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E-Rechnung Schweiz: Was du 2026 wissen musst

E-Rechnung Schweiz: Was du 2026 wissen musst

Die elektronische Rechnung wird immer wichtiger. Erfahre, welche Pflichten in der Schweiz gelten, wie sich die EU-Regelungen auswirken und welche Formate es gibt.

Wasili Aebi
24. Januar 2026
Aktualisiert: 18. Juli 2026
9 min read
E-RechnungDigitalisierungRechnungenZUGFeRDPeppol
TL;DR

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine E-Rechnung ist ein strukturiertes, maschinenlesbares Datenformat (XML) – eine PDF per E-Mail zählt nicht dazu.
  • In der Schweiz gibt es keine generelle E-Rechnungspflicht; Pflicht besteht nur gegenüber Bundesbehörden (B2G) ab CHF 5'000 Vertragswert.
  • In Deutschland müssen B2B-Unternehmen seit 01.01.2025 E-Rechnungen empfangen können; die Sendepflicht folgt gestaffelt 2027/2028.
  • Die wichtigsten Formate sind ZUGFeRD (hybrides PDF+XML), XRechnung (reines XML) und Peppol BIS – alle EN-16931-konform.
  • Für Schweizer B2C-Rechnungen bleibt die QR-Rechnung der Standard.
  • Inhaltsverzeichnis
  • Was ist eine E-Rechnung?
  • Der Unterschied
  • Vorteile der E-Rechnung
  • Aktuelle Lage in der Schweiz
  • Keine generelle Pflicht
  • Wo gilt eine Pflicht?
  • Akzeptierte Formate
  • E-Rechnung an Behörden (B2G)
  • Bundesverwaltung
  • Kantonale Unterschiede
  • So reichst du E-Rechnungen ein
  • E-Rechnung im Business (B2B)
  • Wachsende Verbreitung
  • Gründe für die Verbreitung
  • Peppol-Netzwerk
  • Formate: ZUGFeRD, XRechnung, Peppol
  • ZUGFeRD
  • XRechnung
  • Peppol BIS
  • Welches Format wählen?
  • Auswirkungen der EU-Pflicht
  • Was passiert in der EU?
  • Was bedeutet das für Schweizer Firmen?
  • Handlungsbedarf für Schweizer Firmen mit EU-Geschäft
  • Handlungsempfehlungen
  • Für kleine Unternehmen (< 10 Mitarbeiter)
  • Für mittlere Unternehmen (10-50 Mitarbeiter)
  • Für grössere Unternehmen (> 50 Mitarbeiter)
  • Zukunftsausblick
  • Was kommt?
  • Empfehlung
  • Checkliste: E-Rechnung vorbereiten
  • Häufige Fragen
  • Ist die E-Rechnung in der Schweiz Pflicht?
  • Ist eine PDF-Rechnung per E-Mail eine E-Rechnung?
  • Welche Formate akzeptieren die Schweizer Bundesbehörden?
  • Was bedeutet die EU-Pflicht für Schweizer Firmen?
  • Was ist Peppol?
  • Fazit

In der Schweiz gibt es keine generelle E-Rechnungspflicht: Verpflichtend ist die E-Rechnung nur gegenüber Bundesbehörden (B2G), wenn der Vertragswert CHF 5'000 übersteigt. Im B2B-Geschäft bleibt sie freiwillig, gewinnt aber stark an Bedeutung – vor allem, weil in Deutschland seit dem 1. Januar 2025 alle B2B-Unternehmen E-Rechnungen empfangen können müssen und die Sendepflicht 2027/2028 gestaffelt folgt. Eine E-Rechnung ist dabei mehr als eine PDF per E-Mail: Sie ist ein strukturiertes, maschinenlesbares Datenformat wie ZUGFeRD, XRechnung oder Peppol BIS. Für Rechnungen an Schweizer Konsumenten bleibt die QR-Rechnung der Standard.

Die E-Rechnung ist auf dem Vormarsch. In der EU wird sie zur Pflicht, und auch in der Schweiz nimmt die Bedeutung zu. Was bedeutet das für dich als Schweizer Unternehmer? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige.

E-Rechnung verstehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine E-Rechnung?
  2. Aktuelle Lage in der Schweiz
  3. E-Rechnung an Behörden (B2G)
  4. E-Rechnung im Business (B2B)
  5. Formate: ZUGFeRD, XRechnung, Peppol
  6. Auswirkungen der EU-Pflicht
  7. Handlungsempfehlungen

Was ist eine E-Rechnung?

Eine E-Rechnung (elektronische Rechnung) ist mehr als nur eine PDF per E-Mail. Sie ist ein strukturiertes, maschinenlesbares Datenformat.

Der Unterschied

Rechnungsart Maschinenlesbar Automatisiert verarbeitbar
Papierrechnung Nein Nein
PDF per E-Mail Nein Nein
E-Rechnung (XML) Ja Ja

Vorteile der E-Rechnung

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ VORTEILE E-RECHNUNG                                             │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│                                                                 │
│ FÜR RECHNUNGSSTELLER                                            │
│ ✅ Schnellere Zustellung (sofort statt 2-3 Tage)                │
│ ✅ Keine Portokosten                                            │
│ ✅ Keine Druckkosten                                            │
│ ✅ Weniger Fehler                                               │
│ ✅ Schnellere Zahlung                                           │
│                                                                 │
│ FÜR RECHNUNGSEMPFÄNGER                                          │
│ ✅ Automatische Erfassung                                       │
│ ✅ Keine manuelle Dateneingabe                                  │
│ ✅ Weniger Fehler                                               │
│ ✅ Schnellere Verarbeitung                                      │
│ ✅ Bessere Archivierung                                         │
│                                                                 │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘

Aktuelle Lage in der Schweiz

Keine generelle Pflicht

Anders als in der EU gibt es in der Schweiz keine generelle E-Rechnungspflicht für Unternehmen. Die Situation ist freiwillig, aber mit wichtigen Ausnahmen.

Wo gilt eine Pflicht?

Geschäftsbeziehung Status Details
B2G (an Bundesbehörden) Pflicht Ab CHF 5'000 Vertragswert
B2G (an Kantone) Teilweise Pflicht Je nach Kanton unterschiedlich
B2B (zwischen Unternehmen) Freiwillig Aber stark wachsend
B2C (an Konsumenten) Freiwillig QR-Rechnung ist Standard

Für Rechnungen an Privatkunden und die meisten KMU-Geschäftsbeziehungen in der Schweiz ist also weiterhin die QR-Rechnung massgebend – wie du sie korrekt erstellst, zeigt dir unser Guide QR-Rechnung erstellen. Welche Angaben generell auf eine Rechnung gehören, findest du in der Übersicht zu den Pflichtangaben auf Schweizer Rechnungen.

Akzeptierte Formate

Die Schweizer Bundesbehörden akzeptieren seit 2016 nur E-Rechnungen in diesen Formaten:

  • ✅ ZUGFeRD CH
  • ✅ Swiss Invoice
  • ✅ Peppol BIS UBL 3.0
  • ✅ EN 16931

E-Rechnung an Behörden (B2G)

Bundesverwaltung

Der Bundesrat hat beschlossen: Alle Lieferanten der Bundesverwaltung müssen E-Rechnungen einreichen, wenn:

  • Der Vertragswert CHF 5'000 übersteigt
  • Eine E-Rechnung technisch möglich ist

Kantonale Unterschiede

Kanton E-Rechnung Status
Zürich Empfohlen, nicht Pflicht
Bern E-Rechnung akzeptiert
Aargau Pilot-Projekte
Weitere Unterschiedlich

So reichst du E-Rechnungen ein

  1. Peppol-Netzwerk nutzen (häufigste Methode)
  2. E-Rechnung Portal des Empfängers
  3. ERP-Integration über zertifizierte Provider

E-Rechnung an Behörden


E-Rechnung im Business (B2B)

Wachsende Verbreitung

Obwohl keine Pflicht besteht, nutzen immer mehr Schweizer Unternehmen E-Rechnungen:

Jahr Anteil E-Rechnungen am B2B-Volumen (geschätzt)
2020 15%
2023 25%
2026 ca. 35%

Gründe für die Verbreitung

  • Grossunternehmen fordern E-Rechnungen von Lieferanten
  • Effizienzgewinne werden erkannt
  • Integration in ERP-Systeme wird einfacher
  • Internationale Geschäftspartner erwarten E-Rechnungen

Peppol-Netzwerk

Peppol (Pan-European Public Procurement On-Line) ist das wichtigste Netzwerk für E-Rechnungen:

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ WIE PEPPOL FUNKTIONIERT                                         │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│                                                                 │
│   Sender           Access Point          Access Point          │
│   (Du)      ───►   (Provider A)  ───►   (Provider B)   ───►   │
│                                                                 │
│                    Peppol-Netzwerk                              │
│                                                                 │
│                                                        Empfänger│
│                                                        (Kunde)  │
│                                                                 │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘

Vorteile von Peppol:

  • Einheitlicher Standard
  • Sichere Übertragung
  • Empfangsbestätigung
  • In 30+ Ländern aktiv

Formate: ZUGFeRD, XRechnung, Peppol

ZUGFeRD

ZUGFeRD (Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland) ist ein hybrides Format:

Eigenschaft ZUGFeRD
Format PDF + eingebettetes XML
Lesbarkeit Menschen (PDF) und Maschinen (XML)
Standard EN 16931 konform
Aktuelle Version ZUGFeRD 2.1 / Factur-X

Vorteil: Du kannst die Rechnung als PDF ansehen, aber die Daten werden automatisch verarbeitet.

XRechnung

XRechnung ist ein reines XML-Format:

Eigenschaft XRechnung
Format Reines XML
Lesbarkeit Nur Maschinen
Standard EN 16931 konform
Haupteinsatz Deutschland (B2G)

Peppol BIS

Peppol BIS (Business Interoperability Specifications):

Eigenschaft Peppol BIS
Format UBL 2.1 XML
Lesbarkeit Nur Maschinen
Standard EN 16931 konform
Haupteinsatz International, B2B und B2G

Welches Format wählen?

Situation Empfohlenes Format
Schweizer B2G Peppol BIS oder ZUGFeRD CH
Internationales B2B Peppol BIS
Kleine Kunden ZUGFeRD (PDF+XML)
Deutsche Behörden XRechnung

Auswirkungen der EU-Pflicht

Was passiert in der EU?

Ab 1. Januar 2025 gilt in Deutschland (und anderen EU-Ländern):

Stichtag Pflicht Betroffene Unternehmen
01.01.2025 E-Rechnungen empfangen Alle B2B-Unternehmen
01.01.2027 E-Rechnungen senden Grosse Unternehmen
01.01.2028 E-Rechnungen senden Alle Unternehmen

Was bedeutet das für Schweizer Firmen?

Direkte Auswirkungen:

  1. Lieferanten deutscher Unternehmen sollten E-Rechnungen senden können
  2. Kunden in Deutschland werden E-Rechnungen erwarten
  3. Wettbewerbsfähigkeit erfordert E-Rechnung-Fähigkeit

Indirekte Auswirkungen:

  • Schweizer Grossunternehmen werden nachziehen
  • Druck auf Lieferketten steigt
  • E-Rechnung wird zum Standard

Handlungsbedarf für Schweizer Firmen mit EU-Geschäft

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ CHECKLISTE: EU-GESCHÄFT                                         │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│                                                                 │
│ □ Deutsche/EU-Kunden identifizieren                             │
│ □ E-Rechnungs-Anforderungen klären                              │
│ □ Software auf E-Rechnungs-Fähigkeit prüfen                     │
│ □ Peppol-Zugang einrichten (optional)                           │
│ □ ZUGFeRD-Export aktivieren                                     │
│ □ Prozesse anpassen                                             │
│                                                                 │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘

EU-Geschäft vorbereiten


Handlungsempfehlungen

Für kleine Unternehmen (< 10 Mitarbeiter)

Priorität Massnahme
Hoch QR-Rechnung nutzen (aktueller Standard)
Mittel Software mit E-Rechnungs-Export wählen
Niedrig Bei EU-Kunden: ZUGFeRD-PDFs versenden

Für mittlere Unternehmen (10-50 Mitarbeiter)

Priorität Massnahme
Hoch E-Rechnungs-fähige Software einsetzen
Hoch Peppol-Zugang bei Behörden-Aufträgen
Mittel Prozesse für E-Rechnungsempfang aufbauen
Niedrig Lieferanten auf E-Rechnung ansprechen

Für grössere Unternehmen (> 50 Mitarbeiter)

Priorität Massnahme
Hoch Vollständige E-Rechnungs-Integration
Hoch Peppol-Anbindung für B2G und B2B
Mittel Automatisierte Verarbeitung eingehender E-Rechnungen
Mittel Lieferanten zur E-Rechnung auffordern

Zukunftsausblick

Was kommt?

Trend Zeitrahmen
Zunahme E-Rechnungen B2B Jetzt - 2028
Mögliche Schweizer Regulierung 2027-2030
KI-gestützte Verarbeitung Ab 2025
Real-Time-Reporting 2028+

Empfehlung

Warte nicht auf eine Pflicht. Die Vorteile der E-Rechnung sind jetzt schon da:

  • Zeitersparnis
  • Weniger Fehler
  • Schnellere Zahlungen
  • Bessere Kundenbeziehungen

Checkliste: E-Rechnung vorbereiten

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│         CHECKLISTE E-RECHNUNG                                   │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│                                                                 │
│ ANALYSE                                                         │
│ □ Welche Kunden erwarten/fordern E-Rechnungen?                  │
│ □ Habe ich Aufträge von Bundesbehörden (> CHF 5'000)?           │
│ □ Habe ich Kunden in der EU?                                    │
│                                                                 │
│ SOFTWARE                                                        │
│ □ Kann meine Software E-Rechnungen erstellen?                   │
│ □ Welche Formate werden unterstützt?                            │
│ □ Kann ich E-Rechnungen empfangen und verarbeiten?              │
│                                                                 │
│ UMSETZUNG                                                       │
│ □ ZUGFeRD-Export aktivieren                                     │
│ □ Peppol-Zugang einrichten (falls nötig)                        │
│ □ Testrechnung versenden und prüfen                             │
│ □ Mitarbeiter schulen                                           │
│                                                                 │
│ KOMMUNIKATION                                                   │
│ □ Kunden über E-Rechnungs-Fähigkeit informieren                 │
│ □ Lieferanten nach E-Rechnung fragen                            │
│                                                                 │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘

Häufige Fragen

Ist die E-Rechnung in der Schweiz Pflicht?

Nein, es gibt keine generelle E-Rechnungspflicht für Schweizer Unternehmen. Eine Pflicht besteht nur gegenüber Bundesbehörden (B2G): Lieferanten der Bundesverwaltung müssen E-Rechnungen einreichen, wenn der Vertragswert CHF 5'000 übersteigt. Im B2B- und B2C-Geschäft ist die E-Rechnung freiwillig.

Ist eine PDF-Rechnung per E-Mail eine E-Rechnung?

Nein. Eine E-Rechnung ist ein strukturiertes, maschinenlesbares Datenformat (XML), das automatisiert verarbeitet werden kann. Eine PDF per E-Mail ist – wie eine Papierrechnung – nicht maschinenlesbar und gilt deshalb nicht als E-Rechnung. Hybridformate wie ZUGFeRD kombinieren beides: ein PDF für Menschen mit eingebettetem XML für Maschinen.

Welche Formate akzeptieren die Schweizer Bundesbehörden?

Die Bundesbehörden akzeptieren seit 2016 E-Rechnungen in den Formaten ZUGFeRD CH, Swiss Invoice, Peppol BIS UBL 3.0 und EN 16931. Eingereicht wird meist über das Peppol-Netzwerk, ein E-Rechnungs-Portal des Empfängers oder eine ERP-Integration über zertifizierte Provider.

Was bedeutet die EU-Pflicht für Schweizer Firmen?

Wer Kunden in Deutschland oder der EU hat, ist indirekt betroffen: In Deutschland müssen seit dem 01.01.2025 alle B2B-Unternehmen E-Rechnungen empfangen können, ab 2027 müssen grosse und ab 2028 alle Unternehmen E-Rechnungen senden. Schweizer Lieferanten deutscher Unternehmen sollten deshalb E-Rechnungen (z. B. als ZUGFeRD) bereitstellen können.

Was ist Peppol?

Peppol (Pan-European Public Procurement On-Line) ist das wichtigste Netzwerk für den Austausch von E-Rechnungen. Sender und Empfänger sind über sogenannte Access Points verbunden. Vorteile: einheitlicher Standard, sichere Übertragung, Empfangsbestätigung und Verfügbarkeit in über 30 Ländern.


Fazit

Die E-Rechnung ist keine ferne Zukunft mehr - sie ist da. Auch wenn in der Schweiz keine generelle Pflicht besteht, solltest du dich jetzt damit beschäftigen.

Die wichtigsten Punkte:

  • ✅ B2G Pflicht bei Bundesbehörden (ab CHF 5'000)
  • ✅ B2B freiwillig, aber wachsend
  • ✅ EU-Pflicht wirkt auf Schweizer Firmen mit EU-Geschäft
  • ✅ ZUGFeRD als praktisches Hybridformat
  • ✅ Jetzt vorbereiten lohnt sich

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