Kontenrahmen KMU Schweiz: Buchhaltung richtig gliedern 2026

Kontenrahmen KMU Schweiz: Buchhaltung richtig gliedern 2026

Schweizer Kontenrahmen KMU erklärt: 9 Kontenklassen, die wichtigsten Konten und Beispiel-Kontenpläne für Einzelfirma und GmbH. Jetzt Kontenplan erstellen.

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Der Schweizer Kontenrahmen KMU ist das Standard-Kontenverzeichnis für die Buchhaltung kleiner und mittlerer Unternehmen in der Schweiz. Er gliedert sämtliche Konten in 9 Klassen mit vierstelligen Nummern: Die Klassen 1–2 bilden die Bilanz, die Klassen 3–8 die Erfolgsrechnung und Klasse 9 den Abschluss. Gesetzlich vorgeschrieben ist er nicht – aber er erfüllt die Mindestgliederung nach OR Art. 959a (Bilanz) und Art. 959b (Erfolgsrechnung) und ist in praktisch jeder Schweizer Buchhaltungssoftware hinterlegt. Wenn du eine doppelte Buchhaltung führst, ist er dein Wegweiser. In diesem Artikel erfährst du, wie der Kontenrahmen aufgebaut ist, welche Konten du als Einzelfirma oder GmbH wirklich brauchst und wie du daraus deinen eigenen Kontenplan erstellst.

Kontenrahmen KMU verstehen

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Kontenrahmen?
  2. Kontenrahmen vs. Kontenplan
  3. Die 9 Kontenklassen im Überblick
  4. Wichtigste Konten für KMU
  5. Kontenplan erstellen - Schritt für Schritt
  6. Beispiel-Kontenplan: Einzelfirma vs. GmbH
  7. Beispiel-Buchungen
  8. Häufige Fehler vermeiden
  9. Häufige Fragen

Was ist ein Kontenrahmen?

Der Kontenrahmen ist ein systematisches Verzeichnis aller möglichen Konten für die Buchhaltung. Er gibt vor:

  • Welche Konten es gibt
  • Wie sie nummeriert sind
  • Wie sie gruppiert werden

Gut zu wissen: In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Pflicht, einen bestimmten Kontenrahmen zu verwenden. Der Schweizer Kontenrahmen KMU – verfasst von Walter Sterchi, Herbert Mattle und Markus Helbling, herausgegeben von veb.ch/SwissAccounting (aktuelle Fassung 2013) – hat sich aber als De-facto-Standard etabliert. Die vorgegebene Gliederung deckt die gesetzliche Mindestgliederung nach OR Art. 959a (Bilanz) und Art. 959b (Erfolgsrechnung) direkt ab.

Warum ist ein Kontenrahmen wichtig?

Vorteil Beschreibung
Struktur Einheitliche Organisation der Buchhaltung
Vergleichbarkeit Jahresabschlüsse verschiedener Jahre vergleichen
Gesetzeskonformität Erfüllt die Anforderungen des OR
Software-Kompatibilität Alle Buchhaltungsprogramme nutzen ihn

Strukturierte Buchhaltung


Kontenrahmen vs. Kontenplan

Diese Begriffe werden oft verwechselt - hier der Unterschied:

Kontenrahmen

  • Umfassend: Enthält ALLE möglichen Konten
  • Allgemeingültig: Für alle Branchen
  • Vorlage: Dient als Basis

Kontenplan

  • Individuell: Nur die Konten, die DU brauchst
  • Branchenspezifisch: An dein Geschäft angepasst
  • Praktisch: Dein tatsächliches Arbeitsgerät
┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│                                                                 │
│    KONTENRAHMEN KMU                    DEIN KONTENPLAN          │
│    (Alle Konten)                       (Deine Auswahl)          │
│                                                                 │
│    ┌─────────────────┐                 ┌─────────────────┐      │
│    │ 1000 Kasse      │      ───►       │ 1000 Kasse      │      │
│    │ 1010 PostFinance│      ───►       │ 1020 Bank       │      │
│    │ 1020 Bank       │                 │ 1100 Debitoren  │      │
│    │ 1030 Bank 2     │                 │ 2000 Kreditoren │      │
│    │ 1100 Debitoren  │                 │ 3000 Umsatz     │      │
│    │ 1170 Vorsteuer  │                 │ ...             │      │
│    │ ...             │                 └─────────────────┘      │
│    │ (500+ Konten)   │                  (30-50 Konten)          │
│    └─────────────────┘                                          │
│                                                                 │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘

Die 9 Kontenklassen im Überblick

Der Schweizer Kontenrahmen KMU ist in 9 Klassen unterteilt:

Bilanzkonten (Klassen 1-2)

Diese Konten zeigen, was du hast und was du schuldest.

Klasse Bezeichnung Beschreibung
1 Aktiven Was du besitzt (Vermögen)
2 Passiven Was du schuldest (Kapital)

Erfolgskonten (Klassen 3-8)

Diese Konten zeigen, was du verdienst und ausgibst.

Klasse Bezeichnung Beschreibung
3 Betriebsertrag Einnahmen aus Verkäufen und Dienstleistungen
4 Aufwand Material/Waren/Dienstleistungen Einkauf von Waren, Material und Fremdleistungen
5 Personalaufwand Löhne, Sozialversicherungen
6 Übriger Betriebsaufwand, Abschreibungen & Finanzergebnis Miete, Versicherungen, IT, Abschreibungen, Zinsaufwand
7 Betrieblicher Nebenerfolg Nebenbetriebe, Erträge aus betrieblicher Liegenschaft
8 Betriebsfremder/ausserordentlicher Erfolg & Steuern Einmalige/periodenfremde Posten, direkte Steuern (8900)

Abschluss (Klasse 9)

Klasse Bezeichnung Beschreibung
9 Abschluss Technische Abschlussklasse für das Jahresergebnis (Konto 9200 Jahresgewinn/-verlust)

Die Kontenklassen


Wichtigste Konten für KMU

Du brauchst nicht alle Konten. Hier die wichtigsten für kleine Unternehmen:

Klasse 1: Aktiven (Vermögen)

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ KLASSE 1: AKTIVEN                                               │
├──────────┬──────────────────────────────┬───────────────────────┤
│ Konto    │ Bezeichnung                  │ Verwendung            │
├──────────┼──────────────────────────────┼───────────────────────┤
│ 1000     │ Kasse                        │ Bargeld               │
│ 1020     │ Bank                         │ Geschäftskonto        │
│ 1100     │ Debitoren                    │ Offene Kundenrechnung │
│ 1170     │ Vorsteuer                    │ MWST-Guthaben         │
│ 1200     │ Warenvorrat                  │ Lagerbestand          │
│ 1500     │ Maschinen/Geräte             │ Anlagevermögen        │
│ 1520     │ Büromaschinen/IT             │ Computer, etc.        │
│ 1530     │ Fahrzeuge                    │ Geschäftsfahrzeuge    │
└──────────┴──────────────────────────────┴───────────────────────┘

Klasse 2: Passiven (Schulden & Kapital)

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ KLASSE 2: PASSIVEN                                              │
├──────────┬──────────────────────────────┬───────────────────────┤
│ Konto    │ Bezeichnung                  │ Verwendung            │
├──────────┼──────────────────────────────┼───────────────────────┤
│ 2000     │ Kreditoren                   │ Offene Lieferanten    │
│ 2200     │ Geschuldete MWST             │ MWST-Schuld           │
│ 2400     │ Bankdarlehen                 │ Langfristige Schulden │
│ 2800     │ Eigenkapital / Stammkapital  │ Kapital (EF/GmbH/AG)  │
│ 2850     │ Privat                       │ Privatbezüge (nur EF) │
│ 2900     │ Gesetzliche Kapitalreserve   │ Reserven (jurist. P.) │
│ 2970     │ Gewinnvortrag                │ Ergebnis Vorjahre     │
│ 2979     │ Jahresgewinn/-verlust        │ Ergebnis lfd. Jahr    │
└──────────┴──────────────────────────────┴───────────────────────┘

Achtung, häufige Verwechslung: Dieselbe Kontonummer bedeutet je nach Rechtsform etwas anderes. Bei der Einzelfirma buchst du Privatbezüge und -einlagen auf 2850 Privat. Bei der GmbH/AG gibt es kein Privatkonto – dort steht auf 2800 das Stamm- bzw. Aktienkapital, und Reserven laufen über 2900. Welche Rechtsform für dich passt, klärt der Vergleich Einzelfirma vs. GmbH.

Klasse 3: Ertrag

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ KLASSE 3: BETRIEBSERTRAG                                        │
├──────────┬──────────────────────────────┬───────────────────────┤
│ Konto    │ Bezeichnung                  │ Verwendung            │
├──────────┼──────────────────────────────┼───────────────────────┤
│ 3000     │ Produktionserlös             │ Verkauf Produkte      │
│ 3200     │ Handelserlös                 │ Verkauf Handelswaren  │
│ 3400     │ Dienstleistungserlös         │ Beratung, Services    │
│ 3800     │ Erlösminderungen             │ Rabatte, Skonti       │
└──────────┴──────────────────────────────┴───────────────────────┘

Klasse 4-6: Aufwand

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│ KLASSEN 4-6: AUFWAND                                            │
├──────────┬──────────────────────────────┬───────────────────────┤
│ Konto    │ Bezeichnung                  │ Verwendung            │
├──────────┼──────────────────────────────┼───────────────────────┤
│ 4000     │ Materialaufwand              │ Einkauf Material      │
│ 4200     │ Handelswarenaufwand          │ Einkauf Waren         │
│ 5000     │ Lohnaufwand                  │ Gehälter              │
│ 5700     │ Sozialversicherungen         │ AHV, BVG, etc.        │
│ 6000     │ Raumaufwand                  │ Miete, Nebenkosten    │
│ 6100     │ Unterhalt/Reparaturen        │ Wartung               │
│ 6200     │ Fahrzeugaufwand              │ Benzin, Service       │
│ 6500     │ Verwaltungsaufwand           │ Büro, Porto           │
│ 6570     │ IT/EDV                       │ Software, Hosting     │
│ 6600     │ Werbeaufwand                 │ Marketing             │
│ 6800     │ Abschreibungen               │ Wertverminderung      │
└──────────┴──────────────────────────────┴───────────────────────┘

Kontenplan erstellen

So erstellst du deinen individuellen Kontenplan in 4 Schritten:

Schritt 1: Branche identifizieren

Branche Schwerpunkt
Dienstleistung Klasse 3400 (Dienstleistungserlös)
Handel Klasse 3200, 4200 (Handelswaren)
Produktion Klasse 3000, 4000 (Material)

Schritt 2: Basiskonten auswählen

Jedes Unternehmen braucht mindestens:

Bilanz:

  • ✅ 1000 Kasse oder 1020 Bank
  • ✅ 1100 Debitoren
  • ✅ 2000 Kreditoren
  • ✅ 2800 Eigenkapital (Einzelfirma) bzw. 2800 Stamm-/Aktienkapital (GmbH/AG)

Erfolgsrechnung:

  • ✅ 3xxx Ertragskonto (je nach Branche)
  • ✅ 6xxx Aufwandskonten

Schritt 3: MWST-Konten hinzufügen

Falls MWST-pflichtig (wie die MWST-Abrechnung funktioniert, liest du separat):

  • ✅ 1170 Vorsteuer (Guthaben)
  • ✅ 2200 Geschuldete MWST (Schuld)

Schritt 4: Branchenspezifische Konten ergänzen

Beispiel IT-Dienstleister:

3400  Dienstleistungserlös
3410  Projekterlös
3420  Support-Erlös
6570  Software & Lizenzen
6571  Cloud-Services
6572  Hardware

Kontenplan erstellen


Beispiel-Kontenplan: Einzelfirma vs. GmbH

Der Kontenrahmen KMU gilt für beide Rechtsformen – der konkrete Kontenplan sieht aber unterschiedlich aus. Der Grund: Bei der Einzelfirma bist du und dein Geschäft rechtlich eine Einheit, bei der GmbH ist die Firma eine eigene juristische Person mit eigenem Kapital, Lohnabrechnung und Steuerpflicht.

Wie unterscheidet sich der Kontenplan von Einzelfirma und GmbH?

Bereich Einzelfirma GmbH / AG
Eigenkapital 2800 Eigenkapital 2800 Stammkapital (GmbH) bzw. Aktienkapital (AG)
Privatbezüge 2850 Privat kein Privatkonto – Bezug nur als Lohn oder Dividende
Eigener Lohn kein Lohnkonto, Bezüge über 2850 Privat 5000 Lohnaufwand plus Sozialversicherungskonten 57xx
Reserven keine 2900 Gesetzliche Kapitalreserve, 2950 Gesetzliche Gewinnreserve
Direkte Steuern Privatsache der Inhaberin/des Inhabers 8900 Direkte Steuern (Gewinn- und Kapitalsteuer)

Welche Konten braucht eine Einzelfirma mindestens?

Ein Einzelunternehmen im Dienstleistungsbereich kommt mit rund 20 bis 30 Konten aus. Ein typischer Minimal-Kontenplan:

1020 Bank · 1100 Debitoren · 1170 Vorsteuer · 1520 Büromaschinen/IT
2000 Kreditoren · 2200 Geschuldete MWST · 2800 Eigenkapital · 2850 Privat
3400 Dienstleistungserlös
6000 Raumaufwand · 6500 Verwaltungsaufwand · 6570 IT/EDV · 6600 Werbeaufwand

Gut zu wissen: Solange dein Umsatz unter CHF 500'000 liegt, genügt gesetzlich sogar eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (Art. 957 OR). Ein sauberer Kontenplan nach KMU-Standard lohnt sich trotzdem – spätestens beim Jahresabschluss und beim Gespräch mit dem Treuhänder sparst du damit Zeit.

Welche Konten kommen bei der GmbH dazu?

Bei der GmbH zahlst du dir als Geschäftsführer:in einen Lohn – dafür brauchst du die Personalkonten der Klasse 5. Dazu kommen Kapital-, Reserve- und Steuerkonten:

2800 Stammkapital · 2900 Gesetzliche Kapitalreserve · 2950 Gesetzliche Gewinnreserve
5000 Lohnaufwand · 5700 AHV/IV/EO/ALV · 5720 Vorsorgeeinrichtungen (BVG) · 5730 Unfallversicherung
8900 Direkte Steuern

Die Löhne rechnest du sauber über eine Lohnbuchhaltung ab. Ob du dir den Gewinn besser als Lohn oder als Dividende auszahlst, hängt von Steuern und Sozialabgaben ab – der Vergleich Dividende vs. Lohn bei der GmbH rechnet die Varianten durch. Einen Überblick über die komplette Buchhaltung für die GmbH findest du auf unserer Lösungsseite.


Beispiel-Buchungen

Hier einige typische Buchungen mit dem Kontenrahmen KMU. Noch mehr Fälle findest du in unserer Sammlung Buchungssätze mit Beispielen für KMU:

Beispiel 1: Kundenrechnung erstellen

Soll:  1100 Debitoren           CHF 1'081.00
Haben: 3400 Dienstleistungserlös CHF 1'000.00
Haben: 2200 Geschuldete MWST     CHF    81.00

Beispiel 2: Kunde bezahlt Rechnung

Soll:  1020 Bank                CHF 1'081.00
Haben: 1100 Debitoren           CHF 1'081.00

Beispiel 3: Büromaterial kaufen (bar)

Soll:  6500 Verwaltungsaufwand  CHF   92.51
Soll:  1170 Vorsteuer           CHF    7.49
Haben: 1000 Kasse               CHF  100.00

Beispiel 4: Miete zahlen

Soll:  6000 Raumaufwand         CHF 1'500.00
Haben: 1020 Bank                CHF 1'500.00

Beispiel 5: Privatbezug (Einzelfirma)

Soll:  2850 Privat              CHF 3'000.00
Haben: 1020 Bank                CHF 3'000.00

Häufige Fehler vermeiden

❌ Fehler 1: Zu viele Konten

Problem: 200 Konten angelegt, aber nur 20 genutzt.

Lösung: Starte minimal und erweitere bei Bedarf.

❌ Fehler 2: Falsche Kontenklasse

Problem: Aufwand auf Ertragskonto gebucht.

Lösung: Merke: Ertrag = Klasse 3, Aufwand = Klasse 4-6

❌ Fehler 3: MWST vergessen

Problem: Brutto statt Netto gebucht.

Lösung: Bei jedem Beleg prüfen: Ist MWST enthalten?

❌ Fehler 4: Privat und Geschäft vermischt

Problem: Private Ausgaben auf Aufwandskonto.

Lösung: Konto 2850 Privat für alle Privatbezüge nutzen (nur Einzelfirma).

Fehler vermeiden


Zusammenfassung: Kontenrahmen auf einen Blick

┌─────────────────────────────────────────────────────────────────┐
│              SCHWEIZER KONTENRAHMEN KMU                         │
├─────────────────────────────────────────────────────────────────┤
│                                                                 │
│  BILANZ                          ERFOLGSRECHNUNG                │
│  ───────────────────             ───────────────────            │
│                                                                 │
│  ┌─────────────────┐             ┌─────────────────┐            │
│  │ 1 AKTIVEN       │             │ 3 ERTRAG        │            │
│  │   (Vermögen)    │             │   (Einnahmen)   │            │
│  └─────────────────┘             └─────────────────┘            │
│                                                                 │
│  ┌─────────────────┐             ┌─────────────────┐            │
│  │ 2 PASSIVEN      │             │ 4-6 AUFWAND     │            │
│  │   (Kapital)     │             │   (Ausgaben)    │            │
│  └─────────────────┘             └─────────────────┘            │
│                                                                 │
│                      ┌─────────────────┐                        │
│                      │ 9 ABSCHLUSS     │                        │
│                      │   (Gewinn/      │                        │
│                      │    Verlust)     │                        │
│                      └─────────────────┘                        │
│                                                                 │
└─────────────────────────────────────────────────────────────────┘

Häufige Fragen

Welcher Kontenrahmen gilt in der Schweiz für KMU?

In der Praxis hat sich der Schweizer Kontenrahmen KMU (Autoren Sterchi, Mattle und Helbling, herausgegeben von veb.ch/SwissAccounting, aktuelle Fassung 2013) als Standard durchgesetzt. Nahezu jede Schweizer Buchhaltungssoftware orientiert sich an dieser Struktur mit ihren vierstelligen Kontonummern.

Ist der Kontenrahmen KMU gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Das Gesetz schreibt keinen bestimmten Kontenrahmen vor. Vorgeschrieben ist nur die Mindestgliederung der Bilanz nach OR Art. 959a und der Erfolgsrechnung nach Art. 959b – und diese ist mit dem KMU-Kontenrahmen automatisch erfüllt. Deshalb greifen praktisch alle KMU darauf zurück.

Wie viele Kontenklassen hat der Schweizer Kontenrahmen KMU?

Neun. Die Klassen 1 und 2 bilden die Bilanz (Aktiven und Passiven), die Klassen 3 bis 8 die Erfolgsrechnung, und Klasse 9 ist die technische Abschlussklasse für das Jahresergebnis. Weil die Erfolgsrechnung die Klassen 3–8 umfasst, sprechen manche Übersichten verkürzt von „acht Klassen" – gemeint ist dasselbe System.

Was ist der Unterschied zwischen Kontenrahmen und Kontenplan?

Der Kontenrahmen ist die vollständige Vorlage mit allen möglichen Konten (mehrere Hundert). Dein Kontenplan ist die individuelle Auswahl daraus, die dein Betrieb tatsächlich nutzt. Ein kleines KMU kommt meist mit 30 bis 50 Konten aus.

Auf welches Konto buche ich Privatbezüge in der Einzelfirma?

Auf 2850 Privat. Über dieses Konto laufen alle privaten Bezüge und Einlagen der Inhaberin oder des Inhabers. Wichtig: Bei der GmbH oder AG gibt es kein Privatkonto – dort ist eine Auszahlung entweder Lohn (Konto 5000) oder Dividende.

Wie viele Konten braucht ein kleines KMU wirklich?

Für den Start reichen in der Regel 30 bis 50 Konten. Beginne minimal mit den Basiskonten (Bank, Debitoren, Kreditoren, ein Ertrags- und einige Aufwandskonten) und ergänze branchenspezifische Konten erst, wenn ein konkreter Buchungsfall es erfordert. So bleibt deine Bilanz und Erfolgsrechnung übersichtlich – auch beim Jahresabschluss.

Wo finde ich den offiziellen Kontenrahmen KMU?

Der Kontenrahmen KMU wird von veb.ch/SwissAccounting herausgegeben; die vollständige Ausgabe erscheint als Buchpublikation im Verlag SKV. Für die tägliche Arbeit brauchst du den Rahmen aber selten selbst – in einer Buchhaltungssoftware ist der passende Kontenplan bereits hinterlegt.


Fazit

Der Kontenrahmen KMU ist das Fundament deiner Buchhaltung. Mit dem richtigen Verständnis wird die doppelte Buchhaltung plötzlich logisch und übersichtlich.

Die wichtigsten Punkte:

  • ✅ Kontenrahmen = Vorlage mit allen Konten
  • ✅ Kontenplan = Deine individuelle Auswahl
  • ✅ 9 Klassen: 1-2 Bilanz, 3-8 Erfolg, 9 Abschluss
  • ✅ Starte minimal und erweitere bei Bedarf

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