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Bruttogewinn

Der Nettoerlös abzüglich des Waren- und Materialaufwands — zeigt, was vom Umsatz übrig bleibt, bevor Personal-, Miet- und übrige Betriebskosten bezahlt sind.

Auch bekannt als: Bruttoergebnis, Rohgewinn, Bruttomarge

Definition

Der Bruttogewinn ist die erste Erfolgsstufe der Erfolgsrechnung: Nettoerlös minus Aufwand für Material und Handelswaren. Er zeigt, wie viel ein Betrieb mit seinen Produkten oder Leistungen verdient, bevor die Strukturkosten — Personal, Miete, Verwaltung, Abschreibungen — abgezogen werden. Im Schweizer KMU-Kontenrahmen stehen die Erlöse in der Kontenklasse 3, der Waren- und Materialaufwand in der Klasse 4.

Die Bruttogewinnmarge (Bruttogewinn geteilt durch Nettoerlös, mal 100) macht Betriebe vergleichbar: Handel arbeitet oft mit 25–50 %, Gastronomie mit 65–75 %, reine Dienstleister ohne Wareneinsatz nahe 100 %. Solche Erfahrungswerte nutzen auch Steuerverwaltungen, um Buchhaltungen auf Plausibilität zu prüfen.

Für die Betriebssteuerung ist der Bruttogewinn die wichtigste Frühwarngrösse: Sinkt die Marge, stimmen Einkaufspreise, Verkaufspreise oder das Mengengerüst nicht mehr. Wer Behandlungen und Produktverkauf, Projekte und Fremdleistungen auf getrennten Konten führt, sieht die Marge pro Bereich statt nur den Gesamtwert.

Beispiel

Ein Kosmetikstudio verkauft Pflegeprodukte für CHF 30'000 (Konto 3200) und kauft sie für CHF 18'000 ein (Konto 4200). Bruttogewinn: CHF 12'000, Marge 40 %.

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Häufige Fragen

Wie berechne ich den Bruttogewinn?

Nettoerlös minus Waren- und Materialaufwand. Im KMU-Kontenrahmen: Kontenklasse 3 (Erlöse, nach Abzug von Rabatten und Skonti) minus Kontenklasse 4 (Material, Handelswaren, bezogene Dienstleistungen). Die Marge in Prozent ist der Bruttogewinn geteilt durch den Nettoerlös, mal 100.

Was ist der Unterschied zwischen Bruttogewinn und Deckungsbeitrag?

Der Bruttogewinn zieht nur den Waren- und Materialaufwand ab. Der Deckungsbeitrag zieht alle variablen Kosten ab — je nach Betrieb also auch variable Löhne oder Frachtkosten. In reinen Handelsbetrieben fallen beide Grössen oft zusammen, in Produktionsbetrieben nicht.

Welche Bruttogewinnmarge ist «normal»?

Das hängt stark von der Branche ab: Handel oft 25–50 %, Gastronomie 65–75 %, Dienstleister ohne Wareneinsatz nahe 100 %. Wichtiger als der Branchenvergleich ist die eigene Entwicklung — eine sinkende Marge bei gleichem Geschäft ist ein Warnsignal.

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