Der Schweizer Kontenrahmen KMU ist das Standard-Kontenverzeichnis für die Buchhaltung kleiner und mittlerer Unternehmen in der Schweiz. Er gliedert sämtliche Konten in 9 Klassen mit vierstelligen Nummern: Die Klassen 1–2 bilden die Bilanz, die Klassen 3–8 die Erfolgsrechnung und Klasse 9 den Abschluss. Gesetzlich vorgeschrieben ist er nicht – aber er erfüllt die Mindestgliederung nach OR Art. 959a (Bilanz) und Art. 959b (Erfolgsrechnung) und ist in praktisch jeder Schweizer Buchhaltungssoftware hinterlegt. Wenn du eine doppelte Buchhaltung führst, ist er dein Wegweiser. In diesem Artikel erfährst du, wie der Kontenrahmen aufgebaut ist, welche Konten du als Einzelfirma oder GmbH wirklich brauchst und wie du daraus deinen eigenen Kontenplan erstellst.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Kontenrahmen?
- Kontenrahmen vs. Kontenplan
- Die 9 Kontenklassen im Überblick
- Wichtigste Konten für KMU
- Kontenplan erstellen - Schritt für Schritt
- Beispiel-Kontenplan: Einzelfirma vs. GmbH
- Beispiel-Buchungen
- Häufige Fehler vermeiden
- Häufige Fragen
Was ist ein Kontenrahmen?
Der Kontenrahmen ist ein systematisches Verzeichnis aller möglichen Konten für die Buchhaltung. Er gibt vor:
- Welche Konten es gibt
- Wie sie nummeriert sind
- Wie sie gruppiert werden
Gut zu wissen: In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Pflicht, einen bestimmten Kontenrahmen zu verwenden. Der Schweizer Kontenrahmen KMU – verfasst von Walter Sterchi, Herbert Mattle und Markus Helbling, herausgegeben von veb.ch/SwissAccounting (aktuelle Fassung 2013) – hat sich aber als De-facto-Standard etabliert. Die vorgegebene Gliederung deckt die gesetzliche Mindestgliederung nach OR Art. 959a (Bilanz) und Art. 959b (Erfolgsrechnung) direkt ab.
Warum ist ein Kontenrahmen wichtig?
| Vorteil | Beschreibung |
|---|---|
| Struktur | Einheitliche Organisation der Buchhaltung |
| Vergleichbarkeit | Jahresabschlüsse verschiedener Jahre vergleichen |
| Gesetzeskonformität | Erfüllt die Anforderungen des OR |
| Software-Kompatibilität | Alle Buchhaltungsprogramme nutzen ihn |
Kontenrahmen vs. Kontenplan
Diese Begriffe werden oft verwechselt - hier der Unterschied:
Kontenrahmen
- Umfassend: Enthält ALLE möglichen Konten
- Allgemeingültig: Für alle Branchen
- Vorlage: Dient als Basis
Kontenplan
- Individuell: Nur die Konten, die DU brauchst
- Branchenspezifisch: An dein Geschäft angepasst
- Praktisch: Dein tatsächliches Arbeitsgerät
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│ │
│ KONTENRAHMEN KMU DEIN KONTENPLAN │
│ (Alle Konten) (Deine Auswahl) │
│ │
│ ┌─────────────────┐ ┌─────────────────┐ │
│ │ 1000 Kasse │ ───► │ 1000 Kasse │ │
│ │ 1010 PostFinance│ ───► │ 1020 Bank │ │
│ │ 1020 Bank │ │ 1100 Debitoren │ │
│ │ 1030 Bank 2 │ │ 2000 Kreditoren │ │
│ │ 1100 Debitoren │ │ 3000 Umsatz │ │
│ │ 1170 Vorsteuer │ │ ... │ │
│ │ ... │ └─────────────────┘ │
│ │ (500+ Konten) │ (30-50 Konten) │
│ └─────────────────┘ │
│ │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘
Die 9 Kontenklassen im Überblick
Der Schweizer Kontenrahmen KMU ist in 9 Klassen unterteilt:
Bilanzkonten (Klassen 1-2)
Diese Konten zeigen, was du hast und was du schuldest.
| Klasse | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1 | Aktiven | Was du besitzt (Vermögen) |
| 2 | Passiven | Was du schuldest (Kapital) |
Erfolgskonten (Klassen 3-8)
Diese Konten zeigen, was du verdienst und ausgibst.
| Klasse | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 3 | Betriebsertrag | Einnahmen aus Verkäufen und Dienstleistungen |
| 4 | Aufwand Material/Waren/Dienstleistungen | Einkauf von Waren, Material und Fremdleistungen |
| 5 | Personalaufwand | Löhne, Sozialversicherungen |
| 6 | Übriger Betriebsaufwand, Abschreibungen & Finanzergebnis | Miete, Versicherungen, IT, Abschreibungen, Zinsaufwand |
| 7 | Betrieblicher Nebenerfolg | Nebenbetriebe, Erträge aus betrieblicher Liegenschaft |
| 8 | Betriebsfremder/ausserordentlicher Erfolg & Steuern | Einmalige/periodenfremde Posten, direkte Steuern (8900) |
Abschluss (Klasse 9)
| Klasse | Bezeichnung | Beschreibung |
|---|---|---|
| 9 | Abschluss | Technische Abschlussklasse für das Jahresergebnis (Konto 9200 Jahresgewinn/-verlust) |
Wichtigste Konten für KMU
Du brauchst nicht alle Konten. Hier die wichtigsten für kleine Unternehmen:
Klasse 1: Aktiven (Vermögen)
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│ KLASSE 1: AKTIVEN │
├──────────┬──────────────────────────────┬───────────────────────┤
│ Konto │ Bezeichnung │ Verwendung │
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│ 1000 │ Kasse │ Bargeld │
│ 1020 │ Bank │ Geschäftskonto │
│ 1100 │ Debitoren │ Offene Kundenrechnung │
│ 1170 │ Vorsteuer │ MWST-Guthaben │
│ 1200 │ Warenvorrat │ Lagerbestand │
│ 1500 │ Maschinen/Geräte │ Anlagevermögen │
│ 1520 │ Büromaschinen/IT │ Computer, etc. │
│ 1530 │ Fahrzeuge │ Geschäftsfahrzeuge │
└──────────┴──────────────────────────────┴───────────────────────┘
Klasse 2: Passiven (Schulden & Kapital)
┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ KLASSE 2: PASSIVEN │
├──────────┬──────────────────────────────┬───────────────────────┤
│ Konto │ Bezeichnung │ Verwendung │
├──────────┼──────────────────────────────┼───────────────────────┤
│ 2000 │ Kreditoren │ Offene Lieferanten │
│ 2200 │ Geschuldete MWST │ MWST-Schuld │
│ 2400 │ Bankdarlehen │ Langfristige Schulden │
│ 2800 │ Eigenkapital / Stammkapital │ Kapital (EF/GmbH/AG) │
│ 2850 │ Privat │ Privatbezüge (nur EF) │
│ 2900 │ Gesetzliche Kapitalreserve │ Reserven (jurist. P.) │
│ 2970 │ Gewinnvortrag │ Ergebnis Vorjahre │
│ 2979 │ Jahresgewinn/-verlust │ Ergebnis lfd. Jahr │
└──────────┴──────────────────────────────┴───────────────────────┘
Achtung, häufige Verwechslung: Dieselbe Kontonummer bedeutet je nach Rechtsform etwas anderes. Bei der Einzelfirma buchst du Privatbezüge und -einlagen auf 2850 Privat. Bei der GmbH/AG gibt es kein Privatkonto – dort steht auf 2800 das Stamm- bzw. Aktienkapital, und Reserven laufen über 2900. Welche Rechtsform für dich passt, klärt der Vergleich Einzelfirma vs. GmbH.
Klasse 3: Ertrag
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│ KLASSE 3: BETRIEBSERTRAG │
├──────────┬──────────────────────────────┬───────────────────────┤
│ Konto │ Bezeichnung │ Verwendung │
├──────────┼──────────────────────────────┼───────────────────────┤
│ 3000 │ Produktionserlös │ Verkauf Produkte │
│ 3200 │ Handelserlös │ Verkauf Handelswaren │
│ 3400 │ Dienstleistungserlös │ Beratung, Services │
│ 3800 │ Erlösminderungen │ Rabatte, Skonti │
└──────────┴──────────────────────────────┴───────────────────────┘
Klasse 4-6: Aufwand
┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ KLASSEN 4-6: AUFWAND │
├──────────┬──────────────────────────────┬───────────────────────┤
│ Konto │ Bezeichnung │ Verwendung │
├──────────┼──────────────────────────────┼───────────────────────┤
│ 4000 │ Materialaufwand │ Einkauf Material │
│ 4200 │ Handelswarenaufwand │ Einkauf Waren │
│ 5000 │ Lohnaufwand │ Gehälter │
│ 5700 │ Sozialversicherungen │ AHV, BVG, etc. │
│ 6000 │ Raumaufwand │ Miete, Nebenkosten │
│ 6100 │ Unterhalt/Reparaturen │ Wartung │
│ 6200 │ Fahrzeugaufwand │ Benzin, Service │
│ 6500 │ Verwaltungsaufwand │ Büro, Porto │
│ 6570 │ IT/EDV │ Software, Hosting │
│ 6600 │ Werbeaufwand │ Marketing │
│ 6800 │ Abschreibungen │ Wertverminderung │
└──────────┴──────────────────────────────┴───────────────────────┘
Kontenplan erstellen
So erstellst du deinen individuellen Kontenplan in 4 Schritten:
Schritt 1: Branche identifizieren
| Branche | Schwerpunkt |
|---|---|
| Dienstleistung | Klasse 3400 (Dienstleistungserlös) |
| Handel | Klasse 3200, 4200 (Handelswaren) |
| Produktion | Klasse 3000, 4000 (Material) |
Schritt 2: Basiskonten auswählen
Jedes Unternehmen braucht mindestens:
Bilanz:
- ✅ 1000 Kasse oder 1020 Bank
- ✅ 1100 Debitoren
- ✅ 2000 Kreditoren
- ✅ 2800 Eigenkapital (Einzelfirma) bzw. 2800 Stamm-/Aktienkapital (GmbH/AG)
Erfolgsrechnung:
- ✅ 3xxx Ertragskonto (je nach Branche)
- ✅ 6xxx Aufwandskonten
Schritt 3: MWST-Konten hinzufügen
Falls MWST-pflichtig (wie die MWST-Abrechnung funktioniert, liest du separat):
- ✅ 1170 Vorsteuer (Guthaben)
- ✅ 2200 Geschuldete MWST (Schuld)
Schritt 4: Branchenspezifische Konten ergänzen
Beispiel IT-Dienstleister:
3400 Dienstleistungserlös
3410 Projekterlös
3420 Support-Erlös
6570 Software & Lizenzen
6571 Cloud-Services
6572 Hardware
Beispiel-Kontenplan: Einzelfirma vs. GmbH
Der Kontenrahmen KMU gilt für beide Rechtsformen – der konkrete Kontenplan sieht aber unterschiedlich aus. Der Grund: Bei der Einzelfirma bist du und dein Geschäft rechtlich eine Einheit, bei der GmbH ist die Firma eine eigene juristische Person mit eigenem Kapital, Lohnabrechnung und Steuerpflicht.
Wie unterscheidet sich der Kontenplan von Einzelfirma und GmbH?
| Bereich | Einzelfirma | GmbH / AG |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 2800 Eigenkapital | 2800 Stammkapital (GmbH) bzw. Aktienkapital (AG) |
| Privatbezüge | 2850 Privat | kein Privatkonto – Bezug nur als Lohn oder Dividende |
| Eigener Lohn | kein Lohnkonto, Bezüge über 2850 Privat | 5000 Lohnaufwand plus Sozialversicherungskonten 57xx |
| Reserven | keine | 2900 Gesetzliche Kapitalreserve, 2950 Gesetzliche Gewinnreserve |
| Direkte Steuern | Privatsache der Inhaberin/des Inhabers | 8900 Direkte Steuern (Gewinn- und Kapitalsteuer) |
Welche Konten braucht eine Einzelfirma mindestens?
Ein Einzelunternehmen im Dienstleistungsbereich kommt mit rund 20 bis 30 Konten aus. Ein typischer Minimal-Kontenplan:
1020 Bank · 1100 Debitoren · 1170 Vorsteuer · 1520 Büromaschinen/IT
2000 Kreditoren · 2200 Geschuldete MWST · 2800 Eigenkapital · 2850 Privat
3400 Dienstleistungserlös
6000 Raumaufwand · 6500 Verwaltungsaufwand · 6570 IT/EDV · 6600 Werbeaufwand
Gut zu wissen: Solange dein Umsatz unter CHF 500'000 liegt, genügt gesetzlich sogar eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (Art. 957 OR). Ein sauberer Kontenplan nach KMU-Standard lohnt sich trotzdem – spätestens beim Jahresabschluss und beim Gespräch mit dem Treuhänder sparst du damit Zeit.
Welche Konten kommen bei der GmbH dazu?
Bei der GmbH zahlst du dir als Geschäftsführer:in einen Lohn – dafür brauchst du die Personalkonten der Klasse 5. Dazu kommen Kapital-, Reserve- und Steuerkonten:
2800 Stammkapital · 2900 Gesetzliche Kapitalreserve · 2950 Gesetzliche Gewinnreserve
5000 Lohnaufwand · 5700 AHV/IV/EO/ALV · 5720 Vorsorgeeinrichtungen (BVG) · 5730 Unfallversicherung
8900 Direkte Steuern
Die Löhne rechnest du sauber über eine Lohnbuchhaltung ab. Ob du dir den Gewinn besser als Lohn oder als Dividende auszahlst, hängt von Steuern und Sozialabgaben ab – der Vergleich Dividende vs. Lohn bei der GmbH rechnet die Varianten durch. Einen Überblick über die komplette Buchhaltung für die GmbH findest du auf unserer Lösungsseite.
Beispiel-Buchungen
Hier einige typische Buchungen mit dem Kontenrahmen KMU. Noch mehr Fälle findest du in unserer Sammlung Buchungssätze mit Beispielen für KMU:
Beispiel 1: Kundenrechnung erstellen
Soll: 1100 Debitoren CHF 1'081.00
Haben: 3400 Dienstleistungserlös CHF 1'000.00
Haben: 2200 Geschuldete MWST CHF 81.00
Beispiel 2: Kunde bezahlt Rechnung
Soll: 1020 Bank CHF 1'081.00
Haben: 1100 Debitoren CHF 1'081.00
Beispiel 3: Büromaterial kaufen (bar)
Soll: 6500 Verwaltungsaufwand CHF 92.51
Soll: 1170 Vorsteuer CHF 7.49
Haben: 1000 Kasse CHF 100.00
Beispiel 4: Miete zahlen
Soll: 6000 Raumaufwand CHF 1'500.00
Haben: 1020 Bank CHF 1'500.00
Beispiel 5: Privatbezug (Einzelfirma)
Soll: 2850 Privat CHF 3'000.00
Haben: 1020 Bank CHF 3'000.00
Häufige Fehler vermeiden
❌ Fehler 1: Zu viele Konten
Problem: 200 Konten angelegt, aber nur 20 genutzt.
Lösung: Starte minimal und erweitere bei Bedarf.
❌ Fehler 2: Falsche Kontenklasse
Problem: Aufwand auf Ertragskonto gebucht.
Lösung: Merke: Ertrag = Klasse 3, Aufwand = Klasse 4-6
❌ Fehler 3: MWST vergessen
Problem: Brutto statt Netto gebucht.
Lösung: Bei jedem Beleg prüfen: Ist MWST enthalten?
❌ Fehler 4: Privat und Geschäft vermischt
Problem: Private Ausgaben auf Aufwandskonto.
Lösung: Konto 2850 Privat für alle Privatbezüge nutzen (nur Einzelfirma).
Zusammenfassung: Kontenrahmen auf einen Blick
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│ SCHWEIZER KONTENRAHMEN KMU │
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│ │
│ BILANZ ERFOLGSRECHNUNG │
│ ─────────────────── ─────────────────── │
│ │
│ ┌─────────────────┐ ┌─────────────────┐ │
│ │ 1 AKTIVEN │ │ 3 ERTRAG │ │
│ │ (Vermögen) │ │ (Einnahmen) │ │
│ └─────────────────┘ └─────────────────┘ │
│ │
│ ┌─────────────────┐ ┌─────────────────┐ │
│ │ 2 PASSIVEN │ │ 4-6 AUFWAND │ │
│ │ (Kapital) │ │ (Ausgaben) │ │
│ └─────────────────┘ └─────────────────┘ │
│ │
│ ┌─────────────────┐ │
│ │ 9 ABSCHLUSS │ │
│ │ (Gewinn/ │ │
│ │ Verlust) │ │
│ └─────────────────┘ │
│ │
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Häufige Fragen
Welcher Kontenrahmen gilt in der Schweiz für KMU?
In der Praxis hat sich der Schweizer Kontenrahmen KMU (Autoren Sterchi, Mattle und Helbling, herausgegeben von veb.ch/SwissAccounting, aktuelle Fassung 2013) als Standard durchgesetzt. Nahezu jede Schweizer Buchhaltungssoftware orientiert sich an dieser Struktur mit ihren vierstelligen Kontonummern.
Ist der Kontenrahmen KMU gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Das Gesetz schreibt keinen bestimmten Kontenrahmen vor. Vorgeschrieben ist nur die Mindestgliederung der Bilanz nach OR Art. 959a und der Erfolgsrechnung nach Art. 959b – und diese ist mit dem KMU-Kontenrahmen automatisch erfüllt. Deshalb greifen praktisch alle KMU darauf zurück.
Wie viele Kontenklassen hat der Schweizer Kontenrahmen KMU?
Neun. Die Klassen 1 und 2 bilden die Bilanz (Aktiven und Passiven), die Klassen 3 bis 8 die Erfolgsrechnung, und Klasse 9 ist die technische Abschlussklasse für das Jahresergebnis. Weil die Erfolgsrechnung die Klassen 3–8 umfasst, sprechen manche Übersichten verkürzt von „acht Klassen" – gemeint ist dasselbe System.
Was ist der Unterschied zwischen Kontenrahmen und Kontenplan?
Der Kontenrahmen ist die vollständige Vorlage mit allen möglichen Konten (mehrere Hundert). Dein Kontenplan ist die individuelle Auswahl daraus, die dein Betrieb tatsächlich nutzt. Ein kleines KMU kommt meist mit 30 bis 50 Konten aus.
Auf welches Konto buche ich Privatbezüge in der Einzelfirma?
Auf 2850 Privat. Über dieses Konto laufen alle privaten Bezüge und Einlagen der Inhaberin oder des Inhabers. Wichtig: Bei der GmbH oder AG gibt es kein Privatkonto – dort ist eine Auszahlung entweder Lohn (Konto 5000) oder Dividende.
Wie viele Konten braucht ein kleines KMU wirklich?
Für den Start reichen in der Regel 30 bis 50 Konten. Beginne minimal mit den Basiskonten (Bank, Debitoren, Kreditoren, ein Ertrags- und einige Aufwandskonten) und ergänze branchenspezifische Konten erst, wenn ein konkreter Buchungsfall es erfordert. So bleibt deine Bilanz und Erfolgsrechnung übersichtlich – auch beim Jahresabschluss.
Wo finde ich den offiziellen Kontenrahmen KMU?
Der Kontenrahmen KMU wird von veb.ch/SwissAccounting herausgegeben; die vollständige Ausgabe erscheint als Buchpublikation im Verlag SKV. Für die tägliche Arbeit brauchst du den Rahmen aber selten selbst – in einer Buchhaltungssoftware ist der passende Kontenplan bereits hinterlegt.
Fazit
Der Kontenrahmen KMU ist das Fundament deiner Buchhaltung. Mit dem richtigen Verständnis wird die doppelte Buchhaltung plötzlich logisch und übersichtlich.
Die wichtigsten Punkte:
- ✅ Kontenrahmen = Vorlage mit allen Konten
- ✅ Kontenplan = Deine individuelle Auswahl
- ✅ 9 Klassen: 1-2 Bilanz, 3-8 Erfolg, 9 Abschluss
- ✅ Starte minimal und erweitere bei Bedarf
Mit Pfeffersack hast du einen vorkonfigurierten Kontenplan für Schweizer KMU - du kannst sofort loslegen, ohne dich um die Kontenstruktur kümmern zu müssen.


