Buchhaltung selber machen oder Treuhänder — was lohnt sich?

Treuhänder oder selber buchen? Wir rechnen vor, was sich für Einzelfirmen in der Schweiz wirklich lohnt — mit konkreten Zahlen und einer ehrlichen Empfehlung.

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Eine der ersten Fragen, die sich jede frisch gegründete Einzelfirma stellt: Soll ich die Buchhaltung selber machen oder einen Treuhänder beauftragen? Die Antwort hängt von deiner Situation, deinem Umsatz und davon ab, wie viel deine eigene Zeit wert ist. Lass uns gemeinsam rechnen.

Was macht ein Treuhänder eigentlich?

Bevor wir über Kosten sprechen, schauen wir uns an, was ein Treuhänder überhaupt leistet. Denn viele denken bei "Treuhänder" nur an jemanden, der Belege sortiert — dabei ist das Leistungsspektrum deutlich breiter.

Laufende Buchhaltung: Der Treuhänder verbucht monatlich alle deine Geschäftsvorfälle — Einnahmen, Ausgaben, Bankbewegungen. Du lieferst die Belege, er macht den Rest.

Jahresabschluss: Am Ende des Geschäftsjahres erstellt der Treuhänder deine Erfolgsrechnung und (falls nötig) die Bilanz. Diese Dokumente brauchst du für die Steuererklärung und als Nachweis gegenüber Banken oder Versicherungen.

Steuererklärung: Viele Treuhänder übernehmen auch die Erstellung deiner Steuererklärung — inklusive aller Beilagen und Optimierungsmöglichkeiten.

MWST-Abrechnung: Falls du MWST-pflichtig bist (ab CHF 100'000 Jahresumsatz), kann der Treuhänder die quartalsweise Abrechnung für dich erledigen.

Beratung: Hier liegt oft der grösste Mehrwert. Ein guter Treuhänder berät dich bei Steueroptimierung, der Wahl der richtigen Rechtsform (z. B. wann ein Wechsel von der Einzelfirma zur GmbH Sinn macht), Vorsorgeplanung und vielem mehr.

Wichtig zu wissen: Ein Treuhänder macht deutlich mehr als "nur" Buchhaltung — die Beratung ist oft der wertvollste Teil der Zusammenarbeit. Gleichzeitig bieten nicht alle Treuhänder sämtliche Dienstleistungen an. Manche spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche wie Steuern oder MWST, andere bieten das volle Paket. Es lohnt sich, im Voraus zu klären, was genau im Angebot enthalten ist.

Was kostet ein Treuhänder in der Schweiz?

Kommen wir zur entscheidenden Frage: Was kostet das Ganze? Die folgenden Zahlen basieren auf realen Marktpreisen — keine Schreckensszenarien, sondern das, was du tatsächlich erwarten kannst.

Stundensätze

Der typische Stundensatz eines Treuhänders in der Schweiz liegt bei CHF 120 bis 200 pro Stunde, abhängig von Region und Kanzleigrösse. In Zürich zahlst du tendenziell mehr als in ländlichen Gebieten — das überrascht niemanden.

Pauschalpakete für Einzelfirmen

Viele Treuhänder bieten Flatrate-Pakete an, die sich speziell an Einzelfirmen richten. Diese liegen in der Regel bei CHF 1'500 bis 4'000 pro Jahr. Was in solchen Paketen typischerweise enthalten ist:

  • Laufende Buchhaltung (monatlich): CHF 100–300/Monat
  • Jahresabschluss: CHF 500–1'500
  • Steuererklärung: CHF 300–800

Realistisches Total

Für eine typische Einzelfirma mit 50 bis 100 Transaktionen pro Monat musst du realistisch mit CHF 2'000 bis 4'000 pro Jahr rechnen. Das ist kein Fantasiebetrag — das sind die Preise, die du bei einer seriösen Offertanfrage erhalten wirst.

Was kostet es, die Buchhaltung selber zu machen?

Selber machen heisst nicht gratis. Es kostet dich Software und — oft unterschätzt — deine Zeit.

Softwarekosten

Die Bandbreite bei Buchhaltungssoftware ist gross:

  • Excel/Google Sheets: CHF 0 (aber viel manueller Aufwand und Fehlerrisiko)
  • Pfeffersack: CHF 84/Jahr (CHF 7/Monat) — speziell für Schweizer Einzelfirmen gebaut
  • Bexio: CHF 348–780/Jahr — umfangreicher, aber auch komplexer und teurer

Einen detaillierten Vergleich findest du in unserem Artikel Buchhaltungssoftware Schweiz im Vergleich.

Zeitaufwand

Hier unterscheiden sich die Lösungen erheblich:

  • Mit Buchhaltungssoftware: ca. 1 Stunde pro Monat = 12 Stunden pro Jahr. Belege erfassen, Buchungen kontrollieren, fertig.
  • Mit Excel: ca. 3–4 Stunden pro Monat = 36–48 Stunden pro Jahr. Manuelle Formeln, kein automatischer Kontorahmen, keine Validierung — jeder Fehler kostet doppelt Zeit.

Die versteckten Kosten: Deine Zeit

Hier wird es spannend. Denn deine Zeit ist nicht gratis. Jede Stunde, die du mit Buchhaltung verbringst, fehlt dir für bezahlte Kundenarbeit, Akquise oder Erholung. Das nennt man Opportunitätskosten.

Angenommen, deine Zeit ist CHF 100 pro Stunde wert:

  • Mit Software: CHF 100 x 12 Stunden = CHF 1'200 Opportunitätskosten
  • Mit Excel: CHF 100 x 40 Stunden = CHF 4'000 Opportunitätskosten

Dazu kommen noch die Softwarekosten selbst. Die Rechnung zeigt: Selber machen mit Excel ist in Wahrheit oft genauso teuer wie ein Treuhänder — du merkst es nur nicht sofort, weil kein Rechnungsbetrag auf deinem Konto erscheint.

Der Kostenvergleich — konkrete Zahlen

Hier die Übersicht auf einen Blick:

Kostenvergleich Treuhänder Selber + Pfeffersack Selber + Excel
Softwarekosten CHF 0 CHF 84/Jahr CHF 0
Treuhänder-Kosten CHF 2'000--4'000/Jahr CHF 0 CHF 0
Zeitaufwand ca. 2 Std/Jahr ca. 12 Std/Jahr ca. 40 Std/Jahr
Opportunitätskosten CHF 200 CHF 1'200 CHF 4'000
Total geschätzt CHF 2'200--4'200 CHF 1'284 CHF 4'000

Opportunitätskosten berechnet mit CHF 100/Stunde.

Die Kernaussage: Selber machen mit der richtigen Software ist am günstigsten — aber nicht automatisch die beste Wahl für jeden. Denn der reine Kostenvergleich erzählt nicht die ganze Geschichte.

Wann lohnt sich ein Treuhänder?

Seien wir ehrlich: Für manche Situationen ist ein Treuhänder jeden Franken wert. Das betrifft dich, wenn:

  • Dein Umsatz signifikant ist (über CHF 200'000–300'000). Ab einer gewissen Grösse wird die Buchhaltung komplexer und Fehler teurer.
  • Deine Situation komplex ist. Mehrere Einkommensquellen, Immobilien, Mitarbeitende, internationale Kunden — das sind Fälle, in denen Fachwissen Gold wert ist.
  • Du dich mit Zahlen nicht wohl fühlst. Nicht jeder muss ein Buchhaltungsprofi sein. Wenn dir das Thema Stress macht, ist die Delegation eine gute Investition in deine Gesundheit.
  • Deine Zeit mehr wert ist als der Treuhänder kostet. Wenn du CHF 200 pro Stunde verdienst, lohnt es sich rechnerisch kaum, die Buchhaltung selbst zu machen.
  • Du strategische Steuerberatung brauchst. Etwa wenn ein Wechsel zur GmbH oder die Optimierung deiner Vorsorge ansteht. Mehr zur Frage Einzelfirma vs. GmbH findest du in unserem separaten Artikel.
  • Du internationale Kunden oder Einnahmen hast. Grenzüberschreitende Geschäfte bringen steuerliche Spezialfragen mit sich, die professionelle Begleitung erfordern.

Ein guter Treuhänder ist kein Luxus, sondern ein Geschäftspartner. Die Frage ist nicht, ob Treuhänder grundsätzlich "überflüssig" sind — sondern ob du in deiner konkreten Situation einen brauchst.

Wann lohnt sich selber machen?

Für die Mehrheit der Schweizer Einzelfirmen ist die Buchhaltung kein Hexenwerk — vorausgesetzt, du hast das richtige Werkzeug. Selber machen lohnt sich, wenn:

  • Du eine Einzelfirma mit überschaubaren Einnahmen und Ausgaben führst. Dienstleistungen, Freelancing, Beratung — klassische Geschäftsmodelle ohne grosse Komplexität.
  • Dein Umsatz unter CHF 200'000 liegt. In diesem Bereich ist die Buchhaltungspflicht überschaubar und gut selbst zu bewältigen.
  • Dein Geschäftsmodell einfach ist. Du stellst Rechnungen, bezahlst Ausgaben, fertig. Keine Lagerbestände, keine Mitarbeitenden, keine Konzernstruktur.
  • Du einigermassen organisiert bist. Regelmässig Belege erfassen und einmal im Monat eine Stunde investieren — das reicht.
  • Du deine eigenen Zahlen verstehen willst. Das ist vielleicht das stärkste Argument: Wer seine eigene Buchhaltung führt, versteht sein Geschäft besser. Du siehst sofort, wo dein Geld hinfliesst, welche Kunden profitabel sind und wo du sparen kannst.

Tipp: Pfeffersack wurde genau für diesen Fall gebaut — einfache Buchhaltung für Einzelfirmen in der Schweiz, ohne Vorkenntnisse. Ab CHF 7 pro Monat.

Die clevere Kombination: Software + Treuhänder für den Jahresabschluss

Es muss nicht alles oder nichts sein. Viele erfolgreiche Einzelfirmen in der Schweiz wählen einen Mittelweg — und das ist oft die smarteste Lösung.

So funktioniert es:

  1. Laufende Buchhaltung selber machen mit einer Software wie Pfeffersack (CHF 84/Jahr). Du erfasst Einnahmen und Ausgaben laufend, erstellst Rechnungen und hast jederzeit den Überblick.
  2. Treuhänder nur für den Jahresabschluss und die Steuererklärung engagieren (CHF 500–1'000). Der Profi prüft deine Bücher, erstellt die offiziellen Abschlüsse und optimiert deine Steuererklärung.
  3. Punktuelle Beratung bei konkreten Fragen (CHF 200–400/Jahr). Etwa: "Soll ich mich für die MWST anmelden?" oder "Lohnt sich eine GmbH-Gründung?"

Total: ca. CHF 800–1'500 pro Jahr.

Das ist deutlich günstiger als die volle Auslagerung an den Treuhänder und bietet trotzdem professionelle Absicherung bei den wichtigen Themen.

Ein weiterer Vorteil: Treuhänder schätzen es, wenn du mit sauber vorbereiteten Büchern kommst. Weniger Arbeit für den Treuhänder bedeutet eine tiefere Rechnung für dich. Wenn du deine laufende Buchhaltung ordentlich führst, kann der Treuhänder den Jahresabschluss schneller und günstiger erstellen — eine echte Win-win-Situation.

Rechenbeispiel: Anna, freiberufliche Grafikerin

Damit die Theorie greifbar wird, schauen wir uns ein konkretes Beispiel an.

Annas Ausgangslage:

  • Umsatz: CHF 120'000 pro Jahr
  • Ca. 30 Rechnungen pro Monat
  • Ca. 50 Ausgaben pro Monat
  • MWST-pflichtig (Umsatz über CHF 100'000)

Anna hat drei Optionen durchgerechnet:

Option A: Treuhänder komplett

Der Treuhänder übernimmt alles — laufende Buchhaltung, MWST-Abrechnung, Jahresabschluss und Steuererklärung.

Kosten: CHF 3'000/Jahr Eigener Zeitaufwand: ca. 2 Stunden/Jahr (Belege zusammenstellen und liefern)

Option B: Pfeffersack + Treuhänder für den Jahresabschluss

Anna bucht laufend selbst mit Pfeffersack und lässt den Treuhänder nur den Jahresabschluss und die Steuererklärung machen.

Kosten: CHF 84 (Software) + CHF 800 (Treuhänder) = CHF 884/Jahr Eigener Zeitaufwand: ca. 15 Stunden/Jahr (laufende Buchungen + MWST)

Option C: Pfeffersack allein

Anna macht alles selbst — inklusive Jahresabschluss und Steuererklärung.

Kosten: CHF 84/Jahr Eigener Zeitaufwand: ca. 15 Stunden/Jahr

Annas Entscheidung

Anna hat sich für Option B entschieden. Sie spart CHF 2'100 pro Jahr im Vergleich zur Komplett-Auslagerung und hat trotzdem professionelle Unterstützung beim Jahresabschluss. Die 15 Stunden Eigenaufwand sind gut investiert, weil sie dadurch ihre Finanzen im Griff hat und sofort sieht, wie ihr Geschäft läuft.

Was sie besonders schätzt: Durch die laufende Buchführung weiss sie immer genau, wie viel Geld für die MWST und Steuern zurückgelegt werden muss — keine bösen Überraschungen mehr am Jahresende.

Fazit

Es gibt keine Einheitslösung, die für alle passt. Aber hier sind die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Für die meisten Einzelfirmen ist Selber-machen mit der richtigen Software die kostengünstigste Variante. Du sparst nicht nur Geld, sondern verstehst auch dein Geschäft besser.
  • Die Kombination aus Software und Treuhänder nur für den Jahresabschluss bietet das beste Verhältnis aus Kosten und Sicherheit. Wenn du dir beim Abschluss oder bei der Steuererklärung unsicher bist, ist das die ideale Lösung.
  • Ein Treuhänder komplett lohnt sich bei komplexen Situationen, hohem Umsatz oder wenn deine Zeit schlicht zu wertvoll ist, um sie mit Buchhaltung zu verbringen.
  • Excel ist — trotz CHF 0 Softwarekosten — oft die teuerste Variante, wenn man die eigene Zeit ehrlich einrechnet.

Was auch immer du wählst: Die Buchhaltung muss erledigt werden. Die Frage ist nur, wie effizient und kostengünstig du sie erledigen willst.

Starte selbst — für CHF 7/Monat statt CHF 200/Stunde — Pfeffersack macht die Buchhaltung so einfach, dass du keinen Treuhänder brauchst.

Pfeffersackhttps://pfeffersack.ch/blog/buchhaltung-selber-machen-oder-treuhaender