QR-Rechnung Änderungen 2026 — strukturierte Adressen ab September Pflicht

Ab September 2026 gelten neue Regeln für QR-Rechnungen in der Schweiz. Was sich bei den Adressformaten ändert und was du jetzt tun musst.

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QR-RechnungSchweiz2026RechnungenPflichtangaben

Wenn du in der Schweiz Rechnungen stellst, betrifft dich diese Änderung direkt: Seit November 2025 gelten neue Vorgaben für QR-Rechnungen. Ab dem 30. September 2026 wird es ernst — dann werden QR-Rechnungen mit dem alten Adressformat von Banken nicht mehr verarbeitet. In diesem Artikel erfährst du, was sich konkret ändert, warum das wichtig ist und was du bis zur Deadline erledigen musst.


Inhaltsverzeichnis

  1. Was sich bei der QR-Rechnung ändert
  2. Timeline: Wann gelten die neuen Regeln?
  3. Strukturierte vs. kombinierte Adressen — der Unterschied
  4. Was du jetzt tun musst — Checkliste
  5. Welche Software unterstützt das neue Format?
  6. Häufige Fehler vermeiden
  7. Häufige Fragen (FAQ)

Was sich bei der QR-Rechnung ändert {#was-sich-aendert}

Die Änderung betrifft die Art, wie Adressen im Swiss QR-Code gespeichert werden. Bisher waren zwei Adressformate erlaubt:

  • Adresstyp K (kombiniert): Adresse als Freitext in zwei Zeilen
  • Adresstyp S (strukturiert): Adresse in einzelne Felder aufgeteilt

Mit den neuen Implementation Guidelines QR-Rechnung Version 2.3 von SIX hat sich das geändert. Ab sofort ist nur noch der Adresstyp S (strukturiert) zulässig. Der Adresstyp K (kombiniert) wird abgeschafft.

Das gilt für beide Adressen im QR-Code:

  • Die Adresse des Zahlungsempfängers (Rechnungssteller)
  • Die Adresse des Zahlungspflichtigen (Rechnungsempfänger)

Warum die Umstellung?

Strukturierte Adressen ermöglichen eine automatische Verarbeitung durch Banken und Software. Wenn Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort in separaten Feldern stehen, können Systeme die Daten eindeutig zuordnen. Bei kombinierten Adressen musste die Software raten, wo die Strasse aufhört und die PLZ anfängt — das führte regelmässig zu Fehlern.

Erweiterter Zeichensatz

Neben dem neuen Adressformat wurde auch der Zeichensatz erweitert. Umlaute und Sonderzeichen (z.B. in ausländischen Namen) werden neu besser unterstützt. Das betrifft vor allem Rechnungen an Empfänger mit Akzenten oder diakritischen Zeichen im Namen.


Timeline: Wann gelten die neuen Regeln? {#timeline}

Die Umstellung erfolgt in mehreren Phasen:

Datum Was passiert
21. November 2025 IG QR-Rechnung Version 2.3 tritt in Kraft. Nur noch strukturierte Adressen (Typ S) sind im Swiss QR-Code erlaubt.
21. November 2025 — 30. September 2026 Übergangsfrist: Banken akzeptieren weiterhin QR-Rechnungen mit kombinierten Adressen (Typ K).
30. September 2026 Deadline: Banken verarbeiten nur noch QR-Rechnungen mit strukturierten Adressen. QR-Rechnungen mit Adresstyp K werden abgelehnt.
14. November 2026 Zusätzliche Deadline für Zahlungsaufträge (pain.001-Dateien): Auch hier müssen Adressen strukturiert sein.

Was bedeutet die Übergangsfrist?

Während der Übergangsfrist (bis 30. September 2026) verarbeiten die meisten Banken noch beide Formate. Das heisst: Auch wenn du noch das alte Format verwendest, werden deine Rechnungen noch bezahlt. Aber: Du solltest die Umstellung nicht auf den letzten Tag verschieben.

Wichtig: Offiziell sind seit dem 21. November 2025 nur noch strukturierte Adressen erlaubt. Die Übergangsfrist ist eine Kulanzregelung der Banken — keine Verlängerung der Vorschrift. Je früher du umstellst, desto besser.


Strukturierte vs. kombinierte Adressen — der Unterschied {#unterschied}

Der Unterschied lässt sich am besten an einem Beispiel zeigen.

Kombinierte Adresse (Adresstyp K) — nicht mehr erlaubt

Bei der kombinierten Adresse wird die gesamte Anschrift in zwei Freitextfelder gepackt:

Adresstyp: K
Name:      Muster GmbH
Zeile 1:   Bahnhofstrasse 42
Zeile 2:   8001 Zürich
Land:      CH

Das Problem: Die Software weiss nicht, dass "Bahnhofstrasse" die Strasse ist, "42" die Hausnummer, "8001" die PLZ und "Zürich" der Ort. Alles steht zusammen in einem Freitextfeld.

Strukturierte Adresse (Adresstyp S) — der neue Standard

Bei der strukturierten Adresse hat jede Information ihr eigenes Feld:

Adresstyp:   S
Name:        Muster GmbH
Strasse:     Bahnhofstrasse
Hausnummer:  42
PLZ:         8001
Ort:         Zürich
Land:        CH

Vergleichstabelle

Merkmal Kombiniert (Typ K) Strukturiert (Typ S)
Status Nicht mehr zulässig Pflicht seit 21.11.2025
Adressfelder 2 Freitextzeilen Separate Felder (Strasse, Nr., PLZ, Ort)
Maschinenlesbar Eingeschränkt Vollständig
Automatische Verarbeitung Fehleranfällig Zuverlässig
Sonderzeichen Eingeschränkt Erweitert
Postfach Im Freitext Im Feld "Strasse"

Sonderfall Postfach

Wenn dein Unternehmen ein Postfach statt einer Strassadresse verwendet, trägst du das Postfach im Feld Strasse ein. Das Feld Hausnummer bleibt dann leer:

Adresstyp:   S
Name:        Muster AG
Strasse:     Postfach 123
Hausnummer:  (leer)
PLZ:         3000
Ort:         Bern
Land:        CH

Was du jetzt tun musst — Checkliste {#checkliste}

Hier ist deine Schritt-für-Schritt-Anleitung, damit du vor der Deadline am 30. September 2026 bereit bist:

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│         CHECKLISTE: UMSTELLUNG STRUKTURIERTE ADRESSEN           │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│                                                                 │
│ SOFTWARE PRÜFEN                                                 │
│ □ Unterstützt deine Rechnungssoftware Adresstyp S?              │
│ □ Ist die Software auf dem neuesten Stand?                      │
│ □ Werden Adressen in separate Felder aufgeteilt?                │
│                                                                 │
│ EIGENE ADRESSE PRÜFEN                                           │
│ □ Ist deine Firmenadresse vollständig?                          │
│ □ Strasse und Hausnummer getrennt erfasst?                      │
│ □ PLZ und Ort getrennt erfasst?                                 │
│ □ Ländercode (CH) korrekt?                                      │
│                                                                 │
│ KUNDENADRESSEN PRÜFEN                                           │
│ □ Sind alle Kundenadressen vollständig?                         │
│ □ Strasse und Hausnummer in separaten Feldern?                  │
│ □ Keine Freitext-Adressen mehr vorhanden?                       │
│ □ Postfächer korrekt erfasst?                                   │
│                                                                 │
│ TESTEN                                                          │
│ □ Test-Rechnung mit neuem Format erstellen                      │
│ □ QR-Code mit Banking-App scannen                               │
│ □ Alle Adressdaten korrekt übertragen?                          │
│ □ Zahlung funktioniert?                                         │
│                                                                 │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘

Die drei wichtigsten Schritte

1. Software aktualisieren oder wechseln

Prüfe als Erstes, ob deine aktuelle Rechnungssoftware den neuen Adresstyp S unterstützt. Wenn du Excel-Vorlagen oder einen Online-Generator verwendest, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel zu einer professionellen Lösung.

2. Adressdaten bereinigen

Geh deine Kundendaten durch und stelle sicher, dass Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort in separaten Feldern gespeichert sind. Wenn du bisher alles in ein Textfeld geschrieben hast, musst du die Daten aufteilen.

3. Testen, testen, testen

Erstelle eine Test-QR-Rechnung und scanne den QR-Code mit deiner Banking-App. Werden alle Felder korrekt angezeigt? Stimmen Name, Strasse, PLZ und Ort? Erst wenn alles passt, solltest du produktiv umstellen.


Welche Software unterstützt das neue Format? {#software}

Die meisten grossen Schweizer Buchhaltungsprogramme haben das neue Format bereits implementiert oder sind dabei:

Software Strukturierte Adressen Bemerkung
Pfeffersack Ja, vollständig Seit Einführung der QR-Rechnung
Bexio Ja Update erforderlich
Abacus Ja Ab Version 2025
Klara Ja Automatisch aktualisiert
Banana Ja Update nötig

Pfeffersack: Bereits konform

Pfeffersack unterstützt das neue strukturierte Adressformat von Anfang an. Wenn du Pfeffersack für deine QR-Rechnungen verwendest, musst du nichts umstellen — deine Rechnungen sind bereits konform mit den neuen Vorgaben.

Deine Kundenadressen werden automatisch in die richtigen Felder aufgeteilt: Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort. Auch der erweiterte Zeichensatz wird unterstützt.

Das Ganze kostet dich CHF 7 pro Monat — inklusive unbegrenzter QR-Rechnungen, automatischer Referenznummern und professionellem Design.

Tipp: Du kannst Pfeffersack 7 Tage kostenlos testen. So siehst du sofort, ob deine Rechnungen den neuen Anforderungen entsprechen.


Häufige Fehler vermeiden {#haeufige-fehler}

Bei der Umstellung auf strukturierte Adressen gibt es einige typische Stolperfallen:

Fehler 1: Hausnummer im Strassenfeld

Falsch:

Strasse:     Bahnhofstrasse 42
Hausnummer:  (leer)

Richtig:

Strasse:     Bahnhofstrasse
Hausnummer:  42

Die Hausnummer gehört in ein eigenes Feld. Wenn du sie zusammen mit der Strasse erfasst, ist die Adresse technisch nicht korrekt strukturiert.

Fehler 2: PLZ und Ort zusammen

Falsch:

PLZ:  (leer)
Ort:  8001 Zürich

Richtig:

PLZ:  8001
Ort:  Zürich

PLZ und Ort müssen getrennt sein. Das klingt selbstverständlich, passiert aber häufig bei importierten Adressdaten.

Fehler 3: Ländercode fehlt

Falsch:

Land: (leer)

Richtig:

Land: CH

Der zweistellige ISO-Ländercode ist bei strukturierten Adressen Pflicht. Für die Schweiz ist das "CH", für Liechtenstein "LI", für Deutschland "DE".

Fehler 4: Nur die eigene Adresse umgestellt

Viele denken nur an die eigene Firmenadresse. Aber auch die Adresse des Zahlungspflichtigen (also deines Kunden) muss strukturiert sein, wenn du sie im QR-Code angibst. Prüfe deshalb auch deine Kundendatenbank.

Fehler 5: Alte Software-Version

Manche Rechnungsprogramme unterstützen strukturierte Adressen erst ab einer bestimmten Version. Stelle sicher, dass du die aktuellste Version deiner Software verwendest. Ein Update ist meist kostenlos und in wenigen Minuten erledigt.


Häufige Fragen (FAQ) {#faq}

Was passiert, wenn ich die Deadline verpasse?

Ab dem 30. September 2026 werden QR-Rechnungen mit kombinierten Adressen (Typ K) von Banken abgelehnt. Das bedeutet: Dein Kunde kann die Rechnung nicht mehr über den QR-Code bezahlen. Die Zahlung muss dann manuell erfasst werden — das führt zu Verzögerungen und Ärger.

Muss ich meine alten Rechnungen anpassen?

Nein. Bereits verschickte Rechnungen sind davon nicht betroffen. Die neue Regel gilt nur für neu erstellte QR-Rechnungen ab dem Stichtag.

Ich verwende keine QR-Rechnungen. Betrifft mich das?

Wenn du keine QR-Rechnungen erstellst, betrifft dich die Adressänderung bei den QR-Rechnungen nicht direkt. Allerdings: Wenn du Zahlungsaufträge über pain.001-Dateien abwickelst, musst du dort ebenfalls bis November 2026 auf strukturierte Adressen umstellen.

Was ist mit Adressen ohne Hausnummer?

Nicht jede Adresse hat eine Hausnummer (z.B. bei Bauernhöfen oder Liegenschaften). In diesem Fall lässt du das Feld Hausnummer einfach leer. Das ist erlaubt.

Gilt das auch für Rechnungen in EUR?

Ja. Die Regel gilt für alle QR-Rechnungen, unabhängig von der Währung (CHF oder EUR).

Ich habe Kunden im Ausland. Was muss ich beachten?

Bei ausländischen Kundenadressen gelten dieselben Regeln: Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort müssen in separaten Feldern stehen. Zusätzlich muss der ISO-Ländercode korrekt sein (z.B. "DE" für Deutschland, "AT" für Österreich, "FR" für Frankreich).

Wie erkenne ich, ob meine QR-Rechnung das neue Format verwendet?

Visuell siehst du keinen Unterschied — die Änderung betrifft nur die Datenstruktur im QR-Code. Du kannst den QR-Code mit einem QR-Code-Reader scannen und prüfen, ob der Adresstyp "S" angezeigt wird. Oder du verwendest eine Software wie Pfeffersack, die das automatisch sicherstellt.


Fazit

Die Umstellung auf strukturierte Adressen in QR-Rechnungen ist keine Option — sie ist Pflicht. Mit der Deadline am 30. September 2026 bleibt dir noch Zeit, aber du solltest nicht zu lange warten. Die wichtigsten Schritte:

  • Software prüfen: Unterstützt dein Tool das neue Format?
  • Adressen bereinigen: Strasse, Hausnummer, PLZ und Ort getrennt erfassen
  • Testen: QR-Code mit Banking-App scannen und prüfen

Wer eine moderne Buchhaltungssoftware wie Pfeffersack verwendet, muss sich keine Sorgen machen — die Umstellung ist bereits erledigt.


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Dieser Artikel wurde am 6. März 2026 veröffentlicht. Technische Spezifikationen basieren auf den Implementation Guidelines QR-Rechnung v2.3 von SIX. Bei Unsicherheiten empfehlen wir die offizielle Dokumentation unter paymentstandards.ch.

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