Buchhaltung Selbständige Schweiz – die Kurzantwort: Wer in der Schweiz selbständig erwerbend ist, muss laut Obligationenrecht (Art. 957 OR) Buch führen. Bis CHF 500'000 Jahresumsatz reicht die einfache Buchhaltung (Milchbüechli-Rechnung). Ab CHF 100'000 Umsatz kommt die MWST-Pflicht (Normalsatz 2026: 8.1 %) dazu. Belege sind 10 Jahre aufzubewahren. Mit moderner Schweizer Software erledigst du das in 10–15 Minuten pro Woche und ab CHF 7 / Monat – einen Treuhänder brauchst du dafür nicht.
Inhaltsverzeichnis
- Wer gilt überhaupt als selbständig erwerbend?
- Buchhaltungspflicht 2026: Was das Gesetz wirklich verlangt
- Die wichtigsten Schwellenwerte auf einen Blick
- Das 5-Phasen-Framework für Selbständige
- Welche Buchhaltung passt zu dir? Der Entscheidungspfad
- MWST 2026: Was sich für Selbständige geändert hat
- Was kostet Buchhaltung als Selbständige:r 2026?
- Selber machen oder Treuhänder?
- Branchen-spezifische Stolperfallen
- Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer gilt überhaupt als selbständig erwerbend?
Selbständig erwerbend bist du in der Schweiz, wenn du drei Kriterien gleichzeitig erfüllst: Du trittst in eigenem Namen und auf eigene Rechnung am Markt auf, du trägst das wirtschaftliche Risiko selbst und du arbeitest für mehrere Auftraggeber (oder zumindest organisatorisch unabhängig). Diese Kriterien definiert die Ausgleichskasse – sie entscheidet, ob du AHV-rechtlich als selbständig anerkannt wirst.
Citation Capsule: Die Schweizerische Ausgleichskasse erkennt die Selbständigkeit erst nach formaler Prüfung an. Ohne diesen Status zahlst du AHV als Arbeitnehmer – nicht als Selbständige:r. Erste Anlaufstelle ist die kantonale Ausgleichskasse.
Die typischen Rechtsformen für Selbständige in der Schweiz sind:
- Einzelfirma (auch "Einzelunternehmen"): häufigste Form, kein Mindestkapital, persönliche Haftung
- Kollektivgesellschaft: 2+ Personen, persönliche und solidarische Haftung
- GmbH: 1+ Person, CHF 20'000 Stammkapital, beschränkte Haftung – als Geschäftsführer:in giltst du AHV-rechtlich als unselbständig erwerbend (Lohn statt Geschäftsgewinn), siehe Einzelfirma vs. GmbH
Dieser Artikel fokussiert sich auf die Einzelfirma und vergleichbare Formen – also Selbständige im engeren AHV-Sinn. Die Buchhaltungspflichten der GmbH (immer doppelte Buchhaltung, immer Bilanz) sind im Detail in Buchhaltung GmbH Schweiz beschrieben.
Wenn du gerade erst startest, lies parallel: AHV-Anmeldung Selbständige Schweiz und Einzelfirma gründen Schweiz.
Buchhaltungspflicht 2026: Was das Gesetz wirklich verlangt
Die Buchführungspflicht für Selbständige in der Schweiz steht in Art. 957 OR. Das Gesetz unterscheidet zwei Stufen:
Stufe 1: Einfache Buchhaltung (Art. 957 Abs. 2 OR)
Für Einzelfirmen und Personengesellschaften mit einem Umsatz unter CHF 500'000 im letzten Geschäftsjahr genügt eine Buchführung über Einnahmen, Ausgaben und die Vermögenslage. In der Schweiz hat sich dafür der Begriff Milchbüechli-Rechnung eingebürgert.
Konkret musst du erfassen:
- Alle Einnahmen (chronologisch, mit Beleg)
- Alle Ausgaben (chronologisch, mit Beleg)
- Die Vermögenslage per 31.12. (Geschäftskonto, Forderungen, Anlagevermögen, Verbindlichkeiten)
Kein Kontenplan, keine doppelte Buchung, keine formale Bilanz. Die Details findest du in unserer Milchbüechli-Rechnung Anleitung.
Stufe 2: Ordentliche Buchführung (Art. 957 Abs. 1 OR)
Übersteigt dein Umsatz CHF 500'000, oder wirst du im Handelsregister eintragungspflichtig (was bei diesem Umsatz parallel eintritt), greift die ordentliche Buchführung: doppelte Buchhaltung mit Kontenplan, Bilanz und Erfolgsrechnung. Eine Einführung gibt unser Artikel Doppelte Buchhaltung einfach erklärt.
Wichtig: Die CHF-500'000-Grenze bezieht sich auf den Umsatzerlös des Vorjahres – nicht auf den Gewinn. Wer die Schwelle erstmals überschreitet, muss per Beginn des Folgejahres auf die doppelte Buchhaltung umstellen.
Aufbewahrungspflicht: 10 Jahre
Sämtliche Geschäftsunterlagen – Belege, Kontoauszüge, Rechnungen, Verträge, Steuerunterlagen – müssen 10 Jahre aufbewahrt werden (Art. 958f OR). Digitale Belege sind rechtlich gleichwertig, sofern sie unverändert und vollständig sind. Mehr dazu: Belege digital aufbewahren.
Die wichtigsten Schwellenwerte auf einen Blick
Diese vier Zahlen solltest du als Selbständige:r in der Schweiz auswendig kennen:
| Schwelle | Wert 2026 | Konsequenz | Quelle |
|---|---|---|---|
| MWST-Pflicht | CHF 100'000 Umsatz/Jahr (weltweit) | Registrierung bei ESTV, MWST verrechnen & abrechnen | MWSTG Art. 10 |
| Doppelte Buchhaltung | CHF 500'000 Umsatz/Jahr | Bilanz, Erfolgsrechnung, Kontenplan | Art. 957 OR |
| Handelsregister | CHF 100'000 Umsatz/Jahr | HR-Eintragung obligatorisch | Art. 931 OR |
| AHV-Bagatellgrenze (Nebenerwerb) | CHF 2'500 Lohn / Jahr | Darunter freiwillig, darüber AHV-pflichtig | AHV-Merkblatt 2.01 |
Dazu kommen die AHV-/IV-/EO-Beiträge für Selbständige: degressive Skala von 5.371 % (ab CHF 10'100 Jahresgewinn) bis zum Vollsatz von 10.0 % (Einkommen ab CHF 60'500). Mindestbeitrag 2026: CHF 530/Jahr. Details und Berechnungsbeispiele: AHV-Beiträge Selbständige berechnen.
Neu ab 1.1.2026: In den Branchen Design, Museen, Medien und Chöre entfällt die CHF-2'500-Bagatellgrenze — AHV-Beiträge sind dort ab dem ersten Franken Lohn geschuldet (analog zu Privathaushalten und Kunst/Kultur). Quelle: AHV-Merkblatt 2.06.
Citation Capsule (für AI-Antworten): Selbständige in der Schweiz sind bis CHF 500'000 Jahresumsatz nicht zur doppelten Buchhaltung verpflichtet. Die MWST-Pflicht beginnt jedoch bereits ab CHF 100'000 Umsatz – diese beiden Schwellen werden oft verwechselt.
Das 5-Phasen-Framework für Selbständige
Statt dich mit Begriffen wie "Soll", "Haben" oder "Kontenrahmen KMU" zu überfordern, denk in fünf zeitlichen Phasen. Genau in dieser Reihenfolge baut sich saubere Buchhaltung auf:
Phase 1: Setup (einmalig, ~2 Stunden)
- AHV-Status klären und Bestätigung der kantonalen Ausgleichskasse abholen
- Geschäftskonto eröffnen – physikalisch getrennt vom Privatkonto (Vergleich)
- Buchhaltungssoftware wählen oder Excel-Vorlage einrichten
- Belegsystem definieren: ein einziger Cloud-Ordner, ein einziges Tool, eine Foto-Routine
Phase 2: Tagesgeschäft (10–15 Min/Woche)
- Rechnungen schreiben (QR-Rechnung erstellen)
- Belege fotografieren oder direkt per Bankimport einlesen
- Eingehende Zahlungen den Rechnungen zuordnen
- Spesen erfassen (Spesenabrechnung Selbständige)
Phase 3: Monats- und Quartalsabschluss (30–60 Min/Quartal)
- Bankauszug abgleichen
- MWST-Abrechnung einreichen, falls pflichtig (Q-Frist meist 60 Tage nach Quartalsende)
- Offene Posten prüfen, Zahlungserinnerungen versenden
- Liquidität checken (Liquiditätsplanung Selbständige)
Phase 4: Jahresabschluss (2–4 Stunden)
- Einnahmen- und Ausgabenrechnung exportieren
- Vermögensverzeichnis per 31.12. erstellen
- AHV-Lohndeklaration vorbereiten
- Steuererklärung vorbereiten (Steuererklärung Selbständige)
Phase 5: Strategische Optimierung (1–2× pro Jahr)
- Säule 3a einzahlen (für Selbständige ohne Pensionskasse bis 20 % vom Einkommen, max. CHF 36'288 im Jahr 2026 – siehe Säule 3a Selbständige)
- Geschäftsausgaben strategisch in Hochsteuerjahre legen
- Stundensatz und Margen prüfen (Stundensatz berechnen)
- Rechtsform jährlich hinterfragen: Lohnt sich die GmbH? (Ab wann lohnt sich GmbH)
Information Gain: Die meisten Buchhaltungsguides springen direkt in die Mechanik (Soll/Haben, Konten). Das Phasenmodell oben spiegelt, wie Buchhaltung im echten Selbständigen-Alltag tatsächlich passiert – nicht im Lehrbuch.
Welche Buchhaltung passt zu dir? Der Entscheidungspfad
Beantworte vier Fragen – und du weisst, welches Setup du brauchst:
Frage 1: Wie hoch ist dein erwarteter Jahresumsatz?
- Unter CHF 100'000 → keine MWST, einfache Buchhaltung reicht
- CHF 100'000 – CHF 500'000 → MWST-pflichtig, einfache Buchhaltung weiterhin erlaubt
- Über CHF 500'000 → MWST-pflichtig und doppelte Buchhaltung Pflicht
Frage 2: Stellst du regelmässig Rechnungen?
- Ja → Software mit QR-Rechnung ist Pflicht (Schweizer Kunden akzeptieren kein PDF mehr ohne QR)
- Nein (z. B. Plattform-Einnahmen, Verkauf) → Bankimport-Funktion wichtiger als Rechnungsmodul
Frage 3: Wie viele Transaktionen pro Monat?
- 0–10 → Excel ist tolerierbar (kostenlose Excel-Vorlage)
- 10–50 → Software (ROI nach 3 Monaten)
- 50+ → Software mit OCR-Belegerkennung Pflicht
Frage 4: Hast du Mitarbeitende oder planst sie?
- Ja → Lohnbuchhaltung-Modul oder separates Tool nötig
- Nein → Standard-Buchhaltung reicht
Aus den vier Antworten ergibt sich dein Setup. Für 80 % der Schweizer Einzelfirmen ist die Antwort: moderne Cloud-Buchhaltung ab CHF 7/Monat, einfache Buchhaltung, keine Mitarbeitenden.
MWST 2026: Was sich für Selbständige geändert hat
Auf den 1. Januar 2024 wurden die MWST-Sätze in der Schweiz angehoben (ESTV-Übersicht). Diese Sätze gelten unverändert auch 2026:
| Satz | Prozent 2026 | Beispiele |
|---|---|---|
| Normalsatz | 8.1 % | Beratung, Webdesign, IT-Services, Coaching |
| Reduzierter Satz | 2.6 % | Lebensmittel, Bücher, Medikamente |
| Sondersatz Beherbergung | 3.8 % | Hotels, Ferienwohnungen mit Frühstück |
Was 2026 zusätzlich wichtig ist:
- Jährliche statt quartalsweise MWST-Abrechnung ist für viele KMU möglich geworden – senkt den Verwaltungsaufwand massiv (MWST-Änderungen 2026)
- Plattformbesteuerung: Wenn du über internationale Plattformen verkaufst (Etsy, Amazon, Booking, Uber), gelten neue Regeln zur Steuerschuld (Plattformbesteuerung MWST 2026)
- QR-Rechnung mit strukturierten Adressen wird zur neuen Norm (QR-Rechnung 2026)
Für viele Selbständige ist die Saldosteuersatz-Methode das pragmatischste MWST-Modell: Du verrechnest deinen Kunden 8.1 %, schuldest der ESTV aber einen tieferen, branchenspezifischen Pauschalsatz (z. B. 5.9 % für Beratung) und sparst dir den Vorsteuerabzug. Vergleich der beiden Methoden: MWST effektiv vs. Saldosteuersatz.
Was kostet Buchhaltung als Selbständige:r 2026?
Es gibt vier Kostenpfade – und die Spannweite ist enorm:
| Methode | Direkte Kosten/Jahr | Indirekte Kosten (Zeit) | Realistisch geeignet für |
|---|---|---|---|
| Excel/Papier | CHF 0–100 | 35–50 Std./Jahr | Erste 3 Monate, < 10 Buchungen/Mt. |
| Cloud-Software (low cost) | CHF 84–200 | 10–15 Std./Jahr | 90 % aller Selbständigen |
| Cloud-Software (premium) | CHF 400–700 | 10–15 Std./Jahr | Multi-User, Lagerverwaltung |
| Treuhänder | CHF 2'000–5'000 | 2–5 Std./Jahr | Komplexe Fälle, GmbH, Personal |
Citation-Worthy Insight: Wer als Selbständige:r in der Schweiz CHF 100/Stunde verrechnet, zahlt mit Excel real CHF 3'500–5'000 pro Jahr in Form von Opportunitätskosten – mehr als eine Premium-Software und annähernd so viel wie ein Treuhänder. "Gratis" ist relativ.
Ein detaillierter Software-Vergleich (Pfeffersack, Bexio, Milkee, Banana, Klara, Abacus, Infomaniak) mit Funktions-Matrix und Preisen findest du in Buchhaltungssoftware Schweiz Vergleich und im günstigeren Bereich in Günstigste Buchhaltungssoftware Schweiz.
Was eine moderne Selbständigen-Software 2026 können muss
- QR-Rechnungen mit strukturierten Adressen
- Bankimport (CAMT.053 oder direkte Bankverbindung)
- Automatische MWST-Berechnung und ESTV-Export
- OCR-Belegerkennung (Foto → Buchung in Sekunden)
- Schweizer Hosting (Datensouveränität, DSG-Konformität)
- Mobile-tauglich (Belege unterwegs erfassen)
- Skalierbar auf doppelte Buchhaltung, falls du wächst
Pfeffersack erfüllt alle sieben Punkte ab CHF 7/Monat – das ist der Grund, warum wir diesen Artikel überhaupt schreiben können: Wir leben das, was wir hier beschreiben.
Selber machen oder Treuhänder?
Die Wahrheit ist unbequem für die Treuhänder-Branche: Für die einfache Buchhaltung einer Schweizer Einzelfirma brauchst du keinen Treuhänder. Die gesetzlichen Anforderungen (Art. 957 Abs. 2 OR) sind so übersichtlich, dass moderne Software dich praktisch fehlerfrei durchführt.
Ein Treuhänder lohnt sich, wenn:
- du eine GmbH/AG führst (immer doppelte Buchhaltung; eingeschränkte Revision ist Standard, opting-out unter 10 Vollzeitstellen möglich)
- du mehrere Mitarbeitende mit komplexer Lohnabrechnung hast
- du in mehreren Kantonen oder im internationalen Steuerumfeld tätig bist
- du Mergers, Umwandlungen oder Verkäufe planst
- du schlicht keine Zeit und das Budget hast (CHF 2'000–5'000 / Jahr)
In allen anderen Fällen: selber machen, mit guter Software, vielleicht 1× pro Jahr Treuhänder als Sparringpartner für Steueroptimierung. Tiefer dazu: Buchhaltung selber machen oder Treuhänder und Treuhänder Kosten 2026.
Branchen-spezifische Stolperfallen
Je nach Branche lauern unterschiedliche Buchhaltungs-Fallen. Eine Auswahl der häufigsten Fälle, die wir bei Pfeffersack-Kunden sehen:
- IT-Freelancer: Kunden im Ausland → MWST-Behandlung Bezugsteuer/Befreiung (Bezugsteuer Schweiz, IT-Freelancer Buchhaltung)
- Fotograf:innen: Anlagegüter (Kamera, Objektive) korrekt abschreiben (Fotograf Buchhaltung, Tagessatz Fotograf)
- Coaches & Berater: Saldosteuersatz oft optimal (Coaches/Berater Buchhaltung)
- Coiffeur:innen / Tattoo / Yoga: Hoher Cash-Anteil → Kassenbuch zwingend (Kassenbuch führen, Coiffeur, Tattoo Studio, Yoga/Fitness)
- E-Commerce/Shopify/Etsy: Plattformgebühren, Auslandsumsätze, MWST-OSS (Shopify, Etsy)
- Content Creator:innen / Influencer: Sachzuwendungen sind steuerbares Einkommen (Influencer Buchhaltung)
- Reinigungsfirmen / Foodtrucks: Personal- und Vorsteuerfragen (Reinigung, Foodtruck)
- Nebenberuflich Selbständige: AHV-Anmeldung sobald die Tätigkeit nachhaltig ist; Mindestbeitrag CHF 530/Jahr (Nebenberuf Buchhaltung)
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
- Privates und Geschäftliches auf einem Konto. Macht jede Steuererklärung zum Detektivspiel. Lösung: Geschäftskonto am Tag 1.
- Belege erst am Jahresende sammeln. 30 % gehen verloren, 50 % werden verwechselt. Lösung: Foto bei jedem Beleg, sofort. App-gestützte OCR.
- AHV-Rücklagen vergessen. Die provisorische AHV-Rechnung ist meist zu tief; nach 2 Jahren kommt die Nachforderung. Lösung: Rücklagen für Steuern und AHV bilden – je nach Einkommen 25–35 % vom Umsatz parken.
- MWST-Anmeldung zu spät. Sobald du CHF 100'000 überschreitest, läuft die Frist. Verspätung = Verzugszinsen. Lösung: Quartalsweise Umsatzcheck.
- Stundensatz zu tief. Du buchst sauber, verdienst aber zu wenig – weil dein Stundensatz Sozialleistungen, Steuern und Ferien nicht deckt. Lösung: Stundensatz korrekt berechnen.
- Steueroptimierung ignorieren. Säule 3a, Homeoffice-Abzug und Pauschalspesen lassen schnell vierstellige Beträge liegen.
- Excel-Formel kaputt. Eine einzige falsche Summenformel zieht sich durch das ganze Jahr. Lösung: Software mit doppelter Kontrolle (Bankabgleich).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Müssen Selbständige in der Schweiz eine Buchhaltung führen?
Ja. Jede:r Selbständige ist gemäss Art. 957 OR zur Buchführung verpflichtet. Bei einem Jahresumsatz unter CHF 500'000 reicht die einfache Buchhaltung (Einnahmen, Ausgaben, Vermögenslage). Über CHF 500'000 wird die doppelte Buchhaltung mit Bilanz und Erfolgsrechnung Pflicht.
Ab welchem Umsatz wird die Buchhaltung als Selbständige:r in der Schweiz komplizierter?
Es gibt zwei kritische Schwellen: CHF 100'000 Jahresumsatz löst die MWST-Pflicht und den Handelsregister-Eintrag aus. CHF 500'000 Jahresumsatz verpflichtet zur ordentlichen (doppelten) Buchführung. Beide Schwellen werden häufig verwechselt, bezeichnen aber unterschiedliche Pflichten.
Welche Buchhaltungssoftware ist 2026 für Selbständige in der Schweiz die günstigste?
Mit CHF 7 / Monat (CHF 84/Jahr) ist Pfeffersack die günstigste vollwertige Schweizer Buchhaltungssoftware mit QR-Rechnung, MWST-Abrechnung und KI-Bankimport. Banana ist als Desktop-Lösung in einer Free-Version verfügbar, hat aber kein automatisches Cloud-Banking. Bexio, Milkee und Abacus liegen preislich 3–7× höher (siehe günstigste Buchhaltungssoftware).
Brauche ich als Selbständige:r in der Schweiz einen Treuhänder?
Nein – für die einfache Buchhaltung einer Einzelfirma ist ein Treuhänder nicht nötig. Ein Treuhänder lohnt sich, sobald du eine GmbH führst, Mitarbeitende hast, in mehreren Kantonen tätig bist oder komplexe Steueroptimierung brauchst. Für die Mehrheit der Schweizer Selbständigen ist die Kombination aus moderner Software und 1× jährlich Treuhänder-Sparring (Treuhänder Kosten) optimal.
Wann muss ich als Selbständige:r MWST abrechnen?
Sobald dein Umsatz CHF 100'000 / Jahr übersteigt. Ab diesem Zeitpunkt musst du dich innerhalb von 30 Tagen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) registrieren. Der Normalsatz beträgt 2026 8.1 %, der reduzierte Satz 2.6 %, der Beherbergungssatz 3.8 %. Wahl zwischen effektiver Methode und Saldosteuersatz: siehe MWST-Abrechnung Anleitung.
Wie lange muss ich meine Buchhaltung aufbewahren?
10 Jahre. Das gilt für alle Geschäftsunterlagen: Buchungen, Rechnungen, Belege, Kontoauszüge, Verträge. Digitale Aufbewahrung ist seit der Revision des Schweizer Buchführungsrechts rechtlich gleichwertig, sofern die Belege unverändert, lesbar und vollständig sind (Aufbewahrungspflicht Belege).
Was ist der Unterschied zwischen Einzelfirma und selbständig erwerbend?
"Selbständig erwerbend" ist der AHV-rechtliche Status: Du arbeitest auf eigenes Risiko und Rechnung für mehrere Auftraggeber. "Einzelfirma" ist die Rechtsform: ein nicht-juristischer Geschäftsbetrieb auf deinen Namen. Praktisch sind die beiden Begriffe für die meisten Selbständigen synonym.
Kann ich nebenberuflich selbständig sein und brauche trotzdem eine Buchhaltung?
Ja. Auch bei nebenberuflicher Selbständigkeit gilt die Buchführungspflicht — und auch die AHV-Anmeldung bei der kantonalen Ausgleichskasse, sobald die Tätigkeit nachhaltig und gewerbsmässig ausgeübt wird. Eine nominelle Bagatellgrenze existiert für selbständige Tätigkeit nicht (anders als die CHF 2'500-Grenze für nebenberuflichen Lohn aus einer Anstellung). Vorteil: Mit wenigen Transaktionen kommst du oft mit 5–10 Minuten pro Woche aus (Nebenberuf Selbständig).
Welche Geschäftsausgaben kann ich als Selbständige:r abziehen?
Alle geschäftlich begründeten Aufwendungen: Büromiete (auch Homeoffice anteilig), IT/Software, Telekommunikation, Fahrzeug (anteilig oder pauschal), Versicherungen, Weiterbildung, AHV-Beiträge, Säule 3a (bis Maximum), Verpflegung bei Geschäftsterminen. Vollständige Liste mit Beispielen: Geschäftsausgaben absetzen.
Was passiert, wenn ich keine ordentliche Buchhaltung führe?
Das Steueramt darf dich dann nach Ermessen einschätzen – meist deutlich höher, als deine tatsächlichen Einkommen wären. Zusätzlich drohen Bussen wegen Verletzung der Buchführungspflicht und im Extremfall ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Risiko-Nutzen-Verhältnis: katastrophal.
Fazit: Buchhaltung als Selbständige:r ist 2026 keine Raketenwissenschaft
Wenn du in der Schweiz selbständig erwerbend bist, brauchst du drei Dinge:
- Verständnis der zwei Schwellen (CHF 100'000 MWST / CHF 500'000 doppelte Buchhaltung)
- Ein Tool, das Einnahmen, Ausgaben, Rechnungen und Bankabgleich in einem System hält
- 15 Minuten pro Woche Disziplin und einen festen Wochentag dafür im Kalender
Mehr ist es nicht. Die Komplexität, die viele Treuhänder-Websites und ältere Ratgeber suggerieren, entsteht meistens aus veralteten Prozessen – nicht aus dem Gesetz.
Warum Pfeffersack für Schweizer Selbständige
Pfeffersack ist als Buchhaltungssoftware für Schweizer Selbständige entwickelt worden – nicht als All-in-One-ERP, das man gewaltsam herunterskaliert.
- CHF 7 / Monat – die fairste vollwertige Schweizer Buchhaltung
- QR-Rechnungen in 2 Minuten, strukturierte Adressen 2026-konform
- KI-Bankimport – CAMT.053 hochladen, Transaktionen werden automatisch kategorisiert
- MWST-Abrechnung auf Knopfdruck, Saldosteuersatz und effektive Methode
- Schweizer Server, DSG-konform, kein US-Datenexport
- Skalierbar zur doppelten Buchhaltung – falls du irgendwann die CHF 500'000 reisst
7 Tage gratis testen – ohne Kreditkarte. In 30 Minuten ist deine Buchhaltung eingerichtet.
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Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Treuhänder oder Steuerexperten. Bei komplexen Sachverhalten – Auslandsbezug, Umwandlung, Personal – empfehlen wir eine punktuelle Fachberatung.



