Leistung), Zahlungserinnerungen konsequent verschicken, kürzere Zahlungsfristen vereinbaren, Anzahlungen für grössere Aufträge verlangen und offene Posten wöchentlich prüfen. Auf der Ausgabenseite helfen gestaffelte Zahlungen und das Ausnutzen von Zahlungsfristen.
Kurzfristig (innert 12 Monaten) realisierbare Vermögenswerte wie flüssige Mittel, Forderungen, Vorräte und aktive Rechnungsabgrenzungen.
Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Dritten; gliedert sich nach OR 959a in kurzfristiges (Fälligkeit unter 1 Jahr) und langfristiges Fremdkapital (über 1 Jahr).
Stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiven) und Schulden inklusive Eigenkapital (Passiven) eines Unternehmens.
Rechnung, die die Veränderung der flüssigen Mittel getrennt nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit zeigt; Pflicht für grössere Unternehmen nach OR Art. 961b.
Geordneter Ablauf zur Eintreibung überfälliger Forderungen; rechtlich relevant ist OR 102 — ohne Verfalltag tritt der Schuldnerverzug erst durch Mahnung des Gläubigers ein.
Frist, innert der eine Rechnung zu bezahlen ist; fehlt eine Abrede, ist die Forderung nach OR Art. 75 sofort fällig – üblich sind 30 Tage netto.
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