Die Bilanz zu Beginn eines Geschäftsjahres oder bei der Gründung — sie muss der Schlussbilanz des Vorjahres entsprechen (Bilanzkontinuität).
Auch bekannt als: Anfangsbilanz, Eröffnungssaldi
Die Eröffnungsbilanz zeigt Vermögen und Schulden eines Unternehmens am ersten Tag: bei der Gründung den Startzustand, bei jedem weiteren Geschäftsjahr den Übertrag aus dem Vorjahr. Eine ausdrückliche Eröffnungsbilanz-Vorschrift kennt das heutige Rechnungslegungsrecht nicht mehr — sie folgt aus der Buchführungspflicht und der kaufmännischen Praxis; für die Gliederung gilt Art. 959a OR. Es gilt die Bilanzidentität: Die Eröffnungsbilanz eines Jahres muss der Schlussbilanz des Vorjahres entsprechen — kein Konto beginnt «einfach so» mit einem Saldo.
Bei der Gründung einer GmbH besteht die Eröffnungsbilanz im einfachsten Fall aus dem einbezahlten Stammkapital (mindestens CHF 20'000) auf der Passivseite und dem Bankguthaben auf der Aktivseite. Kommen Sacheinlagen dazu — Fahrzeuge, Geräte, Warenlager —, werden sie zu Anschaffungs- oder nachweisbaren Verkehrswerten eingebucht. Bei der Einzelfirma bildet die Eröffnungsbilanz das eingebrachte Geschäftsvermögen ab.
Praktisch wichtig ist die Eröffnungsbilanz auch beim Software-Wechsel: Wer unterjährig oder zum Jahresstart auf eine neue Buchhaltung umsteigt, erfasst die Eröffnungssaldi aller Bilanzkonten per Stichtag — danach läuft die Buchhaltung nahtlos weiter, ohne dass die gesamte Historie migriert werden muss.
Rechtsgrundlage
OR Art. 959a (SR 220) (fedlex.admin.ch)Beispiel
GmbH-Gründung mit CHF 20'000 Stammkapital: Eröffnungsbilanz = Aktiven: Bank 20'000 / Passiven: Stammkapital 20'000. Nach dem ersten Jahr wird die Schlussbilanz per 31.12. zur Eröffnungsbilanz per 1.1.
Zuletzt geprüft:
Ja — das ist die Bilanzkontinuität: Jeder Anfangsbestand eines Geschäftsjahres ist der Endbestand des Vorjahres. Abweichungen sind ein Warnsignal für Erfassungsfehler und fallen spätestens bei einer Revision oder Steuerkontrolle auf.
Per Stichtag — idealerweise dem Jahresbeginn: Du übernimmst die Schlusssaldi aller Bilanzkonten aus dem alten System (Bank, Forderungen, Verbindlichkeiten, Eigenkapital) als Eröffnungsbuchung ins neue. Die laufenden Buchungen starten ab dem Stichtag frisch; die Historie bleibt im Altsystem archiviert.
Mit einfacher Buchhaltung genügt die Vermögenslage zu Beginn: was an Geschäftskonto, Forderungen und Geräten eingebracht wird. Führt die Einzelfirma eine doppelte Buchhaltung — freiwillig oder ab CHF 500'000 Umsatz —, gilt dasselbe Prinzip wie bei der GmbH: vollständige Eröffnungsbilanz mit Bilanzkontinuität.
Stichtagsbezogene Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiven) und Schulden inklusive Eigenkapital (Passiven) eines Unternehmens.
Differenz zwischen Aktiven und Fremdkapital; umfasst nach OR 959a Aktien-/Stammkapital, gesetzliche und freiwillige Reserven sowie Bilanzgewinn bzw. -verlust.
Der Zeitraum, für den ein Unternehmen seine Buchführung abschliesst und die Jahresrechnung erstellt — meist zwölf Monate, oft das Kalenderjahr.
Der jährliche Rechnungsabschluss eines Unternehmens, bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung und — je nach Grösse — Anhang.
Juristische Person mit Stammkapital von mindestens CHF 20'000 (voll liberiert), bei der die Gesellschafter grundsätzlich nur mit ihrer Stammeinlage haften.
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