Kosten, die mit der produzierten oder verkauften Menge steigen und sinken — etwa Material, Handelswaren, Fremdleistungen und mengenabhängige Löhne.
Auch bekannt als: Mengenabhängige Kosten, Proportionale Kosten
Variable Kosten entstehen pro Einheit: Materialverbrauch, eingekaufte Handelswaren, Verpackung, Fracht, Zahlungsgebühren pro Transaktion oder Subunternehmer-Leistungen. Verkauft ein Betrieb nichts, fallen sie nicht an; verdoppelt sich der Absatz, verdoppeln sie sich näherungsweise mit. Im Schweizer KMU-Kontenrahmen finden sie sich vor allem in Klasse 4 (Material- und Warenaufwand).
Zusammen mit den Fixkosten bilden sie die Basis der Deckungsbeitragsrechnung: Verkaufspreis minus variable Kosten pro Stück ergibt den Deckungsbeitrag, der die Fixkosten decken muss. Wer seine variablen Stückkosten nicht kennt, kann weder Preise kalkulieren noch beurteilen, ob ein zusätzlicher Auftrag zum Sonderpreis noch rentiert.
In der Praxis verlaufen variable Kosten selten perfekt linear: Mengenrabatte beim Einkauf senken die Stückkosten bei grossen Volumen (degressiver Verlauf), Überstundenzuschläge oder Expresszulieferungen erhöhen sie bei Überlast (progressiver Verlauf). Für die Kalkulation rechnen KMU meist mit durchschnittlichen variablen Stückkosten der relevanten Bandbreite.
Beispiel
Eine Schreinerei fertigt einen Tisch: Holz CHF 180, Beschläge CHF 40, Fremdlackierung CHF 60 — variable Kosten CHF 280. Bei Verkaufspreis CHF 950 bleibt ein Deckungsbeitrag von CHF 670 pro Tisch für Fixkosten und Gewinn.
Zuletzt geprüft:
Material- und Warenaufwand, Verpackung und Versand, Fremdleistungen von Subunternehmern, mengenabhängige Energie, Transaktionsgebühren von Zahlungsanbietern sowie Akkord- und Aushilfslöhne. Faustregel: Alles, was pro verkaufter Einheit zusätzlich anfällt.
Der Preis muss mindestens die variablen Stückkosten decken — sonst verliert der Betrieb mit jedem Verkauf Geld. Der Betrag darüber (Deckungsbeitrag) finanziert Fixkosten und Gewinn. Kurzfristig kann ein Auftrag knapp über den variablen Kosten sinnvoll sein, langfristig nie.
Kosten, die unabhängig von der produzierten Menge oder dem Umsatz anfallen — etwa Miete, Versicherungen, Abschreibungen und fixe Löhne. Gegenstück der variablen Kosten.
Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Erlös zur Deckung der Fixkosten und zur Gewinnerzielung übrig bleibt.
Die Gewinnschwelle: die Absatzmenge oder der Umsatz, bei dem die Erlöse sämtliche Kosten decken — darunter macht der Betrieb Verlust, darüber Gewinn.
In der Schweiz übliche Standard-Gliederung für Kontenpläne mit acht Hauptklassen und vierstelliger Kontonummerierung (Sterchi/Mattle/Helbling, veb.ch).
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