Du bist selbständig in der Schweiz und suchst eine einfache Buchhaltung, die funktioniert — ohne Buchhaltungsdiplom, ohne teuren Treuhänder und ohne stundenlanges Herumtippen in Excel?
Dann bist du hier richtig. In dieser Anleitung erfährst du alles, was du als Selbständige oder Selbständiger über die einfache Buchhaltung in der Schweiz wissen musst: von den gesetzlichen Grundlagen über eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung bis zum ehrlichen Preisvergleich aller Schweizer Tools.
Das Beste vorweg: Einfache Buchhaltung für Selbständige ist wirklich einfach — wenn du weisst, worauf es ankommt. Mit dem richtigen Ansatz brauchst du maximal 15 Minuten pro Woche und zahlst weniger als einen Kaffee pro Tag.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist einfache Buchhaltung?
- Wer darf die einfache Buchhaltung führen?
- Einfache vs. doppelte Buchhaltung — welche brauchst du?
- Deine Buchhaltung in 7 Schritten — von null auf fertig
- Was kostet Buchhaltung wirklich? Der grosse Vergleich 2026
- Software-Vergleich für Selbständige 2026
- Dein Buchhaltungs-Kalender: Was du wann erledigen musst
- MWST und einfache Buchhaltung — das Wichtigste
- Die 5 grössten Irrtümer über Buchhaltung
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist einfache Buchhaltung?
Die einfache Buchhaltung — in der Schweiz auch Milchbüechli-Rechnung oder Einnahmen-Ausgaben-Rechnung genannt — ist die unkomplizierteste Form der Buchführung. Das Prinzip: Du schreibst auf, was reinkommt und was rausgeht. Fertig.
Konkret heisst das:
- Jede Einnahme wird einmal erfasst — wenn das Geld auf deinem Konto eingeht
- Jede Ausgabe wird einmal erfasst — wenn das Geld von deinem Konto abgeht
- Dein Gewinn = Einnahmen minus Ausgaben
Kein Soll und Haben, kein Kontenplan mit 200 Positionen, keine Bilanz. Die einfache Buchhaltung erfasst den reinen Geldfluss — und genau das reicht dem Steueramt in den meisten Fällen.
Gesetzliche Grundlage: Art. 957 Abs. 2 OR befreit Einzelunternehmen mit weniger als CHF 500'000 Umsatz von der ordentlichen Buchführungspflicht. Sie müssen nur über Einnahmen, Ausgaben und die Vermögenslage Buch führen.
Wenn du die Details zur Milchbüechli-Rechnung vertiefen willst — was genau erfasst werden muss, welche Belege du brauchst und wie der Jahresabschluss aussieht — findest du alles in unserem ausführlichen Artikel zur Milchbüechli-Rechnung Schweiz.
Wer darf die einfache Buchhaltung führen?
Nicht jedes Unternehmen darf die einfache Buchhaltung führen. Die Regeln sind aber klar:
| Unternehmensform | Bedingung | Einfache Buchhaltung? |
|---|---|---|
| Einzelfirma | Umsatz unter CHF 500'000/Jahr | Ja |
| Einzelfirma | Umsatz über CHF 500'000/Jahr | Nein — doppelte Buchhaltung Pflicht |
| Kollektivgesellschaft | Umsatz unter CHF 500'000/Jahr | Ja |
| GmbH | Egal welcher Umsatz | Nein — immer doppelte Buchhaltung |
| AG | Egal welcher Umsatz | Nein — immer doppelte Buchhaltung |
| Verein (ohne HR-Pflicht) | Unbegrenzt | Ja |
Die Kurzversion: Wenn du eine Einzelfirma mit weniger als CHF 500'000 Jahresumsatz hast, darfst du die einfache Buchhaltung führen. Und das trifft auf die grosse Mehrheit der Selbständigen in der Schweiz zu.
Wichtig: Die CHF-500'000-Grenze bezieht sich auf den Umsatzerlös — also den gesamten Erlös aus deiner Geschäftstätigkeit. Nicht auf den Gewinn. Mehr zu den gesetzlichen Pflichten findest du in unserem Artikel Buchhaltung Einzelfirma — was ist Pflicht?
Einfache vs. doppelte Buchhaltung — welche brauchst du?
Falls du unsicher bist, welche Form der Buchhaltung du brauchst, hier der direkte Vergleich:
| Kriterium | Einfache Buchhaltung | Doppelte Buchhaltung |
|---|---|---|
| Erfassung | 1× pro Transaktion | 2× (Soll und Haben) |
| Kontenplan | Nicht nötig | Pflicht (KMU-Kontenrahmen) |
| Jahresabschluss | Einnahmen-/Ausgabenliste + Vermögen | Bilanz + Erfolgsrechnung |
| Abschreibungen | Nicht nötig | Pflicht |
| Zeitaufwand | 15 Min/Woche | 30-60 Min/Woche |
| Komplexität | Niedrig | Mittel bis hoch |
| Für wen | Einzelfirma < CHF 500'000 | GmbH, AG, Einzelfirma > CHF 500'000 |
Unsere Empfehlung: Wenn du die einfache Buchhaltung führen darfst, dann mach das auch. Du sparst Zeit und Nerven. Erst wenn du über die Umsatzgrenze wächst oder eine GmbH gründest, musst du umstellen — und das ist mit der richtigen Software ein nahtloser Übergang.
Ausführlicher Vergleich: Doppelte Buchhaltung einfach erklärt
Deine Buchhaltung in 7 Schritten — von null auf fertig
Du hast dich gerade selbständig gemacht oder willst endlich Ordnung in deine Finanzen bringen? Hier ist der kürzeste Weg zu einer sauberen, gesetzeskonformen Buchhaltung.
Schritt 1: AHV-Status klären und Geschäftskonto eröffnen
Bevor du überhaupt buchst, brauchst du zwei Dinge:
AHV-Anmeldung als Selbständiger: Melde dich bei deiner kantonalen Ausgleichskasse an. Du bekommst einen Bescheid, der deinen Status als Einzelunternehmer bestätigt. Das ist auch die Grundlage für die Steuererklärung.
Separates Geschäftskonto: Das ist der wichtigste einzelne Schritt. Trenne private und geschäftliche Finanzen von Anfang an. Ein Geschäftskonto bei einer Schweizer Bank kostet CHF 5-10 pro Monat — und spart dir Stunden an Sortierarbeit.
Warum das Geschäftskonto so wichtig ist: Das Steueramt will eine klare Trennung sehen. Wenn dein Privatleben und dein Geschäft über dasselbe Konto laufen, wird jede Steuererklärung zum Detektivspiel — und bei einer Kontrolle hast du ein Problem.
Mehr zum Geschäftskonto für Selbständige.
Schritt 2: Buchhaltungstool wählen
Du hast drei Optionen — und die Wahl hängt von deiner Situation ab:
Option A: Excel — Wenn du weniger als 10 Transaktionen pro Monat hast, nicht MWST-pflichtig bist und keine Rechnungen stellst. Kostenlos, aber zeitaufwändig und fehleranfällig. Unsere kostenlose Excel-Vorlage hilft dir beim Start.
Option B: Buchhaltungssoftware — Sobald du regelmässig Rechnungen stellst, MWST-pflichtig bist oder einfach Zeit sparen willst. Ab CHF 7/Monat bekommst du alles, was du brauchst. Das ist die Lösung, die wir empfehlen.
Option C: Treuhänder — Wenn du wirklich keine Lust auf Buchhaltung hast und das Budget dafür einplanst (ab CHF 200/Monat). Aber ehrlich: Für die einfache Buchhaltung ist das in den meisten Fällen Geldverschwendung.
Den detaillierten Kostenvergleich findest du weiter unten.
Schritt 3: Belegsystem einrichten
Jede Buchung braucht einen Beleg — das ist gesetzliche Pflicht. Richte von Anfang an ein System ein, das funktioniert:
Digital-First-Ansatz (empfohlen):
- Fotografiere jeden Beleg sofort mit dem Handy
- Speichere ihn in einem festen Ordner (Google Drive, Dropbox, oder direkt in der Buchhaltungssoftware)
- Nummeriere systematisch: E-001, E-002... für Einnahmen, A-001, A-002... für Ausgaben
Die Aufbewahrungspflicht beträgt 10 Jahre. Papierbelege verblassen und gehen verloren — digitale Kopien sind rechtlich anerkannt und die sicherere Variante. Mehr dazu: Belege digital aufbewahren
Schritt 4: Einnahmen erfassen
Jedes Mal, wenn Geld auf deinem Geschäftskonto eingeht, erfasst du die Einnahme mit diesen Angaben:
- Datum — Wann ist das Geld eingegangen?
- Betrag — Wie viel? (Bruttobetrag in CHF)
- Beschreibung — Wofür? (Kundenname + Leistung)
- Belegnummer — Welche Rechnung gehört dazu?
Beispiel:
| Datum | Beschreibung | Betrag | Beleg |
|---|---|---|---|
| 15.01.2026 | Webdesign Meier GmbH | CHF 2'700.00 | E-001 |
| 28.01.2026 | Beratung Müller AG | CHF 1'500.00 | E-002 |
| 03.02.2026 | Logo Bäckerei Huber | CHF 850.00 | E-003 |
Falls du MWST-pflichtig bist, kommen noch Spalten für MWST-Satz und MWST-Betrag dazu.
Schritt 5: Ausgaben erfassen
Gleich wie bei den Einnahmen — nur umgekehrt. Jede geschäftliche Ausgabe wird erfasst:
| Datum | Beschreibung | Kategorie | Betrag | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| 05.01.2026 | Swisscom Abo | Telekommunikation | CHF 65.00 | A-001 |
| 12.01.2026 | Adobe Creative Cloud | IT & Software | CHF 59.00 | A-002 |
| 20.01.2026 | Büromaterial Orell Füssli | Bürobedarf | CHF 42.50 | A-003 |
Typische Kategorien für Selbständige: Büro & Miete, IT & Software, Telekommunikation, Fahrzeug & Transport, Versicherungen, Weiterbildung, Werbung & Marketing, AHV & Sozialversicherungen.
Tipp: Je genauer du kategorisierst, desto einfacher wird die Steuererklärung. Aber übertreib es nicht — 8 bis 12 Kategorien reichen völlig.
Schritt 6: Monatlicher Check (15 Minuten)
Einmal pro Monat — idealerweise am Monatsanfang — machst du einen kurzen Check:
- Kontoauszug abgleichen: Stimmen deine erfassten Transaktionen mit dem Bankauszug überein?
- Fehlende Belege nachfordern: Gibt es Buchungen ohne Beleg? Jetzt noch anfordern, bevor du es vergisst.
- Offene Rechnungen prüfen: Welche Kunden haben noch nicht bezahlt? Zahlungserinnerung versenden.
- Kurzer Blick auf die Zahlen: Einnahmen minus Ausgaben — bist du im Plus?
Das dauert 15 Minuten und bewahrt dich davor, am Jahresende alles auf einmal aufarbeiten zu müssen.
Schritt 7: Jahresabschluss und Steuererklärung
Am Ende des Geschäftsjahres (meistens 31. Dezember) erstellst du zwei Dokumente:
1. Einnahmen-/Ausgabenrechnung:
Total Einnahmen 2026: CHF 68'500.00
Total Ausgaben 2026: CHF 21'300.00
────────────────────────────────────────────
Gewinn 2026: CHF 47'200.00
2. Vermögensverzeichnis per 31.12.:
- Geschäftskonto: CHF 18'500
- Offene Kundenrechnungen: CHF 3'200
- Geschäftsfahrzeug (Restwert): CHF 8'000
- Offene Lieferantenrechnungen: CHF -1'400
Diese beiden Dokumente legst du deiner Steuererklärung bei. Das war's — deine einfache Buchhaltung ist fertig.
Detaillierte Anleitung zum Jahresabschluss: Jahresabschluss Einzelfirma Schweiz
Was kostet Buchhaltung wirklich? Der grosse Vergleich 2026
Hier wird es interessant. Die Kosten für Buchhaltung variieren enorm — von CHF 0 bis über CHF 5'000 pro Jahr. Hier der ehrliche Überblick:
Die vier Wege zur Buchhaltung
| Methode | Kosten pro Jahr | Zeitaufwand pro Woche | Für wen geeignet |
|---|---|---|---|
| Nichts tun | CHF 0 + Bussen | 0 Min | Niemanden |
| Excel / Google Sheets | CHF 0-100 | 30-60 Min | Absolute Einsteiger, < 10 Transaktionen/Mt. |
| Buchhaltungssoftware | CHF 84-600 | 10-15 Min | Alle Selbständigen (empfohlen) |
| Treuhänder | CHF 2'000-5'000 | 0 Min (du nicht, er schon) | Komplexe Fälle, keine Lust |
Die versteckten Kosten von Excel
Excel ist nur auf den ersten Blick gratis. Die wahren Kosten:
- Microsoft 365: CHF 100/Jahr (falls du es nicht schon hast)
- Zeitaufwand: 30-60 Minuten pro Woche = ca. 35 Stunden pro Jahr
- Dein Stundensatz: Wenn du CHF 100/Stunde verdienst, kostet dich Excel CHF 3'500/Jahr an entgangenen Einnahmen
- Fehlerrisiko: Eine falsche Formel kann dich bei der Steuerprüfung teuer zu stehen kommen
Fazit Excel: Für die ersten 2-3 Monate in Ordnung. Danach wird es zum Klotz am Bein.
Die versteckten Kosten eines Treuhänders
Ein Treuhänder kostet in der Schweiz CHF 150-300 pro Stunde. Für eine einfache Einzelfirma-Buchhaltung rechne mit:
- Monatliche Buchführung: CHF 100-200/Monat
- Jahresabschluss: CHF 500-1'000
- MWST-Abrechnung: CHF 200-400/Quartal
- Total: CHF 2'000-5'000 pro Jahr
Für eine GmbH mit komplexer Buchhaltung kann sich das lohnen. Für eine einfache Einzelfirma ist es in den meisten Fällen zu viel. Ausführlicher Vergleich: Buchhaltung ohne Treuhänder
Software: Der Sweet Spot
Buchhaltungssoftware liegt preislich zwischen Excel und Treuhänder — und bietet das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis:
| Software | Preis/Monat | Preis/Jahr | Rechnungen | MWST | Bankimport |
|---|---|---|---|---|---|
| Pfeffersack | CHF 7 | CHF 84 | Ja (QR) | Ja | Ja (KI) |
| Milchbüechli.ch | CHF 9 | CHF 108 | Nein | Nein | Nein |
| Milkee | CHF 24.90 | CHF 299 | Ja | Ja | Nein |
| Bexio | ab CHF 35 | ab CHF 420 | Ja | Ja | Ja |
| Abaclik | ab CHF 49 | ab CHF 588 | Ja | Ja | Ja |
Das Ergebnis: Pfeffersack bietet dieselben Kernfunktionen wie Tools, die 3-7× mehr kosten — QR-Rechnungen, automatische MWST-Berechnung und KI-gestützten Bankimport inklusive. Den vollständigen Preisvergleich aller Anbieter findest du in unserem Artikel Günstigste Buchhaltungssoftware Schweiz 2026.
Software-Vergleich für Selbständige 2026
Was brauchst du als Selbständiger wirklich — und welche Software liefert das? Hier die ehrliche Feature-Matrix:
| Funktion | Pfeffersack | Milkee | Bexio | Excel |
|---|---|---|---|---|
| Einnahmen/Ausgaben erfassen | Ja | Ja | Ja | Manuell |
| QR-Rechnungen erstellen | Ja | Ja | Ja | Nein |
| Offerten erstellen | Ja | Ja | Ja | Nein |
| MWST-Abrechnung | Automatisch | Automatisch | Automatisch | Manuell |
| Bankimport (CAMT/CSV) | Ja, KI-kategorisiert | Nein | Ja | Nein |
| Belege scannen (OCR) | Ja | Nein | Ja | Nein |
| Steuerbericht exportieren | Ja | Ja | Ja | Manuell |
| Doppelte Buchhaltung | Ja (wenn du wächst) | Nein | Ja | Nein |
| Mobile-tauglich | Ja | Ja | Ja | Bedingt |
| Schweizer Server | Ja | Ja | Ja | Nein (Microsoft) |
| Preis | CHF 7/Mt. | CHF 24.90/Mt. | ab CHF 35/Mt. | CHF 0-8/Mt. |
Worauf du bei der Wahl achten solltest
QR-Rechnungen: Schweizer Kunden erwarten QR-Rechnungen. Ohne dieses Feature bist du aufgeschmissen.
MWST-Unterstützung: Sobald du MWST-pflichtig wirst (ab CHF 100'000 Umsatz), brauchst du automatische Berechnung. Manuell geht das schief.
Bankimport: Das grösste Zeitersparnis überhaupt. Du lädst deinen Kontoauszug hoch, und die Software ordnet die Transaktionen automatisch zu. Ohne Bankimport tippst du alles manuell ab.
Wachstumsfähigkeit: Heute einfache Buchhaltung, morgen vielleicht doppelte? Wähle ein Tool, das mitwächst — sonst musst du bei Wachstum alles migrieren.
Preis: Du zahlst die Software jeden Monat. CHF 35/Monat klingt wenig, sind aber CHF 420/Jahr. Über 5 Jahre sind das CHF 2'100 — und das für eine einfache Einzelfirma-Buchhaltung.
Dein Buchhaltungs-Kalender: Was du wann erledigen musst
Damit du nichts vergisst, hier dein Buchhaltungs-Kalender für das ganze Jahr:
Wöchentlich (15 Minuten)
- Belege fotografieren und ablegen
- Einnahmen und Ausgaben erfassen
- Offene Rechnungen prüfen
Monatlich (15 Minuten)
- Kontoauszug mit Buchhaltung abgleichen
- Zahlungserinnerungen versenden
- Kurzer Blick auf Einnahmen vs. Ausgaben
Quartalsweise (30-60 Minuten)
| Quartal | Frist | Aufgabe |
|---|---|---|
| Q1 (Jan-Mär) | 30. April | MWST-Abrechnung einreichen* |
| Q2 (Apr-Jun) | 31. Juli | MWST-Abrechnung einreichen* |
| Q3 (Jul-Sep) | 31. Oktober | MWST-Abrechnung einreichen* |
| Q4 (Okt-Dez) | 31. Januar | MWST-Abrechnung einreichen* |
*Nur wenn du MWST-pflichtig bist (ab CHF 100'000 Umsatz)
Jährlich (2-3 Stunden)
| Monat | Aufgabe |
|---|---|
| Januar | Jahresabschluss erstellen (Einnahmen/Ausgaben + Vermögensverzeichnis) |
| Januar | AHV-Beiträge: Provisorische Abrechnung prüfen |
| Februar-März | Steuererklärung vorbereiten und einreichen |
| März | Eventuelle Fristerstreckung beantragen (je nach Kanton) |
| Dezember | Offene Rechnungen mahnen (vor Jahresende kassieren!) |
| Dezember | Geschäftsausgaben vorziehen (Steueroptimierung) |
Profi-Tipp: Trage dir diese Termine jetzt in deinen Kalender ein. Die häufigste Ursache für Stress mit der Buchhaltung ist Aufschieben — nicht Komplexität.
MWST und einfache Buchhaltung — das Wichtigste
Die Mehrwertsteuer ist das Thema, das bei Selbständigen am meisten Verwirrung stiftet. Hier das Wichtigste in Kürze:
Wann bist du MWST-pflichtig?
- Unter CHF 100'000 Jahresumsatz: Nicht MWST-pflichtig. Du musst dich nicht registrieren.
- Ab CHF 100'000 Jahresumsatz: MWST-pflichtig. Registrierung bei der ESTV ist Pflicht.
MWST-pflichtig und einfache Buchhaltung — geht das?
Ja, das geht. Du kannst MWST-pflichtig sein (Umsatz über CHF 100'000) und trotzdem die einfache Buchhaltung führen (Umsatz unter CHF 500'000). Das sind zwei verschiedene Schwellen:
| Schwelle | Folge |
|---|---|
| CHF 100'000 Umsatz | MWST-Pflicht (Registrierung bei ESTV) |
| CHF 500'000 Umsatz | Doppelte Buchhaltung wird Pflicht |
Welche MWST-Methode passt?
Für Selbständige mit einfacher Buchhaltung empfiehlt sich die Saldosteuersatz-Methode: Du rechnest einen pauschalen Prozentsatz ab und sparst dir den komplizierten Vorsteuerabzug. Ideal für Dienstleister mit wenig Materialaufwand.
Die aktuellen Schweizer MWST-Sätze 2026: Normalsatz 8.1%, reduzierter Satz 2.6%, Sondersatz 3.8% (Beherbergung).
Detaillierte Anleitung: MWST-Abrechnung selber machen
Die 5 grössten Irrtümer über Buchhaltung
Irrtum 1: «Ich brauche einen Treuhänder»
Falsch. Für die einfache Buchhaltung brauchst du keinen Treuhänder. Das Gesetz verlangt eine Aufzeichnung deiner Einnahmen, Ausgaben und Vermögenslage — das kannst du selber. Ein Treuhänder lohnt sich erst bei der doppelten Buchhaltung, komplexen Steuerfragen oder wenn du bewusst Zeit freikaufen willst.
Irrtum 2: «Buchhaltung ist kompliziert»
Falsch. Die doppelte Buchhaltung kann komplex sein — die einfache Buchhaltung ist es nicht. Wenn du weisst, was du eingenommen und ausgegeben hast, kannst du deine Buchhaltung führen. Es ist nicht schwieriger als ein Haushaltsbuch.
Irrtum 3: «Excel reicht für immer»
Gefährlich. Excel funktioniert am Anfang, wird aber mit wachsendem Geschäft zum Risiko. Keine automatische MWST-Berechnung, keine QR-Rechnungen, keine Belegverknüpfung, keine Revisionssicherheit. Ab 20+ Transaktionen pro Monat kostet dich Excel mehr Zeit als eine Software — und die Fehlerquote steigt massiv.
Irrtum 4: «Ich muss alles aufheben — auch die Schuhschachtel voller Quittungen»
Halb richtig. Du musst Belege 10 Jahre aufbewahren — aber nicht als Papier. Digitale Kopien (Foto, Scan) sind rechtlich gleichwertig, solange sie vollständig und unverändert sind. Die Schuhschachtel kannst du entsorgen, sobald alles digital gesichert ist.
Irrtum 5: «Teure Software = bessere Buchhaltung»
Falsch. Die teuerste Buchhaltungssoftware (CHF 50/Monat+) bietet oft Funktionen, die du als Einzelunternehmer nie brauchst: Lagerverwaltung, Multi-Währung, Konzernkonsolidierung. Was du wirklich brauchst — Einnahmen, Ausgaben, Rechnungen, MWST — bekommst du schon ab CHF 7/Monat.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich als Selbständiger eine Buchhaltung führen?
Ja, jeder Selbständige in der Schweiz ist zur Buchführung verpflichtet. Die gute Nachricht: Wenn dein Umsatz unter CHF 500'000 liegt, reicht die einfache Buchhaltung (Einnahmen-Ausgaben-Rechnung). Du musst keine doppelte Buchhaltung mit Bilanz und Erfolgsrechnung führen. Speziell für Einzelfirmen haben wir eine Komplettanleitung zur Buchhaltung zusammengestellt.
Was brauche ich für die einfache Buchhaltung?
Im Minimum: Eine Auflistung aller Einnahmen und Ausgaben (chronologisch), die dazugehörigen Belege und am Jahresende ein Vermögensverzeichnis. Ob du das in Excel, mit einer Software oder auf Papier machst, ist dir überlassen — Hauptsache vollständig und nachvollziehbar.
Wie viel Zeit kostet die einfache Buchhaltung pro Woche?
Mit einer Buchhaltungssoftware 10-15 Minuten pro Woche. Mit Excel 30-60 Minuten. Der Unterschied kommt durch den Bankimport, die automatische MWST-Berechnung und die integrierte Rechnungsstellung.
Was kostet die günstigste Buchhaltungssoftware für Selbständige?
Die günstigste vollständige Lösung ist Pfeffersack mit CHF 7 pro Monat (CHF 84/Jahr). Zum Vergleich: Milkee kostet CHF 24.90/Monat, Bexio ab CHF 35/Monat. Den kompletten Preisvergleich findest du in unserem Artikel Günstigste Buchhaltungssoftware Schweiz 2026.
Brauche ich ein separates Geschäftskonto?
Gesetzlich vorgeschrieben ist es nicht. Aber es ist der wichtigste Tipp, den wir dir geben können. Ein Geschäftskonto macht die Trennung von privaten und geschäftlichen Finanzen automatisch — und das Steueramt sieht es gerne. Die Kosten: CHF 5-10 pro Monat. Mehr: Geschäftskonto für Selbständige
Ab wann muss ich MWST abrechnen?
Ab einem Jahresumsatz von CHF 100'000 bist du MWST-pflichtig und musst dich bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) registrieren. Darunter kannst du dich freiwillig registrieren, falls du Vorsteuer geltend machen willst. Die MWST-Abrechnung erfolgt quartalsweise oder halbjährlich.
Kann ich die einfache Buchhaltung rückwirkend machen?
Theoretisch ja — aber es wird mühsam. Fehlende Belege sind nach Monaten schwer zu beschaffen, und Transaktionen lassen sich rückwirkend nur schwer zuordnen. Besser: Fang heute an, auch wenn das laufende Jahr schon fortgeschritten ist. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Was passiert, wenn ich keine Buchhaltung führe?
Das Steueramt kann dich schätzen — und diese Schätzungen fallen meistens zu deinen Ungunsten aus. Dazu kommen mögliche Bussen und Nachsteuern. Im schlimmsten Fall droht ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Kurz: Es lohnt sich nicht.
Wie lange muss ich meine Buchhaltung aufbewahren?
10 Jahre. Das gilt für alle Geschäftsunterlagen: Buchungen, Belege, Kontoauszüge, Rechnungen, Verträge. Digitale Aufbewahrung ist rechtlich anerkannt. Mehr dazu: Aufbewahrungspflicht Belege Schweiz
Kann ich von Excel auf eine Software umsteigen?
Ja, jederzeit. Du musst nicht deine gesamte Historie migrieren. Eröffne dein Software-Konto, gib den Anfangssaldo ein und erfasse ab sofort alles digital. Die Excel-Daten der Vorjahre behältst du als Archiv. Bei Pfeffersack kannst du ausserdem Bankdaten (CAMT-Dateien) importieren, um vergangene Transaktionen automatisch zu übernehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Milchbüechli und einfacher Buchhaltung?
Kein Unterschied — das ist dasselbe. Milchbüechli-Rechnung ist der Schweizer Volksmund-Begriff für die einfache Buchhaltung (Einnahmen-Ausgaben-Rechnung) gemäss OR Art. 957 Abs. 2. Ausführliche Erklärung: Milchbüechli-Rechnung Schweiz
Brauche ich eine Buchhaltung, wenn ich nebenberuflich selbständig bin?
Ja. Auch bei nebenberuflicher Selbständigkeit bist du buchführungspflichtig. Die gute Nachricht: Nebenberufliche haben in der Regel wenige Transaktionen, was die einfache Buchhaltung besonders unkompliziert macht. 5-10 Minuten pro Woche reichen locker.
Was mache ich, wenn mein Umsatz über CHF 500'000 steigt?
Dann musst du ab dem Folgejahr auf die doppelte Buchhaltung umstellen — mit Kontenplan, Bilanz und Erfolgsrechnung. Das klingt dramatisch, ist aber mit der richtigen Software kein grosses Problem. Pfeffersack unterstützt beide Buchhaltungsformen, sodass der Übergang nahtlos funktioniert. Mehr dazu: Einzelfirma vs. GmbH
Fazit: Einfach anfangen, einfach bleiben
Einfache Buchhaltung für Selbständige ist kein Hexenwerk. Du brauchst:
- Ein separates Geschäftskonto
- Ein Tool, das Einnahmen, Ausgaben und Rechnungen verwaltet
- 15 Minuten pro Woche Disziplin
Das war's. Kein Treuhänder für CHF 3'000/Jahr, kein Excel-Chaos mit kaputten Formeln, keine schlaflosen Nächte vor der Steuererklärung.
Warum Pfeffersack?
Pfeffersack wurde genau für dich gebaut — Selbständige in der Schweiz, die ihre Buchhaltung einfach und günstig erledigen wollen:
- CHF 7/Monat — 3-7× günstiger als vergleichbare Schweizer Tools
- QR-Rechnungen in 2 Minuten erstellt
- Bankimport mit KI — Transaktionen werden automatisch kategorisiert
- MWST-Abrechnung auf Knopfdruck
- Wächst mit dir — nahtloser Übergang zur doppelten Buchhaltung, wenn du ihn brauchst
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Dieser Artikel dient als allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Treuhänder. Bei komplexen steuerlichen Fragen empfehlen wir eine Fachberatung.



