Du hast 47 Stunden für einen Kunden gearbeitet. Jetzt sitzt du da, scrollst durch dein Excel, versuchst herauszufinden, welche Einträge zu welchem Projekt gehören, und tippst die Positionen manuell in eine Rechnung. Eine halbe Stunde später fragst du dich: Waren es wirklich 47 Stunden — oder eher 49?
Das ist der Alltag von tausenden Schweizer Freelancern. Zeiterfassung und Rechnungsstellung laufen getrennt, in verschiedenen Tools, mit doppelter Dateneingabe und einem permanenten Fehlerrisiko.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du als Freelancer in der Schweiz deine erfassten Stunden direkt in QR-Rechnungen umwandelst — ohne Umweg, ohne Medienbruch.
Inhaltsverzeichnis
- Das Problem: Zeiterfassung und Rechnung getrennt
- Warum Freelancer Geld verlieren
- Die 3 gängigen Ansätze im Vergleich
- So funktioniert integrierte Zeiterfassung + Rechnungsstellung
- Worauf du bei einem Schweizer Tool achten musst
- Pfeffersack vs. Konkurrenz — der Vergleich
- Stundensatz richtig abrechnen
- Weiterführende Artikel
Das Problem: Zeiterfassung und Rechnung getrennt
Die meisten Freelancer arbeiten so: Stunden tracken in Tool A, Rechnung schreiben in Tool B. Manche nutzen dafür sogar drei oder vier verschiedene Anwendungen — ein Timer auf dem Handy, eine Excel-Tabelle auf dem Laptop, ein Word-Dokument für die Rechnung und das E-Banking für den QR-Code.
Das funktioniert. Irgendwie. Aber es kostet dich jedes Mal 20 bis 30 Minuten pro Rechnung, nur um Daten von einem Ort zum anderen zu kopieren. Bei sechs bis acht Rechnungen pro Monat sind das zwei bis vier Stunden — Zeit, die du deinen Kunden nicht in Rechnung stellst.
Und es ist nicht nur die verlorene Zeit. Jeder Medienbruch ist eine Fehlerquelle. Du überträgst die falsche Stundenanzahl, vergisst eine Position oder rundest unbewusst ab. Über ein Jahr summieren sich solche Fehler auf mehrere hundert Franken, die dir entgehen.
Kurz gesagt: Wer Zeiterfassung und Rechnungsstellung trennt, arbeitet doppelt und verdient weniger.
Warum Freelancer Geld verlieren
Eine Studie des Freelancers Union zeigt: Der durchschnittliche Freelancer verliert 10 bis 15 Prozent seines potenziellen Einkommens durch mangelhaftes Zeitmanagement. In der Schweiz, wo Stundensätze zwischen CHF 80 und CHF 250 liegen, bedeutet das schnell CHF 5'000 bis 15'000 pro Jahr.
Die drei häufigsten Ursachen:
1. Unbilled Hours — vergessene Stunden
Du beantwortest abends noch schnell eine Kundenmail. Du führst ein 15-Minuten-Telefonat zwischen zwei Meetings. Du recherchierst etwas für ein Projekt, während du in der S-Bahn sitzt. All diese Miniblöcke werden nie erfasst — und nie verrechnet.
Typischer Verlust: 2-4 Stunden pro Woche, also CHF 160-1'000 pro Woche je nach Stundensatz.
2. Rundungsfehler beim Abrechnen
Du hast 3 Stunden und 40 Minuten gearbeitet. In der Rechnung schreibst du "3.5 Stunden". Oder du rundest grosszügig auf halbe Stunden ab, weil es sauberer aussieht. Bei einem Stundensatz von CHF 150 kostet dich jede vergessene Viertelstunde CHF 37.50.
Typischer Verlust: CHF 150-500 pro Monat.
3. Fehlende Transparenz für den Kunden
Wenn du deinem Kunden eine Rechnung über "47 Stunden Webentwicklung" schickst, hat er keine Möglichkeit nachzuvollziehen, was du gemacht hast. Das führt zu Rückfragen, Diskussionen und im schlimmsten Fall zu Rabatten, die du gibst, um Frieden zu schliessen.
Typischer Verlust: 5-10% Rabatte auf umstrittene Rechnungen.
Was das über ein Jahr bedeutet
| Verlustquelle | Pro Woche | Pro Jahr (48 Wochen) |
|---|---|---|
| Vergessene Stunden (3h × CHF 130) | CHF 390 | CHF 18'720 |
| Rundungsfehler | CHF 75 | CHF 3'600 |
| Rabatte durch fehlende Transparenz | CHF 50 | CHF 2'400 |
| Total | CHF 515 | CHF 24'720 |
Die Zahlen sind natürlich je nach Situation unterschiedlich. Aber selbst wenn nur ein Bruchteil davon auf dich zutrifft: Du verschenkst Geld, das dir zusteht.
Die 3 gängigen Ansätze im Vergleich
Ansatz 1: Excel + Word/PDF
Der Klassiker. Du trackst deine Stunden in einer Excel-Tabelle und erstellst die Rechnung in Word, InDesign oder einem Online-Generator.
Vorteile:
- Kostenlos (wenn du Excel/Google Sheets schon hast)
- Maximale Flexibilität
- Keine Einarbeitungszeit
Nachteile:
- Doppelte Dateneingabe bei jeder Rechnung
- Keine QR-Rechnungen möglich
- Keine MWST-Automatisierung
- Hohes Fehlerrisiko
- Keine Auswertungen
Ansatz 2: Separate Tools (z.B. Toggl + bexio)
Du nutzt ein professionelles Zeiterfassungstool und eine separate Buchhaltungssoftware. Manche bieten Integrationen an — die aber selten reibungslos funktionieren.
Vorteile:
- Professionelle Zeiterfassung
- Professionelle Rechnungsstellung
- Teilweise Integration möglich
Nachteile:
- Zwei Abos (CHF 20-80+ pro Monat total)
- Integration oft umständlich oder fehleranfällig
- Daten liegen in zwei Systemen
- Zwei Logins, zwei Oberflächen
Ansatz 3: Integrierte Lösung (alles in einem Tool)
Ein Tool, das Zeiterfassung und Rechnungsstellung direkt verbindet. Du trackst deine Stunden, klickst auf "Rechnung erstellen" und bekommst eine fertige QR-Rechnung.
Vorteile:
- Kein Medienbruch
- Ein Preis, ein Login
- Stunden fliessen direkt in die Rechnung
- Weniger Fehler
- Auswertungen über Projekte und Kunden
Nachteile:
- Weniger spezialisiert als reine Zeiterfassungstools (z.B. keine Teamfunktionen)
Der Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Excel + Word | Separate Tools | Integrierte Lösung |
|---|---|---|---|
| Kosten/Monat | CHF 0 | CHF 20-80+ | CHF 7-25 |
| Zeitaufwand pro Rechnung | 20-30 Min | 10-15 Min | 2-5 Min |
| QR-Rechnung | Nein | Ja (Buchhaltungstool) | Ja |
| Medienbrüche | 2+ | 1 | 0 |
| Fehlerrisiko | Hoch | Mittel | Tief |
| MWST-Automatisierung | Nein | Ja | Ja |
| Stundenauswertung | Manuell | Im Zeittool | Integriert |
| Geeignet für | Gelegentliche Rechnungen | Teams, Agenturen | Freelancer, Einzelfirmen |
Fazit: Für Schweizer Freelancer und Einzelunternehmer ist die integrierte Lösung fast immer der beste Ansatz — weniger Aufwand, weniger Fehler, tiefere Kosten.
So funktioniert integrierte Zeiterfassung + Rechnungsstellung
Wie sieht der Ablauf konkret aus, wenn Zeiterfassung und Rechnungsstellung in einem Tool vereint sind? Hier die fünf Schritte am Beispiel von Pfeffersack:
Schritt 1: Projekt und Kunde anlegen
Du legst einen Kunden an (Name, Adresse, E-Mail) und erstellst ein Projekt mit dem vereinbarten Stundensatz. Das machst du einmal — danach sind die Daten gespeichert und wiederverwendbar.
Schritt 2: Stunden laufend erfassen
Während du arbeitest, startest du den Timer oder trägst deine Stunden manuell ein. Jeder Eintrag bekommt eine kurze Beschreibung: "Meeting mit Kunde", "Frontend-Entwicklung", "Code Review". So weisst du auch Wochen später noch, was du gemacht hast.
Schritt 3: Stundenübersicht prüfen
Am Ende des Monats (oder des Projekts) siehst du auf einen Blick, wie viele Stunden du für welchen Kunden und welches Projekt gearbeitet hast. Du kannst nach Datum filtern, einzelne Einträge anpassen und die Gesamtsumme prüfen.
Schritt 4: Rechnung aus Stunden erstellen
Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Du wählst die erfassten Stunden aus und klickst auf "Rechnung erstellen". Die Software übernimmt automatisch:
- Kundendaten (Name, Adresse)
- Einzelne Positionen mit Beschreibung und Stundenanzahl
- Den vereinbarten Stundensatz
- Die MWST-Berechnung (falls du MWST-pflichtig bist)
- Den korrekten QR-Zahlschein mit deiner QR-IBAN
Zeitaufwand: etwa 2 Minuten.
Schritt 5: Rechnung versenden und nachverfolgen
Du versendest die Rechnung als PDF per E-Mail oder druckst sie aus. Im Dashboard siehst du jederzeit, welche Rechnungen offen, überfällig oder bezahlt sind. Bei Bedarf erstellst du eine Mahnung mit wenigen Klicks.
┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ ABLAUF: STUNDEN → RECHNUNG │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│ │
│ ① Projekt anlegen (einmalig, 3 Min) │
│ ↓ │
│ ② Stunden erfassen (laufend, Timer/manuell) │
│ ↓ │
│ ③ Stundenübersicht prüfen (1 Min) │
│ ↓ │
│ ④ Rechnung generieren (2 Min, automatisch) │
│ ↓ │
│ ⑤ Versenden & nachverfolgen (1 Min) │
│ │
│ TOTAL PRO RECHNUNG: ca. 5 Minuten │
│ (statt 20-30 Min mit Excel) │
│ │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘
Worauf du bei einem Schweizer Tool achten musst
Nicht jedes Zeiterfassungstool taugt für die Schweiz. Internationale Tools wie Toggl oder Harvest sind hervorragend für das Tracking — aber sie kennen weder QR-Rechnungen noch Schweizer MWST-Sätze noch CHF als Standardwährung. Wenn du ein Tool für die Schweiz suchst, achte auf diese Punkte:
QR-Rechnung mit Swiss QR Code
Seit September 2022 ist die QR-Rechnung der einzige Standard für Zahlungen in der Schweiz. Dein Tool muss QR-Rechnungen mit korrektem Swiss QR Code generieren können — inklusive strukturierter Adresse (Pflicht seit November 2025). Mehr dazu in unserem Guide zur QR-Rechnung.
Schweizer MWST-Sätze
Die Schweiz hat eigene MWST-Sätze, die sich von der EU unterscheiden. Seit Januar 2024 gelten:
| Satz | Prozent | Anwendung |
|---|---|---|
| Normalsatz | 8.1% | Standard |
| Reduzierter Satz | 2.6% | Lebensmittel, Bücher etc. |
| Sondersatz | 3.8% | Beherbergung |
Dein Tool muss diese Sätze kennen und korrekt auf Rechnungen ausweisen. Falls du MWST-pflichtig bist, brauchst du zusätzlich die Möglichkeit, MWST-Abrechnungen zu erstellen.
CHF als Standardwährung
Klingt banal, ist es aber nicht. Viele internationale Tools rechnen standardmässig in Euro oder Dollar. Du brauchst ein Tool, das CHF nativ unterstützt — inklusive korrekter Formatierung (1'234.56 statt 1.234,56).
QR-IBAN Unterstützung
Für Rechnungen mit Referenznummer brauchst du eine QR-IBAN. Dein Tool muss damit umgehen können und die Referenznummer automatisch generieren.
Schweizer Datenhaltung
Für viele Freelancer ist es wichtig, dass ihre Finanzdaten in der Schweiz oder zumindest in Europa gespeichert werden — nicht auf einem Server in den USA. Achte auf den Serverstandort.
Rechnungs-Pflichtangaben
Eine korrekte Schweizer Rechnung hat bestimmte Pflichtangaben: MWST-Nummer, vollständige Adresse, Rechnungsnummer, Leistungsbeschreibung und mehr. Dein Tool sollte sicherstellen, dass nichts fehlt.
Checkliste: Das muss dein Tool können
┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ CHECKLISTE: ZEITERFASSUNG + RECHNUNG SCHWEIZ │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│ │
│ ZEITERFASSUNG │
│ □ Timer-Funktion (Start/Stop) │
│ □ Manuelle Eingabe │
│ □ Projektbezogene Erfassung │
│ □ Beschreibung pro Eintrag │
│ □ Auswertungen (pro Kunde, Projekt, Monat) │
│ │
│ RECHNUNGSSTELLUNG │
│ □ QR-Rechnung mit Swiss QR Code │
│ □ QR-IBAN + automatische Referenznummer │
│ □ Schweizer MWST-Sätze (8.1%, 2.6%, 3.8%) │
│ □ CHF als Standardwährung │
│ □ Pflichtangaben automatisch │
│ □ PDF-Export │
│ │
│ INTEGRATION │
│ □ Stunden direkt in Rechnung überführen │
│ □ Kundendaten wiederverwenden │
│ □ Offene Rechnungen nachverfolgen │
│ □ Mahnwesen │
│ │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘
Pfeffersack vs. Konkurrenz — der Vergleich
Es gibt dutzende Tools für Zeiterfassung und Rechnungsstellung. Aber nur wenige sind für den Schweizer Markt gemacht. Hier der ehrliche Vergleich:
Die Kandidaten
- Pfeffersack — Schweizer All-in-One für Freelancer und Einzelfirmen
- Clockodo — Deutsches Zeiterfassungstool (keine Rechnungen)
- Toggl Track — Internationales Zeiterfassungstool (keine Rechnungen)
- Harvest — Internationales Tool mit Zeiterfassung + Rechnungen
- bexio — Schweizer Buchhaltungssoftware (Zeiterfassung nur im Pro-Abo)
- MILKEE — Schweizer Buchhaltungssoftware für Selbständige
Der Vergleich
| Kriterium | Pfeffersack | Clockodo | Toggl Track | Harvest | bexio | MILKEE |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Preis/Monat | CHF 7 | ab EUR 7 | ab USD 9 | ab USD 11 | ab CHF 29 | ab CHF 24.90 |
| Zeiterfassung | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ (ab Pro) | ❌ |
| Timer-Funktion | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ |
| QR-Rechnung | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
| Stunden → Rechnung | ✅ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ (ab Pro) | ❌ |
| Schweizer MWST | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
| CHF nativ | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
| Buchhaltung | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
| OCR-Belegerkennung | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ❌ |
| Offerten | ✅ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ | ✅ |
| Mahnwesen | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
| Für Schweiz gemacht | ✅ | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
Was fällt auf?
Clockodo und Toggl sind reine Zeiterfassungstools. Sie sind hervorragend darin, Stunden zu tracken — aber du brauchst ein zweites Tool für die Rechnungsstellung. Und keines von beiden kann QR-Rechnungen erstellen.
Harvest bietet beides — Zeiterfassung und Rechnungen. Aber es kennt weder QR-Rechnungen noch Schweizer MWST-Sätze. Für die Schweiz ist es keine vollständige Lösung.
bexio kann alles, ist aber für Einzelfirmen und Freelancer deutlich überdimensioniert. Die Zeiterfassung gibt es erst ab dem Pro-Abo für CHF 65/Monat. Das ist das Neunfache von Pfeffersack. Mehr dazu: Bexio Alternative Schweiz.
MILKEE ist eine solide Schweizer Lösung für Buchhaltung und Rechnungen, bietet aber keine integrierte Zeiterfassung. Du brauchst also wieder ein separates Tool. Mehr dazu: MILKEE Alternative Schweiz.
Pfeffersack vereint Zeiterfassung, QR-Rechnungen, Buchhaltung und Belegerkennung in einem Tool — für CHF 7/Monat. Keine Zusatzkosten, keine versteckten Upgrades.
Stundensatz richtig abrechnen
Die Zeiterfassung ist nur die halbe Miete. Genauso wichtig ist, wie du deine Stunden abrechnest. Hier die gängigsten Modelle und wann sie sinnvoll sind.
Modell 1: Abrechnung nach effektiven Stunden
Du rechnest genau ab, was du gearbeitet hast. 12 Stunden und 45 Minuten = 12.75 Stunden auf der Rechnung.
Vorteile:
- Transparent und fair
- Einfach mit Zeiterfassung
- Kunde zahlt nur, was geleistet wurde
Nachteile:
- Kunde sieht jeden einzelnen Eintrag
- Diskussionen über einzelne Positionen möglich
- Du trägst das Risiko bei Ineffizienz
Geeignet für: Laufende Betreuung, Support, Beratung
Modell 2: Pauschale pro Projekt
Du nennst einen Fixpreis für ein definiertes Projekt. Egal ob du 20 oder 30 Stunden brauchst — der Preis bleibt gleich.
Vorteile:
- Planungssicherheit für beide Seiten
- Keine Diskussion über Stunden
- Mehr Marge, wenn du effizient bist
Nachteile:
- Risiko bei Scope Creep (Mehraufwand)
- Schwierig bei unklarem Umfang
- Erfordert gute Schätzungsfähigkeit
Geeignet für: Klar definierte Projekte (Website, Logo, App)
Tipp: Auch bei Pauschalen solltest du deine Stunden tracken. So weisst du, ob sich das Projekt gelohnt hat, und kannst zukünftige Offerten besser kalkulieren.
Modell 3: Monatliches Retainer-Modell
Der Kunde bucht ein festes Stundenkontingent pro Monat — zum Beispiel 20 Stunden für CHF 2'600. Nicht genutzte Stunden verfallen oder werden übertragen.
Vorteile:
- Regelmässiges Einkommen
- Planbare Auslastung
- Langfristige Kundenbeziehung
Nachteile:
- Geringerer Stundensatz (Mengenrabatt)
- Verpflichtung zur Verfügbarkeit
- Tracking der genutzten Stunden notwendig
Geeignet für: Langfristige Kundenbeziehungen, laufende Betreuung
Welches Modell für welche Situation?
| Situation | Empfohlenes Modell |
|---|---|
| Laufende Beratung/Support | Effektive Stunden |
| Website/App-Projekt | Pauschale |
| Monatliche Betreuung | Retainer |
| Erstauftrag/Neuer Kunde | Effektive Stunden |
| Wiederkehrender Kunde | Retainer oder Pauschale |
Tipps für die Stundenabrechnung
1. Viertelstunden als Minimum Rechne in 15-Minuten-Blöcken ab. Ein Telefonat von 7 Minuten wird auf 15 Minuten aufgerundet. Das ist branchenüblich und fair.
2. Transparente Beschreibungen Schreib nicht "Arbeit am Projekt" auf die Rechnung. Schreib "Frontend-Entwicklung: Kontaktformular implementiert und getestet". Je konkreter, desto weniger Rückfragen.
3. Reisezeit separat ausweisen Wenn du zum Kunden fährst, rechne die Reisezeit separat ab — idealerweise zu einem reduzierten Satz (z.B. 50% deines normalen Stundensatzes).
4. Administrationszeit einpreisen E-Mails lesen, Meetings vorbereiten, Dateien organisieren — all das ist Arbeitszeit. Entweder du rechnest sie direkt ab oder du kalkulierst sie in deinen Stundensatz ein.
5. Regelmässig abrechnen Rechne monatlich ab, nicht erst am Projektende. Das verbessert deine Liquidität und reduziert das Risiko bei Zahlungsausfällen.
Was du bei der MWST beachten musst
Falls du über CHF 100'000 Jahresumsatz liegst, bist du MWST-pflichtig. Das bedeutet: Auf jeder Rechnung muss die Mehrwertsteuer korrekt ausgewiesen sein.
Bei der Abrechnung nach Stunden sieht das so aus:
┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ RECHNUNGSBEISPIEL MIT MWST │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│ │
│ Position 1: Frontend-Entwicklung │
│ 24.5 Stunden × CHF 150.00 CHF 3'675.00 │
│ │
│ Position 2: Code Review + Testing │
│ 8.25 Stunden × CHF 150.00 CHF 1'237.50 │
│ │
│ Position 3: Meeting + Abstimmung │
│ 3.0 Stunden × CHF 150.00 CHF 450.00 │
│ │
│ ─────────────────────────────────────────────────────────────── │
│ Zwischensumme CHF 5'362.50 │
│ MWST 8.1% CHF 434.36 │
│ ─────────────────────────────────────────────────────────────── │
│ TOTAL CHF 5'796.86 │
│ │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘
Mit einem integrierten Tool wie Pfeffersack wird die MWST automatisch berechnet und korrekt auf der QR-Rechnung ausgewiesen. Du musst dich um nichts kümmern.
Zeiterfassung: Tipps aus der Praxis
Track sofort, nicht später
Die goldene Regel der Zeiterfassung: Erfasse deine Stunden sofort, nicht am Abend, nicht am Freitag, nicht am Monatsende. Je länger du wartest, desto ungenauer wird es. Studien zeigen, dass Einträge, die am selben Tag gemacht werden, um bis zu 30% genauer sind als solche, die erst eine Woche später nachgetragen werden.
Nutze den Timer
Manuelles Eintragen funktioniert, ist aber fehleranfällig. Ein Timer, den du mit einem Klick startest und stoppst, ist genauer und einfacher. Die meisten Freelancer gewöhnen sich in einer Woche daran.
Kategorisiere konsequent
Jeder Eintrag sollte einem Kunden und einem Projekt zugeordnet sein. So siehst du am Monatsende sofort, wie viele Stunden du für welchen Kunden gearbeitet hast — und kannst in Sekunden eine Rechnung erstellen.
Analysiere deine Daten
Gute Zeiterfassung liefert dir wertvolle Daten: Welcher Kunde ist profitabel? Welches Projekt hat länger gedauert als geschätzt? Wo verlierst du Zeit mit unbezahlter Arbeit? Nutze diese Erkenntnisse, um deine Preise und Prozesse zu optimieren.
Weiterführende Artikel
Wenn du tiefer in einzelne Themen einsteigen möchtest, findest du hier unsere ausführlichen Guides:
-
Stundensatz berechnen als Freelancer — Die komplette Formel mit allen Kostenfaktoren, Branchenübersicht und Praxisbeispiel.
-
QR-Rechnung erstellen in der Schweiz — Alles über QR-IBAN, Gestaltungsregeln, strukturierte Adressen und häufige Fehler.
-
Rechnung schreiben: Alle Pflichtangaben — Was auf einer korrekten Schweizer Rechnung stehen muss — inklusive MWST-Regeln.
-
Buchhaltung für Freelancer — Wie du deine Buchhaltung als Freelancer in 15 Minuten pro Woche erledigst.
Fazit: Zeiterfassung und Rechnung gehören zusammen
Wenn du als Freelancer in der Schweiz auf Stundenbasis arbeitest, gibt es keinen Grund, Zeiterfassung und Rechnungsstellung zu trennen. Jeder Medienbruch kostet dich Zeit und Geld.
Die wichtigsten Punkte:
- Integrierte Lösung wählen — Ein Tool für beides spart dir 20+ Minuten pro Rechnung
- Stunden sofort erfassen — Nicht erst am Monatsende nachträglich schätzen
- QR-Rechnungen nutzen — Der Schweizer Standard seit 2022
- MWST automatisieren — Falls du MWST-pflichtig bist, muss das Tool die Sätze kennen
- Transparenz schaffen — Detaillierte Stundenaufstellungen vermeiden Kundendiskussionen
- Daten analysieren — Nutze die Zeiterfassung, um deine Profitabilität zu verstehen
Mit Pfeffersack erfasst du deine Stunden und erstellst daraus mit wenigen Klicks eine QR-Rechnung — Schweizer MWST, QR-IBAN und alle Pflichtangaben inklusive. Alles in einem Tool, für CHF 7 pro Monat.
Jetzt kostenlos testen und nie wieder Stunden verschenken.