Du akzeptierst Kartenzahlungen oder TWINT über Nexi und fragst dich, warum die Beträge auf deinem Bankkonto nie zu deinen Verkäufen passen? Das liegt nicht an dir. Nexi überweist dir netto: Umsatz minus Rückerstattungen minus Gebühren, gebündelt in einer Auszahlung. Deine Buchhaltung braucht aber alle drei Grössen einzeln.
Die kurze Antwort vorweg: Buche die Netto-Gutschrift niemals als Einnahme. Erfasse stattdessen jede Zahlung brutto, jede Rückerstattung als Gegenbuchung und die Gebühren als eigenen Aufwand. Wie das automatisch geht, steht in diesem Artikel.
Warum die Nexi-Gutschrift nicht dein Umsatz ist
Ein typischer Auszahlungstag sieht so aus:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Zahlung Visa (Bestellung 1041) | CHF 100.00 |
| Zahlung TWINT (Bestellung 1042) | CHF 50.00 |
| Rückerstattung Bestellung 1041 | − CHF 20.00 |
| Gebühren Nexi | − CHF 3.90 |
| Gutschrift auf deinem Konto | CHF 126.10 |
Auf dem Bankauszug erscheint eine einzige Zeile: 126.10. Wer diese Zeile als Ertrag verbucht, hat gleich drei Probleme.
Erstens der Umsatz. Verkauft hast du für 150 Franken, nicht für 126.10. Dein Ertragskonto ist um fast 16 Prozent zu tief – und mit ihm alle Kennzahlen, die darauf aufbauen.
Zweitens der Aufwand. Die 3.90 Franken Gebühren tauchen nirgends auf. Über ein Jahr mit ein paar hundert Transaktionen sind das schnell vierstellige Beträge, die in deiner Erfolgsrechnung schlicht fehlen. Du kannst nicht beurteilen, was dich dein Zahlungsanbieter kostet.
Drittens die Rechtslage. Das Obligationenrecht verbietet genau das: Nach Art. 958c Abs. 1 Ziff. 7 OR dürfen Aktiven und Passiven sowie Aufwand und Ertrag nicht miteinander verrechnet werden. Die Netto-Gutschrift ist eine Verrechnung von Ertrag mit Aufwand und Rückerstattungen in einer einzigen Zahl.
Und die MWST?
Bei der Abrechnung nach vereinnahmtem Entgelt bemisst sich die Steuer nach dem, was deine Kundschaft bezahlt hat – also brutto. Die Gebühr, die Nexi einbehält, mindert dein steuerbares Entgelt nicht. Buchst du netto, deklarierst du zu wenig Umsatz. Das fällt spätestens bei einer Kontrolle auf.
Die saubere Methode: das Transitkonto
Das Problem ist so alt wie der Kartenzahlungsverkehr, und die Lösung heisst Transitkonto. Es bildet dein Guthaben beim Zahlungsanbieter ab – also die Zeit zwischen «Kunde hat bezahlt» und «Geld ist auf meinem Konto».
Für die doppelte Buchhaltung sieht das pro Auszahlung so aus:
| Vorgang | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Zahlung | 1090 Transitkonto | 3200 Ertrag |
| Rückerstattung | 3200 Ertrag | 1090 Transitkonto |
| Gebühren | 6940 Bankspesen | 1090 Transitkonto |
| Netto-Auszahlung | 1020 Bank | 1090 Transitkonto |
Der Clou: Das Transitkonto geht pro Auszahlung auf null auf. 150 minus 20 minus 3.90 minus 126.10 ergibt genau null. Bleibt ein Saldo stehen, hat Nexi etwas verrechnet, das du dir anschauen solltest – eine Rückbelastung, eine Korrektur, eine Einzahlung. Das Konto ist damit nicht nur formal korrekt, sondern ein eingebauter Plausibilitätstest.
Für Einzelunternehmen mit einfacher Buchhaltung braucht es kein Transitkonto. Hier genügt: jede Zahlung als Einnahme, jede Rückerstattung als Ausgabe, die Gebühren als eine Ausgabe. Die Netto-Gutschrift auf dem Bankkonto wird gar nicht gebucht – sie ist bereits durch die Einzelpositionen abgedeckt.
Was Pfeffersack für dich übernimmt
Genau diese Buchungssätze erzeugt die Nexi-Anbindung von Pfeffersack automatisch. Die Besonderheit gegenüber anderen Zahlungsanbieter-Anbindungen: Sie synchronisiert nicht einzelne Zahlungen, sondern die Auszahlung als Ganzes.
Das ist der entscheidende Unterschied. Die Nexi Reporting API liefert pro Auszahlung alle enthaltenen Positionen samt der abgezogenen Gebühren. Erst dadurch lässt sich der komplette Satz bilden – inklusive Gebührenaufwand und Bankbuchung, die zu deinem Auszug passt.
Eine Auszahlung, ein Vorgang
Pro Auszahlung entstehen bei einer GmbH aus dem Beispiel oben fünf Journal-Einträge: zwei Zahlungen, eine Rückerstattung, die Gebühren und die Bankbuchung. Alle mit fortlaufender Nummer, alle im Status «Entwurf», damit du prüfst, bevor du finalisierst.
Die Auszahlung wird dabei atomar verarbeitet: entweder alle Positionen oder keine. Ein halb gebuchter Auszahlungstag, bei dem die Gebühren fehlen, kann nicht entstehen.
Belegdatum nach Schweizer Zeit
Eine Zahlung um 23:30 Uhr am 31. Dezember gehört ins alte Geschäftsjahr – wenn man in Schweizer Zeit rechnet. Nexi liefert Zeitstempel in UTC, wo dieselbe Zahlung bereits auf den 1. Januar fällt. Pfeffersack rechnet konsequent auf den Schweizer Kalendertag um, damit dein Jahresabschluss stimmt.
Zahlungen tragen das Datum der Transaktion, Gebühren und Bankbuchung das Datum der Auszahlung. So bleibt die periodengerechte Abgrenzung erhalten: Eine Dezember-Zahlung, die erst im Januar ausbezahlt wird, steht am 31. Dezember korrekt als Guthaben auf dem Transitkonto.
Rückerstattungen und Rückbelastungen
Rückerstattungen und Chargebacks werden automatisch als Gegenbuchung erfasst – bei der GmbH als Storno auf dem Ertragskonto, bei Einzelfirmen als Ausgabe. Du musst nichts nachtragen.
Einzahlungen an Nexi und nachträgliche Korrekturen werden bewusst nicht automatisch gebucht. Was dahintersteckt, hängt vom Einzelfall ab, und eine falsch geratene Gegenbuchung wäre schlimmer als gar keine. Stattdessen meldet dir der Sync diese Positionen mit Betrag als Prüf-Hinweis.
Nichts wird doppelt gebucht
Jede Auszahlung und jede einzelne Position trägt ihre Nexi-Kennung. Ein zweiter Durchlauf aktualisiert nur die Metadaten und erzeugt keine Doubletten – abgesichert nicht bloss im Programmcode, sondern durch Eindeutigkeitsregeln in der Datenbank.
Nichts geht verloren
Kann eine Auszahlung gerade nicht gebucht werden – etwa weil die Periode gesperrt ist –, bleibt der Fortschrittszeiger an dieser Stelle stehen. Der nächste Durchlauf holt sie erneut. «Jetzt gerade nicht» wird so nie zu «nie», und nach jedem Sync siehst du, was übersprungen wurde und warum.
So richtest du es ein
Schritt 1: Secret-Key in Nexi holen
Melde dich im Nexi Checkout Portal an (portal.dibspayment.eu) und kopiere unter Company → Integration den Live Secret Key. Er beginnt mit live-secret-key-.
Schritt 2: In Pfeffersack verbinden
Unter Profil → Integrationen die Nexi-Kachel im Bereich «Zahlungen» öffnen und den Schlüssel einfügen. Pfeffersack prüft ihn sofort read-only gegen die Nexi-API und speichert ihn AES-256-GCM-verschlüsselt. Im Klartext bekommst du ihn nie wieder zu sehen – auch nicht selbst.
Test-Schlüssel (test-secret-key-) werden abgewiesen. Testzahlungen haben in echten Büchern nichts verloren.
Schritt 3: Konten prüfen (nur GmbH)
Vier Konten steuern die Buchungen: Bankkonto (Standard 1020), Transitkonto (1090–1099), Ertragskonto (3200) und Gebührenkonto (6940 oder 6900). Fehlt dir ein Transitkonto, legt Pfeffersack es auf Klick an.
Einzelunternehmen überspringen diesen Schritt – dort gibt es keinen Kontenplan, der konfiguriert werden müsste.
Schritt 4: Synchronisieren
«Jetzt synchronisieren» holt die Auszahlungen seit dem letzten Durchlauf. Für den Start gibt es den Jahres-Import: ein vergangenes Jahr auswählen, fertig. Pro Durchlauf sind maximal zwölf Monate möglich.
Ehrlich gesagt: Was die Anbindung nicht kann
Eine Integration, die alles verspricht, hilft dir bei der Revision nicht. Deshalb die Grenzen im Klartext:
Terminal-Umsätze werden nicht synchronisiert. Nexi Schweiz stellt die Transaktionen aus SmartPOS-Geräten nur im MyPortal bereit, ohne Programmierschnittstelle. Angebunden ist Nexi Checkout – der E-Commerce-Checkout inklusive Zahlungslinks.
Kein MWST-Split pro Zahlung. Die Auszahlungsberichte enthalten keine Steuerbeträge der einzelnen Bestellungen. Gebucht wird brutto auf dein Ertragskonto; über dessen MWST-Code läuft die Abrechnung. Wer eine Aufteilung pro Position braucht, verbucht über die Rechnungsfunktion.
Fremdwährungen nur teilweise. Einzelfirmen können Auszahlungen in CHF, EUR und USD in Originalwährung buchen. Für die GmbH werden nur CHF-Auszahlungen verarbeitet, weil ein Journaleintrag keine Fremdwährung führt – ein stiller Kursfehler in der Bilanz wäre schlimmer als eine gemeldete Lücke.
Der Sync läuft auf Knopfdruck, nicht im Hintergrund. Das gilt bei Pfeffersack für alle Zahlungsanbieter und ist bewusst so: Du entscheidest, wann neue Buchungen entstehen.
Beim Bankimport aufpassen. Nutzt du die einfache Buchhaltung, sind Umsatz und Gebühren bereits erfasst. Übernimm die Nexi-Gutschrift aus dem Bankauszug dann nicht noch einmal als Einnahme, sonst zählst du doppelt. In der doppelten Buchhaltung erledigt das die Auszahlungsbuchung auf dem Bankkonto automatisch.
Häufige Fragen
Was ist Nexi und was hat es mit Concardis und Nets zu tun?
Nexi ist einer der grössten Zahlungsdienstleister Europas. Concardis und Nets sind Teil der Nexi Group; die Schweizer Gesellschaft tritt unter nexi.swiss auf und bietet Terminals, E-Commerce-Checkout und Zahlungslinks an.
Warum synchronisiert Pfeffersack Auszahlungen statt einzelner Zahlungen?
Weil die Auszahlung der Beleg ist, der zu deinem Bankauszug passt. Sie enthält alle Zahlungen, Rückerstattungen und die abgezogenen Gebühren. Nur so lässt sich brutto buchen und die Netto-Gutschrift bis auf den Rappen erklären. Einzelne Zahlungen liessen sich über die Nexi-API zudem gar nicht nach Datum auflisten.
Wie werden die Gebühren gebucht?
Als ein Aufwand pro Auszahlung: in der GmbH Soll Gebührenkonto an Transitkonto, bei Einzelfirmen als Ausgabe. Gebühren im Zahlungsverkehr sind in der Schweiz von der MWST ausgenommen (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 MWSTG), deshalb entsteht keine Vorsteuerzeile. Weist Nexi trotzdem eine Steuer auf die Gebühr aus, steht sie im Buchungstext.
Was passiert bei einem Chargeback?
Ein Chargeback wird wie eine Rückerstattung als Gegenbuchung erfasst. Die zugehörige Gebühr steckt im Gebührentotal der Auszahlung und ist damit ebenfalls verbucht.
Brauche ich zwingend ein Transitkonto?
In der doppelten Buchhaltung ja – sonst lässt sich der Zeitversatz zwischen Zahlung und Auszahlung nicht sauber abbilden. Pfeffersack legt es dir auf Klick an, im Bereich 1090–1099. Bewusst nicht verwendet wird das Debitoren-Sammelkonto 1100, weil dieses mit deinen offenen Rechnungen übereinstimmen muss. Einzelunternehmen brauchen kein Transitkonto.
Welche Daten liest Pfeffersack aus meinem Nexi-Konto?
Ausschliesslich Auszahlungsberichte, und nur lesend: Auszahlungs-Kennung, Datum, Referenz, Beträge, Gebühren sowie pro Position Typ, Zeitstempel, Betrag, Zahlungsmittel und deine Bestellreferenz. Kartennummern werden nicht übertragen. Pfeffersack ändert in deinem Nexi-Konto nie etwas.
Kann ich vergangene Jahre nachträglich importieren?
Ja. Über «Historische Daten importieren» wählst du ein Jahr aus und holst dessen Auszahlungen nach. Bereits verbuchte Auszahlungen werden dabei erkannt und nicht doppelt erfasst.
Was kostet die Nexi-Anbindung?
Nichts zusätzlich. Sie ist wie alle Integrationen im Abo enthalten.
Fazit
Nexi rechnet netto ab, die Schweizer Buchhaltung verlangt brutto. Diese Lücke schliesst du entweder von Hand – Auszahlung für Auszahlung, mit Taschenrechner und Kontoauszug – oder du lässt sie schliessen.
Die Nexi-Anbindung von Pfeffersack bucht Umsatz, Rückerstattungen und Gebühren getrennt, führt das Transitkonto pro Auszahlung auf null und legt die Bankbuchung so ab, dass sie zu deinem Auszug passt. Für Einzelunternehmen genauso wie für die GmbH.
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